07.04.2005Dienst

Der Wert des Hirtendienstes

„Nach einigen Tagen aber sprach Paulus zu Barnabas: Lass uns nun zurückkehren und die Brüder besuchen in jeder Stadt, in der wir das Wort des Herrn verkündigt haben, und sehen, wie es ihnen geht“ (Apostelgeschichte, Kapitel 15, Vers 36).

Das Ziel des Hirten wird durch die Worte deutlich: „Lass uns nun zurückkehren“. Der Evangelist knüpft die Beziehung mit den Geschwistern, aber der Hirte hält sie aufrecht und stärkt diese. Es ist gut möglich, dass, wie in dem Fall von Paulus, beide Gaben in derselben Person vorhanden sind. Dennoch hat jede Gabe ihren ganz besonderen Bereich und ihre ganz besonderes Ziel. Der Evangelist geht „als erster“ aus und predigt das Wort des Herrn. Der Hirte geht wieder und wieder zu diesen Gläubigen und besucht diejenigen, bei denen das Wort zu Konsequenzen geführt hat.

Der Herr wählt sich seine Schafe nicht aus, um sie dann ohne Hilfe herumirren zu lassen. Er schenkt nicht nur die Gabe, wodurch Menschen überhaupt zu einer wirklichen Lebensexistenz geführt werden, sondern schenkt zugleich die „Geschenke“, wodurch diese Christen dann auch gestützt werden. Unser gnädiger Hirte möge das Herz jedes einzelnen von uns mit seiner eigenen empfindsamen Sorge für die Schafe erfüllen. Er war es, der das Herz von Paulus anstachelte, seine Einstellung auszudrücken und in die Worte zu fassen: Lass uns nun zurückkehren, noch einmal besuchen.

Bemerke die Worte „nun zurück“, „jetzt wieder“. Es geht nicht darum, wie oft du schon an einem bestimmten Ort gewesen sein magst - die Hirtengabe wird immer und überall gebraucht! Es gibt immer wieder Dinge, die an den verschiedenen Orten aufkommen, die die Arbeit von göttlich-begabten Hirten nötig machen.

Beachte auch die Worte: „wie es ihnen geht“. Das schließt ein, wie sie in der Öffentlichkeit, sozial, im privaten Bereich, geistlich, moralisch und einer zum anderen dran waren. Aber auch, wie sie lehrmäßig, in ihren Verbindungen, in ihrem Lebenswandel standen. In einem Wort: Wie es ihnen in jeder Weise ging.

Der Besuch darf nie in einem neugierigen, einfach wissbegierigen, tratschenden, wichtigtuerischen Geist getan werden. Das wäre eine Gesinnung, die weder Wunden verbindet noch heilt, die sich zwar einmischt, aber keine echte Hilfe bringt. Solchen Besuchern sollten wir schlicht sagen: Geh wieder weg! Aber zu allen, die in einer aufrichtigen Gesinnung kommen, sollten wir sagen: Komm herein, Du Gesegneter des Herrn.