Die zweite Ankündigung des Todes des Herrn im Matthäusevangelium

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Der Herr hält sich wieder in Galiläa auf. Das war die Region, wo Er am meisten gewirkt hatte - Nazareth, Kapernaum, der See Genezareth - und wo man Ihn, obwohl die dort lebenden Menschen von den übrigen Juden selber verworfen wurden, in gleicher und sogar noch gravierender Weise verwarf.

Die zweite größere Ankündigung des Todes des Herrn - insgesamt schon die fünfte nach Kapitel 12,40; 16,21 ff; 17,9.12 - mag an dieser Stelle etwas unvermittelt wirken. Wenn man sich jedoch den Zusammenhang dieser Verse genauer anschaut, versteht man besser, wie passend diese beiden Verse hier sind. Der Hinweis auf die Lokalität bietet eine Erklärung. Denn Galiläa war verworfen in Israel - und der Herr der Verworfene in Galiläa. Ich möchte noch eine zweite Erläuterung geben:

In Kapitel 16 zeigt der Herr durch die erste Ankündigung, dass die Leiden vonseiten seines eigenen Volkes, das Ihn töten würde, die Grundlage für die Bildung der Versammlung sein würden. In unserem Kapitel zeigt Er nun, dass seine Leiden und sein Tod die Grundlage für die aufgeschobene, zukünftige Aufrichtung des Königreichs in Macht und Herrlichkeit sind (Verse 1-8). Es ist kein Zufall, dass der Herr zuerst von seinem Tod als Grundlage der Versammlung spricht, denn sie gehört zu dem ewigen Ratschluss Gottes. Obwohl dies nicht auf das irdische Königreich des Herrn in Herrlichkeit zutrifft, vergisst Er es nicht und nennt es als Zweites. Die Jünger mussten nun lernen, dass selbst dieses Königreich nur auf der Grundlage seines Todes würde aufgerichtet werden können.

Interessanterweise gibt es hier eine Parallelität zu Kapitel 16. Dort führen der Unglaube und die Sünden der Juden zum Offenbaren der göttlichen Gedanken über die Versammlung, die keinen direkten Bezug zu Israel hat. Hier nun führen der Unglaube und die Sünden der Heiden - sie sind besonders mit den „Menschen" gemeint, was sich ja nicht auf Juden bezieht - zur Aufrichtung des Königreichs des Herrn in Macht und Herrlichkeit.

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