Der Russische Aufmarsch um die Ukraine und die Prophetie (1)

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Bei all diesen Entwicklungen benötigen wir nicht nur einen wachen Blick, sondern vor allem einen wachsamen. Wie leicht kann man zu Fehlschlüssen gelangen! Dann behauptet man, dies und das sei genau das, was man an dieser oder jener Stelle in Gottes Wort finde. In Wirklichkeit aber ist es eine Verirrung. Man hat vielleicht nicht erkannt, dass die biblische Prophetie von Ereignissen spricht, die sich auf ein Geschehen beziehen, dass auch heute noch zukünftig ist.

Impfung und Malzeichen

Ein Beispiel: Einige haben die Sorge geäußert, die neuen mRNA-Impfstoffe seien das Malzeichen des Tieres (Off 13,16) oder zumindest der erste Schritt dazu. Wer das denkt, übersieht, dass die Entrückung im letzten Buch der Schrift zwar nicht genannt wird. Aber sie ist zeitlich unzweideutig zwischen Offenbarung 3 und 4 einzuordnen. Das bedeutet, alles das, was wir heute erleben, kann sich nicht auf Dinge beziehen, die nach Offenbarung 3 zu lesen sind.

Das Malzeichen selbst wird erst in der zweiten Hälfte der siebenjährigen Drangsalszeit eingeführt. Damit liegen mindestens dreieinhalb Jahre zwischen der Entrückung und dieser Sache. Aus Daniel 9,27 können wir entnehmen, dass diese große Drangsal eine (Jahr-) Woche dauern wird, also sieben Jahre.

Wie aber die Technik in dieser Zeit aussehen wird, können wir heute überhaupt nicht sagen. Es ist durchaus möglich, dass Gottes Gerichte in den ersten Jahren dazu führen, dass die gesamte IT-Infrastruktur (wie Clouds usw.) zerstört wird, so dass „wieder“ ein ganz normales Malzeichen anzunehmen ist, an das sicher auch Johannes, der Schreiber der Offenbarung, gedacht hat.

Man sieht: Manche haben hier viel zu voreilig Schlüsse gezogen, die jeder (zeitlichen) Grundlage entbehren. Auch in der Sache selbst können wir heute überhaupt nicht sagen, wie ein solches Malzeichen ausgestaltet sein wird.

DDR und Zeit des Nationalsozialismus?

Nun fühlen sich in den letzten Monaten manche an Vorgehensweisen erinnert, von denen sie sagen, sie hätten solche in der DDR-Zeit bereits erlebt. Andere wiederum sprechen von Methoden, die es unter dem Naziregime in Deutschland gegeben habe.

Die meisten können das nur Büchern und Videos entnommen haben. Aber mit solchen Vergleichen sollte man überaus vorsichtig umgehen. Oft argumentiert man aus einer gewissen Emotionalität mit derartigen, womöglich nur scheinbaren Parallelen. Im Rückblick relativeren sich solche Überzeugungen dann oft ...

Ukraine und aktuelle Entwicklungen

Vor dem Hintergrund derartiger Äußerungen fiel mir jetzt allerdings ein Artikel auf, der sich mit einem anderen gegenwärtige Ereignis beschäftigt: dem Truppenaufmarsch Russlands um die Ukraine herum. Da erinnert ein Journalist an die Hitlerzeit: „Selbst wenn sich Russland zurückzieht, wie es behauptet, bleiben die Absichten hinter der in Osteuropa seit Hitlers Überfall auf die Sowjetunion präzedenzlosen Truppenkonzentration von zentraler Bedeutung“ (NZZ, 18.2.2022).

Es geht um die eurasische Landmasse, also eine Art Superkontinent aus Europa und Asien. Der Geograf Halford Mackinder (1861-1947) sagte damals: Derjenige, der Eurasien beherrscht, wird die ganze Welt kontrollieren.

Gottes Allmacht

Nun machen sich viele Christen Sorgen, was aus diesen Ereignissen an Kriegen und Konflikten hervorkommen wird. Tatsächlich wissen wir es nicht. Ich komme zurück auf den Eingangspunkt: Das, was wir mit Überzeugung sagen können, ist: Gott läuft nichts aus dem Ruder. Er steht über allem. Das war in der Zeit Henochs und Noahs genauso wahr wie zur Zeit des Kreuzes Jesu. Es hat sich bis heute nicht geändert!

Müssen wir als Christen daher Angst bekommen, was für „Flutwellen“ daraus für Europa, Deutschland und andere Länder hervorkommen? Nein, wir können unsere Zuversicht auf Gott weiter behalten! Das zeigen uns Noah oder auch Josaphat, der beispielsweise als Herrscher über Juda mit übermächtigen Feinden zu tun hatte. Wir beten für die Gläubigen in diesen Gebieten, dass sie das Vertrauen an die Güte Gottes nicht verlieren und feststehen im Bekennen ihres Glaubens. Wir rufen zu Gott, dass ungläubige Menschen dazu das Heil in Christus erfassen. Und wir selbst wollen auch die Ruhe bewahren und schon gar nicht um unseren materiellen Besitz oder inneren Frieden fürchten.

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Artikelreihe: Russland, die Ukraine und Europa

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