Buchbesprechung: Die Kunst loszulassen (Martin Steinbach)

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Dieses im Jahr 2015 von idea und von der Christlichen Verlagsgesellschaft Dillenburg in zweiter Auflage herausgegebene Buch scheint sich – auch durch das Titelbild – zunächst an ältere Gläubige zu richten. Aber die ersten Kapitel zeigen schnell, dass keiner diese Anregungen ignorieren kann.

Die Bibel

Schon im Buch des Predigers (S. 10.11) lesen wir, dass es Zeit zum Gebären und Zeit zum Sterben gibt, Zeit zum Pflanzen und Zeit zum Ausreißen usw. (Pred 3,1-8). Und die eine Zeit ist nicht immer die der Jugend, die andere nicht immer die des Alters. Beides lernen wir im Verlauf unseres Lebens.

Beispiele für das Loslassen

Wenn es dann darum geht, was wir loslassen sollen, merken wir, wie aktuell das Buch ist. Hängen wir an Besitz und Eigentum oder sind wir bereit, auch loszulassen? Hier zeigt sich, woran unser Herz hängt.

Hänge ich an ideellen Gütern wie Begabung, Gaben, Fertigkeiten usw.? Hängen wir an unserem Beruf oder tun wir ihn, solange Gott uns Kraft gibt, für Ihn? Hat der Beruf uns in seiner Umklammerung oder können wir loslassen – zum Beispiel am Sonntag (wenn wir nicht in medizinischen, verkehrslogistischen usw. Berufen stehen) an den Abenden?

Wie ist das mit unseren Kindern (ich kann da noch nicht mitreden!)? Sind wir bereit, sie loszulassen und in ihrem Erwachsensein der eigenen Verantwortung vor dem Herrn oder, wenn Er es schenkt, einem Ehepartner zu „überlassen“?

Korrigieren lassen – loslassen

Und bin ich bereit, meine Gedanken über ein bestimmtes Thema durch Gottes Wort korrigieren zu lassen, falsche Überzeugungen loszulassen? Das ist ein heikles Thema, weil wir durchaus feste Überzeugungen haben sollen: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast“ (2. Tim 3,14). Aber wie leicht hänge ich auch an falschen Überzeugungen, an falschen Gedanken. Lasse ich los, wenn Gottes Wort deutlich macht, dass die Dinge anders zu beurteilen sind?

Können wir Kränkungen, Verletzungen und negative Gefühle loslassen? Bestehen wir auf unseren „Rechten“ (bürgerlich) oder können wir hier loslassen? Das sind ein paar Gedankensplitter dieses Buches, die zum Nachdenken anregen.

Loslassen im Alter

Natürlich ist Loslassen im Alter eine besondere Herausforderung, der sich dieses Buch ausführlich widmet. So ist dieses Buch gerade auch für ältere Christen eine gute Anregung und Ermutigung, sich diesem Thema zu stellen.

Plus und Minus

Natürlich mag man über den einen oder anderen Punkt, der in diesem Buch angeschnitten wird, auch unterschiedlich denken. Aber es ist kein lehrmäßiges Buch, sondern eines, das ermuntert, Mut zum Loslassen zu haben. Darum gehe ich auf Punkte nicht ein, die nach meinem Empfinden letztlich nicht ins Gewicht fallen.

In einem der ersten Kapitel dachte ich: Man darf doch nicht alles loslassen! Die Wahrheit sollen wir festhalten! Sogleich habe ich diesen Punkt am Rand vermerkt und konnte ihn dann streichen, weil es zu diesem speziellen Thema auch noch ein Kapitel gibt.

Insgesamt ist dieses Buch sehr gut zu lesen, einfach geschrieben. Ich kann es zur Lektüre wirklich empfehlen.

Der Autor

Der Autor, Dr. Martin Steinbach (Jg. 1943), ist Facharzt für Innere Medizin, für Psychosomatik und Psychotherapie. Er war bis Ende 2008 Ärztlicher Direkter des Krankenhauses in Elbingerode im Harz, der meines Wissens größten christlichen Klinik in Deutschland für seelische Krankheiten. Ich habe Martin Steinbach vor einiger Zeit als sehr freundlichen, hilfsbereiten und fachkundigen Mediziner kennengelernt, der seine Arbeit nach biblischen Prinzipien verrichten möchte.

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