Das einzige Wunder, das in allen Evangelien berichtet wird.

Lesezeit: 2 Min.

Die Speisung der 5.000 Männer zuzüglich Frauen und Kinder ist das einzige Wunder, das uns in allen vier Evangelien berichtet wird. Wir wissen, dass die Gefangennahme des Herrn, die Verhöre, die Kreuzesleiden, der Tod und die Auferstehung in allen vier Evangelien einen breiten Raum einnehmen. Von den Taten des Herrn aber wird ansonsten immer nur in bestimmten Evangelien berichtet. Daher dürfen wir schließen, dass in dieser Begebenheit, die viermal erzählt wird, eine ganze besondere Bedeutung liegt.

Wir dürfen nicht meinen, dass die Speisung der 5.000 in allen vier Evangelien mit derselben Botschaft verbunden wird. Und dennoch gibt es eine Grundaussage in diesem Wunder, die bei allen Evangelisten dieselbe ist. Gott ist zu seinem Volk gekommen, um diesem sowohl die äußerlichen als auch die innerlichen Bedürfnisse zu stillen.

Wenn man die Person unseres Retters in diesem Wunder betrachtet, wird Er im Matthäusevangelium als Messias gezeigt, der dem Bedürfnis seines Volkes vollkommen zu begegnen weiß, zugleich aber seine Jünger als seine Untertanen im Königreich in die Pflicht nimmt, sich um das Wohl der Menschen zu kümmern (Mt 14,16).

Im Markusevangelium sehen wir Ihn mehr als den vollkommenen Diener, der seine Jünger anhand dieses „Falles“ zu besseren und einsichtsvolleren Dienern erziehen will, damit sie lernen, wie man die Bedürfnisse anderer stillt, denn der Herr fordert seine Jünger immer wieder auf, tätig zu werden und nach den Broten zu sehen (Markus berichtet uns ausführlicher über die Unterhaltung des Herrn mit seinen Jüngern, Mk 6,35-38).

Im Lukasevangelium finden wir Ihn als den vollkommenen Menschen, der die Bedürfnisse der Menschen aus eigener Erfahrung als Mensch kennt. Diesen Bedürfnissen entspricht Er im Aufblick zu seinem Gott und in Abhängigkeit von Ihm. Lukas gibt den kürzesten Bericht (nur sechs Verse berichten über diese Begebenheit), weil bei ihm die Fürsorge im Mittelpunkt steht.

Im Johannesevangelium schließlich finden wir das vom Himmel gekommene Wort Gottes, Christus Jesus, den Sohn des Vaters, der selbst alles in die Hand nimmt und den Bedürfnissen der Volksmenge auf göttliche Weise begegnet. Der Herr selbst fordert die Jünger auf, sich um die Versorgung zu kümmern – Er muss nicht von seinen Jüngern daraufhin angesprochen werden (Joh 6,5). Diese Art der Betrachtung könnte man in gleicher Weise auf die Sicht der Jünger, der Volksmenge und der Umstände in allen vier Evangelien anwenden.

Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Wunderheilungen, Zungenrede, Power Evangelium - was sagt die Bibel? (FMN) Tobias Walker Viele wünschen sich eine große Kraftentfaltung in ihrem Glaubensleben. Da klingt das Angebot attraktiv: Wunderheilungen - Zungenrede - Power-Evangelium. Wäre das nicht erstrebenswert oder auch erlebenswert? Finden wir darin eine Erfüllung ... Artikel lesen
Das Lukas-Evangelium (ein Überblick) Manuel Seibel Im Lukas-Evangelium lernen wir den Herrn Jesus Christus als vollkommenen Menschen kennen. Gerade in diesem Buch gibt uns Gott wertvolle Einblicke in die Familie und das tägliche Leben Jesu. Gott zeigt aber noch viel mehr Herrlichkeiten Jesu. Er ist ... Video ansehen
Lasst die Wunden heilen! Der Herr ist nahe Jeder Mensch hat mit Wunden zu tun. Wer schon einmal innerlich verwundet worden ist, weiß sofort, worum es geht. Und leider sind wir auch solche, die anderen Wunden zufügen können. Artikel lesen
Kinder, Evangelium und die richtigen Medien Manuel Seibel Es ist eine ständige Herausforderung für Gläubige, die mit jungen Leuten arbeiten: Wie können wir junge Menschen für den Herrn Jesus begeistern, für ein Leben mit Christus? Ist alles überholt, was vor 20 Jahren noch galt, und muss man neue ... Artikel lesen
Der menschliche Anteil am Evangelium Manuel Seibel Was für einen Anteil hat eigentlich der Mensch am Evangelium? Wieviel kann ich tun - als unbekehrter und als bekehrter Mensch? Kommt es auf mich an? Podcast anhören
Es mangelt an … Charles H. Mackintosh Der Dienst des Evangeliums und der Hirtendienst scheinen nicht diejenigen Aufgaben zu sein, nach denen man sich ausstreckt. Öffentliche Auftritte vor Gläubigen, ein Lehrdienst, vielleicht auch ein schriftlicher Dienst (wie www.bibel-forum.de) mag ... Artikel lesen