Gewalt im Königreich der Himmel

Lesezeit: 2 Min.

Dieser Vers hat es in sich und ist Gegenstand sehr unterschiedlicher Auslegungen. Der Herr bezieht sich auf die Zeit des ersten Auftretens von Johannes dem Täufer bis zu dem Augenblick, an dem Er gerade sprach. Das war eine Zeit von vielleicht nicht einmal einem Jahr. In den Versen zuvor haben wir schon gesehen, dass es eine Übergangszeit war. In dieser Zeit wurde dem Königreich der Himmel Gewalt angetan, denn Gewalttuende rissen es an sich.

Unter den Gewalttuenden können wir besonders die Obersten der Juden sehen. Sie wollten wohl, dass der König in Israel herrscht. Aber ihr Ziel bestand darin, die Herrschaft der Römer abzuschütteln, um in Freiheit und Herrlichkeit leben und regieren zu können. Dabei aber vergaßen diese Menschen, dass es nur einen Weg gab, den Gott ihnen durch Johannes aufzeigte: Das war der Weg der Buße. Deshalb hatte er Menschen getauft; deshalb hatte er die Buße gepredigt; deshalb hatte er das Evangelium des Königreichs verkündigt.

Aber die Juden und die Obersten wollten nicht auf Johannes hören. Sie wollten wohl ein Reich in Frieden und ohne heidnische Herrschaft, aber ohne Buße und Umkehr. So versuchten sie mit allen Mitteln, den wahren König zu verhindern (und zwar von Anfang an, vgl. Mt 2) und hinwegzutun, genauso wie sie alle Anstrengung unternahmen, seinen Herold zu beseitigen. Daher war dieser im Gefängnis; daher würde er geköpft werden. So rissen sie das Königreich, das Christus gehörte, mit Macht an sich, um sich niemand mehr unterordnen zu müssen. Das aber war nicht der Weg des Herrn. Er kam nicht in Gewalt, sondern in Demut und Gehorsam. Wir sollten seinem Beispiel folgen in einer Zeit, in der Er nach wie vor der Verworfene ist.
Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Matthäus 11 Manuel Seibel Die Ablehnung des Herrn Jesus steuert auf einen Höhepunkt zu. Selbst Johannes der Täufer fängt an zu zweifeln. Wie traurig. Aber der Herr lässt ihn nicht fallen, sondern stützt ihn in seiner Gnade. Und Er führt Menschen zur Ruhe des Gewissens ... Podcast anhören
Matthäus 19 Manuel Seibel Auch in Kapitel 19 finden wir Merkmale des Königreiches der Himmel: Treue, Wertschätzung der Unscheinbaren und Hingabe. Es lohnt sich, darüber auch für unser Leben nachzudenken. Podcast anhören
Ins Königreich der Himmel eingehen Manuel Seibel "Lehrer, ich will dir nachfolgen, wohin irgend du gehst. Und Jesus spricht zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege" (Mt 8,20) - eine kurze Andacht. Artikel lesen
Was hat die Kirche mit dem Reich Gottes zu tun? Manuel Seibel Kirche (Versammlung, Gemeinde) und Reich Gottes - zwei ganz verschiedene "Einrichtungen" Gottes. Dennoch fragt man sich, ob es keine Verbindung, keine Beziehung zwischen diesen beiden Bereichen gibt. Und tatsächlich, bei allen Unterschieden ... Podcast anhören
Die Bergpredigt – Grundsätze des Königreichs der Himmel – eine Einführung (Mt 5-7) Michael Hopp Die Bergpredigt richtet sich an Jünger. Diese wertvollen und wichtigen Kapitel in Matthäus 5-7 sind es wert, dass wir uns damit intensiver beschäftigen. Artikel lesen
Matthäus 18 Manuel Seibel Der Herr Jesus ist jetzt der abwesende, verherrlichte Herr im Himmel. In dieser Zeit sind seine Jünger ohne Ihn auf der Erde. In drei Kapiteln zeigt der Herr eine Anzahl an Merkmalen, die seine Jünger prägen sollen. Er beginnt mit dem, was Er von ... Podcast anhören