Vom Altar zum Haus Gottes - von eigenen Bedürfnissen zur Herrlichkeit Gottes (Hag 1,1-4)

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Wenn man dort stehenbleibt, ohne weitergehen zu wollen, um die positive Lehre des Geistes und den Willen des Herrn zu lernen, ist dies nur ein halbes Werk. Gott will, dass man Ihm Raum gibt, nach seinem eigenen Wort zu handeln. Wer darauf verzichtet, begnügt sich letztlich mit der bloßen Tatsache, sich als Jünger zu versammeln.

Viele Menschen haben immer wieder die Tendenz, das Versammeln außerhalb religiöser Formen als Ziel zu akzeptieren. Sie übergehen, dass der Herr möchte, dass wir uns zu seinem Namen hin versammeln. Das hielt die Tür offen für alles, was von Gott ist. Sie aber begnügen sich mit ihrer Zusammenkunft als Christen. Das lässt die Dinge unbestimmt genug, dass sich viele unter diesem Zweck versammeln können. Denn dann stellt sich nicht die Frage nach dem Zustand oder nach der Verherrlichung des Herrn. Was die Seelen nicht in praktische „Übung“ (Prüfung) im Blick auf Christus bringt, ist letztlich nur ein armseliges Ruhekissen.

Sich einfach als Jünger zu versammeln, mag ein deutlicher Fortschritt sein, weil man sich von dem trennt, was in aktiver Weise böse ist und von Gottes Wort völlig verurteilt wird. Aber es sollte uns, die wir durch die Gnade erneuert worden sind, nie zufriedenstellen, das Böse zu meiden, wenn wir nicht in diesen Dingen die Herrlichkeit Gottes suchen.

Der Altar war an seinem Ort und zu seiner Zeit genau das, was Gott in den Herzen der Juden bewirkte. Dennoch war er letztlich in besonderer Weise mit den Juden als solchen verbunden. So erlagen die Juden der Gefahr, sich darauf auszuruhen, jetzt ja den Altar Gottes zu besitzen. Auf diese weise wurde er für sie sogar zu einem Hindernis. Er war zweifellos der Altar Jahwes (Jehovas). Aber das war er für ihre eigenen Bedürfnisse, denn sie spürten, dass sie die Beziehung zu Gott in ihrer Furcht nötig hatten. Natürlich war es richtig, diesen Altar zu bauen. Es ist wirklich eine schöne Sache zu sehen, dass die Seelen es ernst meinen und mit ihrer wahren Not beginnen. Es gibt nämlich nichts Gefährlicheres, als nach etwas Großem zu streben, wenn wir zunächst die Tiefe unserer eigenen Bedürfnisse spüren sollten.

Aber zugleich wird derselbe Glaube, der seine wahren Bedürfnisse, die auch Gott sieht, erkennt und ihnen dient, dabei niemals stehen bleiben. Er wird weitergehen, angezogen und ermutigt durch die Gnade Gottes, um an das zu denken, was Gottes Herrlichkeit gebührt. Das ist es, was der Überrest hätte tun sollen.

Gott war gnädig, den Juden den Altar zu gewähren, der das erste Bedürfnis eines Israeliten war, auf dem er seine Brandopfer darbringen konnte um auf diese Weise von Jahwe angenommen zu werden. Diese Tatsache aber hätte sie ermutigen sollen, nichts unversucht zu lassen, sondern trotz aller Schwierigkeiten fleißig weiter zu arbeiten, bis der Tempel Gottes vollendet war. Sie taten es nicht. Stattdessen waren sie durch Lethargie geprägt, dieser Zufriedenheit mit dem, was gerade ihre eigenen allerersten Bedürfnisse befriedigte und nicht mehr. So drehten sie sich nach dem Baud des Altars und der Grundlage des Tempels einfach um, um für sich selbst und ihre eigenen Häuser zu sorgen. Diese falsche Gesinnung wurde von dem Herrn damit beantwortet, dass Er den Mut der Widersacher aufkommen ließ, die mit neidischen Augen zugesehen hatten. Und was taten die Feinde? Sie mischten sich ein und versuchten mit Erfolg, ihre persischen Herren wirksam gegen sie aufzuhetzen.

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