Lesezeit: 3 Min.

Antwort:

Der Herr Jesus erwähnt in Johannes 4 nicht nur die Anbetung des Vaters, sondern Er spricht unmittelbar danach auch über die Anbetung von Gott als solchem:" Gott ist ein Geist, und die ihn (d.i. Gott) anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten" (Vers 24). In der Anbetung Gottes ist auch die Anbetung des Herrn Jesus mit eingeschlossen, denn Er ist der Sohn Gottes - Gott, der Sohn. Er ist so vollkommen eins mit dem Vater (Johannes 10,30), dass alles, was dem Vater gehört, auch dem Sohn gehört, und umgekehrt (Kap. 17,10); dass man den Vater nicht haben kann, wenn man den Sohn leugnet (l. Johannes 2,23). In Titus 2 wird von der Herrlichkeit "unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus" gesprochen (Vers 13) – eine Beschreibung der Person und des Wesens Christi, die auch Petrus zu Beginn seines zweiten Briefes benutzt (Kap. 1,1). Jesus Christus ist unser Gott und Heiland. Wie beglückt uns das!

Keine Frage also, dass der Herr Jesus Gott ist, wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person. Jeder, der Leben aus Gott besitzt und "in der Lehre des Christus bleibt" (2. Johannes 9), hält das im Glauben aufrecht. Weil Er aber Gott ist, hat Er Anspruch auf die Anbetung seitens des Menschen, seines Geschöpfes. Selbst als Er in menschlicher Gestalt auf der Erde weilte, wurde Er wiederholt von Menschen angebetet, ohne dass Er dem auch nur im geringsten gewehrt hätte (vgl. Matthäus 2, 11; 8,2; 9,18; 28,9; Johannes 20,28). Als Johannes auf Patmos die richterliche Gestalt des Herrn Jesus sah, fiel er wie tot zu Seinen Füßen (Offenbarung 1, 17), und der Herr richtete ihn wieder auf. Aber als er später zweimal zu den Füßen des Engels, der ihm "diese Dinge" zeigte, niederfiel, um diesen anzubeten, wehrte ihm der Engel entschieden mit den Worten: "Siehe zu, tue es nicht. Ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu haben; bete Gott an!" (Offenbarung 19,10; 22,8).

In Hebräer 1 redet Gott selbst seinen Sohn mit Gott an: "Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Vers 8), und zwei Verse vorher gebietet Er den Engeln in bezug auf seinen Sohn: "Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten." Gewiss bezieht sich das auf die noch zukünftige Zeit, wenn Gott den Erstgeborenen wiederum in den Erdkreis einführt, auf das Tausendjährige Reich. Aber was dann richtig ist, ist auch heute richtig. Gott ist stets darauf bedacht, dass sein Sohn geehrt werde. Das finden wir überall im Neuen Testament. Und dies sind die Worte des Sohnes:". - . auf dass alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat" (Joh 5,23).

So wundert es uns nicht, wenn wir an vielen Stellen des Neuen Testaments Doxologien, Lobpreisungen Gottes, antreffen, die sich zum Teil direkt auf den Herrn Jesus beziehen. Der Apostel Petrus schließt seinen zweiten Brief mit solch einer Doxologie ab: "Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit, sowohl jetzt als auch auf den Tag der Ewigkeit! Amen." Und wenn der Apostel Paulus die Tatsache beschreibt, dass der Christus dem Fleische nach aus Israel gekommen ist, bricht er unvermittelt in die Anbetung dieser hochgelobten Person aus, die eben unendlich mehr ist als ein Mensch: - . . welcher über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen" (Römer 9,5).

Wenn uns jemand davon abhalten will, unseren Erlöser und Herrn anzubeten, so kann dahinter nur einer stehen – sein großer Widersacher, der Teufel. Um noch einmal auf die Stelle in 1. Johannes 2 zurückzukommen: Ungläubige Menschen reden oft von Gott, zuweilen sogar vom Vater, aber sie wollen den Sohn umgehen. Das offenbart nur, dass sie kein göttliches Leben haben. Doch Gott nimmt keine Ehre an, die nicht zugleich Seinem Sohn Jesus Christus gezollt wird. Der Sohn ist der Weg zum Vater - niemand sonst (Joh 14,6), und wer den Sohn nicht hat, hat auch den Vater nicht. Wer jedoch den Sohn bekennt, der hat auch den Vater. Unermessliches Vorrecht!

Erschienen in: Ermunterung und Ermahnung, 1990, S.214

Beitrag teilen
Stichwörter

Verwandte Artikel

"Dieses tut zu meinem Gedächtnis" Ernst-August Bremicker Unendliche, unbegreifliche Liebe spricht aus den Worten des Heilandes, die Er an Seine Jünger richtete. Als Er ihnen das Gedächtnismahl einsetzte, hatte jene denkwürdige Nacht, in der Er überliefert wurde, bereits ihren Anfang genommen. Artikel lesen
Bilder des Herrn Jesus im alten Testament (Anregung zu 3 Mo 16) Carsten Verwaal In den Evangelien können wir dem Herrn Jesus in direkter Weise begegnen, wie Er gehandelt hat, was Er gesagt hat, wie Er lebte. Im Alten Testament finden wir viele Vorbilder, die auf Ihn hinweisen. Artikel lesen
Die erste Ankündigung des Herrn, dass Er sterben würde Manuel Seibel "Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse“ (Mt 16,21) - eine kurze ... Artikel lesen
Das Zeichen des Todes des Herrn Manuel Seibel "Denn so wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte in dem Herzen der Erde sein" (Mt 12,40) - eine kurze Andacht. Artikel lesen
Aufnahme und Zurückweisen am Tisch des Herrn Frank Wallace Das Neue Testament stellt uns das Vorrecht vor, am Tisch des Herrn Gemeinschaft mit dem Herrn und mit Gläubigen zu pflegen. Dort bezeugen wir die Tatsache, dass es den "einen Leib" auf der Erde gibt - alle Gläubigen - und das verherrlichte Haupt ... Artikel lesen
Der Tag des Herrn Samuel Ridout Wir können nicht dankbar genug dafür sein, dass unsere Gesetze und die Gewohnheiten in unserem Land es ermöglichen, am Tag des Herrn frei von unseren Beschäftigungen innerhalb der Woche zu sein. Artikel lesen