10.11.2005Buchbesprechungen | Ehe & Familie

jeder mann und die versuchungen - eine Buchbesprechung

Ein Buch für Männer ...

Dieses Buch richtet sich an Männer. In erster Linie an verheiratete – aber nicht nur an diese. Denn es gibt dem noch nicht verheirateten (jungen) Mann wichtige Hinweise, wie er sich in der Ehe verhalten sollte. Und es gibt ihm zugleich Hinweise, wie er sich verhalten soll, auch wenn er (noch) nicht verheiratet ist.

Das große Thema sind die Versuchungen. Und wenn gerade Männer angesprochen werden, kann man sich schon schnell denken, dass es um Versuchungen durch sexuelle Reize in unserer modernen Gesellschaft geht. Ob durch Internet oder Zeitschriften, ob durch Plakate oder „lebende“ Frauen – Männer sind permanent visuellen (sexuellen) Reizen ausgesetzt. Es ist fast unmöglich, ihnen aus dem Weg zu gehen. Entscheidend aber ist, dass wir ihnen widerstehen!

Wie gehen wir mit Versuchungen um?

Das Thema, wie wir Männer mit diesen Versuchungen umgehen, wird kaum besprochen. Begründet wird dies oft mit dem Hinweis auf Epheser 5,3.12: „Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht werde nicht einmal unter euch genannt, wie es Heiligen geziemt ... Denn das, was heimlich von ihnen geschieht, ist schändlich auch nur zu sagen.“ Die Tatsache, dass der Apostel Paulus in diesem und in vielen anderen Briefen Unzucht, Ehebruch und Unreinheit immer wieder mit Namen nennt, zeigt jedoch, dass dies nicht gemeint sein kann. Paulus warnt uns ja gerade davor, in diese Sünden zu fallen.

Ähnlich sieht das Anliegen des Buches „jeder mann und die versuchungen“ aus. Es geht von der (realistischen) Annahme aus, dass die meisten (verheirateten) Männer das Problem haben, bei einer Begegnung mit einer attraktiven Frau nicht wegzuschauen, sondern extra hinzuschauen; dass sie auf zweideutige Werbeanzeigen besonders gerne starren, mit ihren Augen und in Gedanken immer wieder sexuellen Versuchungen erliegen – was schließlich in Selbstbefriedigung oder gar Ehebruch münden kann. Diese Sünden gehen auf Kosten nicht nur der Männer selbst, sondern auch auf Kosten ihrer Ehefrauen (wenn sie verheiratet sind), und – wenn vorhanden – der eigenen Kinder sowie der örtlichen Versammlung (Gemeinde, Kirche).

Der Ausweg aus dem Dilemma

Die drei Autoren bleiben aber nicht bei der Diagnose stehen. Sie bieten einen Ausweg aus diesem Dilemma an, das für viele zu einem Kreislauf zum Schlechten geworden ist. Dazu stellen sie Hiob als ein Vorbild vor, der sagte: „Ich habe mit meinen Augen einen Bund geschlossen, und wie hätte ich auf eine Jungfrau geblickt!“ (Hiob 31,1). Der Vorschlag in diesem Buch lautet, drei Verteidigungsringe aufzubauen:

1. Der Bund der Augen – ein reflexartiges Wegschauen bzw. Weglegen (von Prospekten).

2. Ein aktives und konsequentes Ablegen der erotischen Gedankengänge, wenn diese aufkommen.

3. Ein bewusstes, neues Ausrichten des Herzens auf die Liebe zur Ehepartnerin.

Banal? In der Praxis wohl kaum ...

Vielleicht hören sich diese drei „Instrumente“ zunächst sehr banal an. Aber ein konsequentes Verwirklichen hilft, aus dem Dilemma des Kreisens um das eigene Ich, die eigene Sexualität und die eigenen Begierden herauszukommen, um sich wieder neu der Ehepartnerin so zu widmen, wie man es bei der Eheschließung versprochen hat. Und für den Unverheirateten helfen diese Ratschläge, das Problem der Selbstbefriedigung oder der Selbstbemitleidung in den Griff zu bekommen.

Dieses Buch ist sehr lebendig geschrieben. Es trifft den Puls unserer Zeit und die Empfindungen und Erfahrungen vieler Männer. Sicher stimmt man nicht mit jeder These überein. Aber die Zielrichtung ist für viele hilfreich. Gerade, weil es sich um ein Thema handelt, das nur selten berührt wird. Das Buch ist im Hänssler-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro.

Buchauszug:

„Ich fuhr in nördlicher Richtung durch Malibu ... Ich hatte nichts Böses im Sinn, als ich sie sah, vielleicht 200 Meter links vor mir. Eine Joggerin, die mir auf dem Fußweg entgegentrabte. Es war ein toller Anblick, selbst für einen verwöhnten Kalifornier. Meine Augen bohrten sich in das blonde Wunder da vor mir ... Rumms! Ich würde vielleicht jetzt noch der unbekannten Athletin hinterherstaunen, wenn mein Mercedes nicht auf den Chevelle gefahren wäre ...“ (Seiten 21.22).

„Ihre Frau hat ihre Freiheit für Sie aufgegeben. Sie hat auf ihr Recht, ihr Glück anderswo zu suchen, verzichtet. Sie hat ihre Freiheit gegen etwas eingetauscht, das sie für wertvoller hielt: Ihre Liebe und Ihr Wort. Ihre Träume vom trauten Heim wurden in Ihnen Wirklichkeit.

Sie hat sich auch sexuell auf Sie festgelegt. Ihre Sexualität ist das, was sie am meisten hütet, ihr geheimer Garten. Sie dachte, dass Sie dieses Geschenkes würdig wären – und dann haben Sie sexuellen Müll konsumiert und ihren Garten damit verunreinigt. Sie hat etwas Besseres verdient!

Ihre Frau verdient Ihre Liebe und Achtung auch deswegen, weil sie ihre tiefsten Geheimnisse und Sehnsüchte mit Ihnen teilt. Brenda hat mir Dinge erzählt, die sie keinem anderen sagt ... Sie hat mir Dinge anvertraut, die ihr Leid tun, und in meinen Armen geweint ...

Als Kind hatte Brenda nie Angst, weil ihr Vater da war. Er enttäuschte sie nie, schockierte sie nie, machte ihr keine Angst und ließ sie nicht im Stich. Das alles tauschte sie ein gegen einen Kerl ...

Haben Sie Ihrer Frau weniger gegeben? Sie hat viel aufgegeben, um Sie zu heiraten. Hat es sich für sie gelohnt?“ (Seiten 230.231).
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