08.10.2005 Persönlicher Glaube

Freizeit: Frei wovon und frei wofür?

Freizeit, was ist das?

Das Wort „Freizeit“ ist schon seit langem ein sehr wichtiger Begriff in unserer Gesellschaft. Ein Mensch ohne Freizeit kann kaum glücklich sein, so meint man.

Und wie denken wir Christen? - Es ist wahr, dass es viele Gläubige gibt, die heutzutage kaum Freizeit haben, da der Beruf, Haushalt oder die Kinder derart viel Zeit in Anspruch nehmen. Möge der Herr da auch zur Hilfe kommen. Wir dürfen und sollen auch viel für solche beten!

Doch wie sieht es mit denen aus, die Freizeit haben? Ist es Zeit, in der wir frei ausüben können, was wir wollen? Jedem leuchtet wohl ein, dass das nicht so ist. Freizeit weist ja nur auf jene Zeit hin, die im Gegensatz zu der Zeit steht, die „fremdbestimmt“ ist durch unsere Verpflichtungen wie z.B. Schule, Arbeit oder Haushalt.

Die Zeit richtig nutzen

Die restliche Zeit dürfen und sollen wir nutzen, und zwar für die Ewigkeit. Damit ist natürlich nicht gesagt, dass die „Pflichtzeit“ für die Ewigkeit verloren wäre. Denn der Apostel Paulus sagt uns: „Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus“ (Kolosserbrief, Kapitel 3, Vers 17).

Und doch ist diese „freie Zeit“ eine besondere Gelegenheit, dem Herrn zu dienen. Von einem Kind wird natürlich niemand verlangen, auch Gott nicht, dass es seine Zeit nur mit geistlichen Dingen ausfüllt. Aber je älter wir werden, desto klarer sollten wir sehen, dass die Beschäftigung mit Spielen etc. nur eine Ausnahme darstellen kann, die vor dem Herrn begründet sein muss (vgl. 1. Korintherbrief, Kapitel 13, Vers 11). Es gibt schließlich so viel zu tun, oder sehen wir das anders?

Satan jedenfalls nutzt seine Zeit konsequent aus und vergeudet keinen Augenblick. In Offenbarung, Kapitel 12, Vers 12, heißt es, dass der Teufel „große Wut hat, da er weiß, dass er wenig Zeit hat“. Diese Aussage bezieht sich auf die Zukunft. Aber verhält sich der Teufel nicht schon heute in diesem Charakter? Er nutzt seine Zeit - in seinem, bösen Sinn. Wir dürfen unsere Zeit für den Herrn Jesus Christus nutzen!

In welcher Gesinnung und warum eigentlich?

Dabei ist es wichtig zu beachten, die Zeit für Gott unbedingt im Geist der Gnade zu nutzen und nicht aus Zwang, oder um sich irgendeine Gunst vor Gott zu erwerben. Der Herr Jesus, der uns so teuer erworben hat und von aller Schuld befreit hat, ist dafür die beste Motivation.

Aber wir sollten auch erkennen, dass der Herr bald kommt und wir nur noch kurz für Ihn wirken können. Außerdem: je mehr Zeitvergeudung hier, desto weniger Belohnung dort. Zusätzlich sollten wir uns die Vergänglichkeit alles Irdischen deutlich vor Augen führen. Wenn der Herr kommt, wird jedes Computerspiel und jedes Sammeln von Briefmarken zurückgelassen werden - ohne eine Erinnerung daran; es sei denn vor seinem Richterstuhl, wo wir alles mit seinen Augen sehen werden. Und wie wird dann Seine Beurteilung ausfallen?

Der Herr Jesus: KEINE Sekunde verloren

Und wenn wir den Herrn Jesus betrachten, wie unentwegt Er seine Zeit nutzte, dann bewundern wir Ihn dafür! Stets im Gebet, lehrend, dienend und helfend, in Gemeinschaft mit anderen, andere besuchend, auf Reisen; aber auch ruhend. Der Herr war vollkommener Mensch, deshalb brauchte auch Er Schlaf; aber gerade deshalb leuchtet seine ganze Hingabe an Gott umso heller hervor! Ob wir wohl in dieser Hinsicht von unserem Heiland lernen möchten?

„Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue.“ (Johannes, Kapitel 8, Vers 29).