13.08.2015 Ehe & Familie | Persönlicher Glaube

Ein Wort zum Rock

Schreiber und Leser sind sich sicher einig, dass der Rock (das Kleid) "Frauenkleidung" ist. Damit sage ich nicht, dass nur der Rock Frauenkleidung ist. Aber ohne Zweifel ist der Rock bis heute genau dieses: Frauenkleidung.

 

Nun gibt es ein interessantes Phänomen, das den Namen trägt: Conchita Wurst. Dabei handelt es sich um Thomas „Tom" Neuwirth, einen österreichischen Sänger. Das ist nicht weiter bemerkenswert.

 

Bekannt geworden ist dieser Mann dadurch, dass er als Travestiekünstler auftritt. 2014 hat er als Kunstfigur Conchita Wurst mit „Rise Like a Phoenix" den 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen gewonnen.

 

Seit 2011 tritt Neuwirth in der Öffentlichkeit als Dragqueen Conchita Wurst auf. Es handelt sich um eine Diva mit Vollbart. Neuwirth erklärt seine Kunstfigur als Reaktion und Statement gegen Diskriminierungen, die er in seiner Jugend aufgrund seiner Homosexualität erfahren haben will.

 

Den Namen Conchita bekam er von einer Freundin aus Kuba und behielt ihn bei. Den Nachnamen wählte er, „weil es eben ‚wurst‘ ist, woher man kommt und wie man aussieht". Wiederholt erklärte er in Interviews auf Fragen nach seinem Geschlecht, dass seine Darstellung der Conchita Wurst nichts mit Transsexualität zu tun habe.

 

Der Bart unterscheidet Conchita Wurst von anderen Travestie-Figuren, bei denen man versucht, alle vermeintlich männlichen durch sogenannte weibliche Attribute zu ersetzen. Conchita macht das nicht. Sie ergänzt, oder er?: Sie sei eine Mann-Frau und ein Frau-Mann. Sie will offenbar die Geschlechter vermischen und die Unterschiede verwischen. Für Neuwirth fungiert der Bart somit als gezielte Provokation.

 

Der Bart ist zweifellos das Kennzeichen eines Mannes und nicht einer Frau - das ist etwas, worüber gläubige Männer nachdenken sollten. Denn wie können wir uns - unabhängig von der Kleidungsfrage - besser von Frauen unterscheiden und der Schöpfungsordnung Gottes entsprechen als dadurch, dass wir einen Bart tragen? Wir stehen nicht unter Gesetz - das soll einfach ein Gedankenanstoß sein.

 

Wie aber versucht Conchita, sich als Frau zu zeigen? Offenbar durch zwei äußere Kennzeichen:

 

a) durch die langen Haare

b) durch den Rock, das Kleid.

 

Anscheinend reichen lange Haare heute nicht mehr aus, um eindeutig als Frau zu erscheinen. Denn es gibt zu viele Männer, die sich ebenfalls die Haare haben lang wachsen lassen. Dadurch kann man sich von den Männern offenbar nicht mehr ausreichend unterscheiden.

 

Aber eines haben Männer - bis auf Trachten - bis heute nicht getan: mit Röcken, Kleidern herumzulaufen. Neuwirth zeigt uns also auch im 21. Jahrhundert, wie eine Frau sich bewusst von dem Mann unterscheiden kann: durch ein Kleid, durch einen Rock.

 

Ich gebe das als Anregung zu bedenken.

 

Neuwirth will die Unterschiede verwischen. Gott will, dass wir das Gegenteil tun. Von Anfang an heißt es: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn: Mann und Frau schuf er sie" (1. Mo 1,27). Aber in diesem Artikel geht es nicht in erster Linie um die Frage, wie Gottes Wort das Verhalten und Auftreten von Conchita Wurst beurteilt - es ist Sünde, Gott ein Gräuel (vgl. 5. Mo 22,5).

 

Wenn wir als Christen verwirklichen wollen, Bild Gottes zu sein, müssen wir darauf achten, diese Unterschiede, soweit das möglich ist, zu bewahren. So können wir Gott ehren. Denn sowohl im Alten wie im Neuen Testament lesen wir, dass Gott die Unterschiede zwischen Mann und Frau herausstellt.

 

Noch einmal: Ich habe nicht vor, irgendein Gesetz aufzustellen. Die Art der Kleidung ist ohnehin etwas, was sich mit der Zeit ändert. Aber das heißt nicht, dass wir nicht klar erkennen können, was Gott von uns im Blick auf die unterschiedlichen Geschlechter möchte. Auch wenn es sich unbequem anhören mag. Auch wenn man damit nur Spott erntet, wenn man es nicht - wie Conchita Wurst - mit dem Zeitgeist verbindet.