21.05.2017 Matthäus | Versammlung / Gemeinde

Die Versammlung hat einen vollkommenen Eigentümer und Baumeister

  1. „Meine Versammlung": Wir finden den Ausdruck Versammlung (gr. ekklesia, Herausgerufene) mehrfach in der Schrift, hier jedoch zum ersten Mal. In seiner großen Rede spricht Stephanus von der „Versammlung in der Wüste" (Apg 7,38), also von einer jüdischen Versammlung. In Ephesus finden wir später eine heidnische Versammlung (Apg 19,32), die in Verwirrung war. Beide Beispiele aber haben nichts mit der Ekklesia zu tun, von welcher der Herr Jesus an dieser Stelle spricht. Sie sind nicht vergleichbar mit den Herausgerufenen, die der Herr für sich und für Gott haben wollte und haben würde. Diese neue Versammlung, von der Er hier spricht, ist seine Versammlung, eine Versammlung von Menschen, die Er selbst zusammenführen würde. Das zeigt, dass Er selbst diese Versammlung schaffen würde. Sie ist, wie gesagt, sein „Meisterwerk".
    Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in diesem Sinn keine Versammlung oder Kirche. Es gibt keine alttestamentliche Kirche; es gibt auch keine allgemeine Kirche aller Gläubigen Alten und Neuen Testaments. Es gibt aber die Kirche des lebendigen Sohnes Gottes.
  2. Wer gehört zu dieser Versammlung? Auch wenn wir das natürlich nur angedeutet finden - die Lehre über die Versammlung finden wir erst in den Briefen des Apostels Paulus -, geben uns diese Verse schon einen ersten, wichtigen Hinweis darauf.
    Es sind Herausgerufene (ek-klesia). Es sind solche, die aus einer alten Umgebung herausgerufen werden, um zu einer neuen Einheit zusammengeführt zu werden. Sie mögen Juden oder Heiden sein, jetzt bilden sie zusammen die Versammlung des Sohnes Gottes.
    Es sind Steine (petros) - wie Petrus hier genannt wird. Sie haben keine Existenzberechtigung außerhalb des Felsens, aus dem sie genommen werden, denn sie sind aus demselben Material wie der Fels, ja sie sind gewissermaßen Teil des Felsens. So haben die Gläubigen, die zur Versammlung gehören, ewiges, göttliches Leben, das der Herr ihnen geschenkt hat.
    Sie gehören von nun an auch praktisch zu dem Herrn Jesus. Es ist seine Versammlung, das heißt die Gläubigen gehören direkt zu Ihm. Das bedeutet auch, dass ihr Leben persönlich und gemeinsam in Verantwortung vor Ihm geführt werden muss.
  3. Wer ist der Baumeister der Versammlung? Wir wissen aus anderen Stellen des Neuen Testaments, dass die Versammlung Gott gehört (vgl. 1. Kor 1,2) und von Gott gebildet und gebaut wird (vgl. 1. Kor 12,24). Der Herr Jesus ist Gott. Daher ist es kein Widerspruch, wenn wir hier lesen, dass der Herr Jesus die Versammlung baut und dass Er der Eigentümer der Versammlung ist. Er ist ihr Architekt, ihr Planer, ihr Baumeister und ihr Eigentümer. Kein anderer hatte diese „Idee" - Er, der Sohn des lebendigen Gottes, hat sie vor Grundlegung der Welt als seine Versammlung bestimmt.
    Christus ist auch der Baumeister des irdischen Hauses Gottes, des irdischen Volkes Israel. Davon spricht der Prophet Nathan zu David in 2. Samuel 7,12.13: „Wenn deine Tage erfüllt sein werden und du bei deinen Vätern liegen wirst, so werde ich deinen Nachkommen nach dir erwecken, der aus deinem Leib kommen soll, und werde sein Königtum befestigen. Der wird meinem Namen ein Haus bauen; und ich werde den Thron seines Königtums befestigen in Ewigkeit." Aber dabei geht es um ein irdisches Königtum, ein irdisches Königreich. Die Versammlung dagegen ist eine himmlische Schöpfung.