Zum Tod von Robert Enke

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Nicht nur seine Freunde und Fußballkollegen stehen fassungslos vor diesem Todesfall. Auch wir, die wir diese Nachricht als interessierte Nachrichtenleser zu Gesicht bekommen, können diese Nachricht kaum glauben. Ein in den letzten Monaten derart erfolgreicher Torhüter, der noch am vergangenen Samstag in der Fußball-Bundesliga für Hannover 96 spielte, ist nicht mehr. Als Christen fragen wir uns: Wo wird er jetzt sein? Die Bibel kennt nur zwei Orte nach dem Tod:

  • den Hades, den Vorhof der Hölle
  • das Paradies, den Vorhof des Himmels.

Wir maßen uns nicht an, dazu eine Antwort zu kennen. Wie deutlich wird in diesem Moment die Wahrheit des Bibelverses: „Der Herr kennt, die sein sind" (2. Tim 2,19).

Was mag einen solch erfolgreichen Torhüter zu dem Schritt des Selbstmords geführt haben, um den es sich laut Nachrichtenmeldungen wohl handelt?

Ein kurzer Hinweis des Präsidenten von Hannover 96, Martin Kind, lässt aufhorchen: Enke sei „labil" gewesen. Er hatte vor drei Jahren eine Tochter verloren, die an einem angeborenen Herzfehler litt. Jetzt war er durch eine bakterielle Infektion des Darms gesundheitlich so angegriffen gewesen, dass er trotz der Zusicherung des Einsatzes von der Nationalmannschaft wieder abreisen musste.

Wusste außer dem Präsidenten Kind niemand um seine innere Verfassung? Viele bezeichnen Enke als einen sehr menschlichen Typ. So kann man kaum glauben, dass seine Gemütverfassung allen anderen verborgen geblieben war. Gab es niemanden, der ihm hilfreich zur Seite stand?

Es ist nicht leicht zu verstehen, was einen Menschen zu diesem äußersten Schritt im Leben veranlasst. Was für eine Hoffnungslosigkeit oder Enttäuschung muss Enke in diesen Tagen geprägt haben, dass er soweit gegangen ist. Immerhin hinterlässt er nicht nur seine Ehefrau, sondern auch ein wohl vor einem halben Jahr adoptiertes, jetzt noch nicht einmal einjähriges Mädchen.

Wir wollen uns selbst fragen, ob wir eine Antenne dafür haben, wenn unsere Mitmenschen, unsere Nachbarn, unsere Familienangehörigen „labil" sind und sich in die Richtung einer hoffnungslosen Sackgasse, wie sie meinen, bewegen. Wir haben einen Herrn, der uns sagt: „Siehe, ich bin da, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen" (Hes 34,11). Aber auch wir selbst sollen solche Menschen sein, die zur rechten Zeit in der rechten Art und Weise mit den richtigen Worten und aufnahmebereiten Ohren zur Verfügung stehen, um anzuhören, um Trost zu geben, um aufzurichten, einfach um für unsere Nächsten da zu sein.

Robert Enke wurde gerade einmal 32 Jahre alt. Hoffentlich können wir mithelfen - was unsere menschliche Verantwortung betrifft - dass die uns umgebenden Menschen älter werden können, weil sie jemanden haben, auf den sie sich verlassen können und der ihnen immer als Hilfe zur Seite steht.

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