13.06.2006Prophetie | Jesus Christus / Gott | Matthäus

Im Licht des Kommenden

Hängen unsere Herzen am Sichtbaren?

Die Herzen der Jünger waren damals - und wie oft ist es leider auch heute der Fall! - mit den sichtbaren, gegenwärtigen Dingen, mit der großartigen Darstellung der Erhabenheit ihres Gottesdienstes beschäftigt. Glänzend war in ihren Augen der Glorienschein ihrer religiösen Verbindungen.

Doch der Herr Jesus spricht das Gericht über all das aus, was sie auf Erden bewunderten. Wahrlich, wenn Er den Tempel verließ, dann war alles dahin, was ihm in den Augen Gottes irgendeinen Wert gab. [Der Herr des Tempels wurde verworfen; das Haus Israels aufgegeben. Die Herrlichkeit Gottes kehrte in den Himmel zurück. (Vgl. Hesekiel 10,18-19 und 11,22-23).

Aber wenn Israel durch die Gerichte zu dem Herrn zurückgebracht sein wird, dann wird die Herrlichkeit auf demselben Wege wiederkehren, auf dem sie von ihnen ging. (Vgl. Hesekiel 43,1-4). Wenn Jesus außerhalb und abseits der Welt steht, was könnte es dann in ihr geben, als bestenfalls eitle Zurschaustellung von Verbindungen mit Gott, die nicht vorhanden sind.

Wie befreit uns Christus von einer falschen Blickrichtung?

Wie aber löst und befreit der Herr die Seinigen von der Macht der Überlieferungen und von jedem anderen eitlen Gegenstand, der eine Anziehungskraft auf ihr Herz ausübt? Er eröffnet ihnen die Mitteilungen seines eigenen Geistes und lässt das Licht des Zukünftigen auf die Dinge der Gegenwart fallen. Wie oft offenbart sich Weltförmigkeit in dem ungerichteten Herzen eines Christen, weil es die zukünftigen Dinge, die Gott vor uns enthüllt, zu wenig genießt!

Wie kann ich mich über das Kommen des Herrn Jesus freuen, wenn es alles das umwirft, was ich in dieser Welt aufzubauen suche? Ein Mensch mag zum Beispiel danach trachten, sich durch seine Fähigkeiten eine Stellung in dieser Welt zu erwerben und mag hoffen, dass seine Söhne durch ihre noch günstigere Ausgangslage ihn selbst noch übertreffen werden. Auf solche und ähnliche Gedanken gründet sich alle menschliche Größe. Wahrhaftig, dies ist die „Welt".

Freust Du Dich auf das Wiederkommen von Jesus Christus?

Christi Wiederkunft ist eine Wahrheit, die das ganze selbstaufgebaute Gebäude zerstört. Denn wenn wir wirklich auf sein Kommen als auf ein Ereignis warten, das jeden Tag eintreten kann - wenn wir verwirklichen, dass wir wie Knechte an die Tür gesetzt sind, den Griff in der Hand, um auf sein Anklopfen zu warten, mit dem Wunsch, Ihm sogleich zu öffnen -, wenn dies unsere Haltung ist, wie können wir Zeit oder ein Herz für die Dinge haben, die die geschäftige, Christus-vergessende Welt beschäftigen und in Atem halten?

Wir sind nicht von der Welt, gleichwie Christus nicht von der Welt ist. Was aber die Mittel und Ausführer ihrer Pläne betrifft, so wird es der Welt nie an solchen mangeln, welche ihre Ziele verfolgen.

Doch wir, Geliebte, haben eine ungleich höhere Berufung; und es wäre für uns ganz und gar unwürdig, von der Welt Gunsterweisungen zu erheischen, die unseren Herrn verwirft. Mag unsere äußere Stellung noch so niedrig oder versuchungsreich sein, was könnte herrlicher sein, als in ihr unserem Herrn Christus zu dienen? Oh, bedenke es, Er kommt!

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Mit freundlicher Genehmigung des Beröa Verlages
Halte Fest Jahrgang 1969 - Seite: 54