Christliche Freiheit im Dienst

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Ist der siebte Tag einfach durch den ersten Tag ersetzt worden? Lehrt das die Schrift? Wenn wir uns die Apostelgeschichte vornehmen, finden wir, dass die Apostel und andere Gläubige am Sabbat in die Synagoge der Juden gingen. Sie pflegten an jenem Tag die Juden zu belehren, wo immer eine offene Tür vorhanden war. Am ersten Tag der Woche hingegen versammelten sie sich gewöhnlich mit Christen, um des Herrn Mahl einzunehmen oder zu irgendwelchen anderen Diensten, die gerade anlagen. Es wurde also nicht der eine Tag zugunsten des anderen aufgegeben.

Hätte es sich einfach um einen Ersatz gehandelt, dann wären sie nicht am Sabbat weiter mit den Juden, dagegen am ersten Tag mit den Christen gegangen. Sie taten aber beides. Anfangs gingen diejenigen Christen, die Juden gewesen waren, zur Synagoge; und sie hatten die Freiheit, am Lesen der Schrift teilzunehmen. Wenn man jetzt so handelte, würde man im allgemeinen als Eindringling angesehen; doch in einer jüdischen Synagoge war es erlaubt und wurde gern gesehen. Die Apostel und andere waren also völlig gerechtfertigt, wenn sie diese Freiheit für die Wahrheit benutzten. Sie handelten im Geist der Gnade.

Wo immer wir mit einem guten Gewissen und ohne uns mit etwas zu verbinden, was dem Wort Gottes widerspricht, hingehen können, dürfen und sollten wir uns hinbegeben, falls es ein Dienst für den Herrn ist. Wenn jedoch verlangt wird, dass wir uns mit Dingen oder Personen eins machen, von denen wir wissen, dass sie dem Willen Gottes widersprechen - wie können wir dann so frei sein hinzugehen? Haben wir die Freiheit, leichtfertig mit irgendeiner Form des Ungehorsams umzugehen? Doch bei den alten Christen lag nichts dieser Art vor; denn in der Synagoge lasen sie einfach das Wort Gottes und erlaubten, dass es ausgelegt wurde.

Wer könnte sagen, dass das falsch war? Wenn wir wissen, dass die Schrift und nichts als die Schrift an irgendeinem Tag der Woche in einer so genannten Kirche oder Kapelle gelesen wird und man vollkommen Raum lässt, um zu helfen, sollte man dann nicht gerne dorthin gehen, falls man uns wirklich keine Art von Verpflichtung auferlegt? Falls einfach eine Gruppe Heiden die Schrift liest, darf man hinzutreten und mit ihnen reden. Ich glaube, von Seiten des Herrn stände die Tür offen; und die Gnade würde die günstige Gelegenheit ergreifen.

Auszug aus der Bibelauslegung zum Markusevangelium zu Kapitel 3, übersetzt von Joachim Das. Den gesamten Kommentar kann man bei www.bibelkommentare.de einsehen.

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