28.07.2004 Persönlicher Glaube

Was tun am Tag einer Niederlage?

Die Niederlage des Volkes

„Und die Philister kämpften, und Israel wurde geschlagen, und sie flohen, jeder zu seinen Zelten“ (1. Samuel 4,10).

Was soll das Volk Gottes tun, wenn es besiegt worden ist? Die Handlungen und die Gesinnung des Volkes Israel in 1. Samuel 4 geben uns einige Antworten auf diese wichtige Frage.

Analyse der Niederlage ist gut - aber mit dem richtigen Motiv?

Das Kapitel beginnt mit ungefähr 4.000 Israeliten, die durch die Hand der Philister getötet worden waren. Daraufhin fragen (sich) die Führer des Volkes Gottes: Was ist schief gelaufen?

Der Beginn ihrer Analyse ist gut, denn sie erkennen die Hand des HERRN in ihrer Niederlage. Aber sie kamen dadurch nicht zu der richtigen Lösung! Anstatt sich vor Gott zu demütigen und ihre Sünden zu bekennen, um wiederhergestellt zu werden, entscheidet sich das Volk dafür, ihre äußerliche religiöse Macht zu demonstrieren: „Lasst uns von Silo die Lade des Bundes des HERRN zu uns holen“ (Vers 3).

Eine aktuelle Gefahr!

Das Volk behandelte die Bundeslade wie einen Glücksbringer, der ihnen in ihren Schwierigkeiten helfen sollte. Sie waren mit ihrem unmittelbaren Problem beschäftigt - der Niederlage - anstatt mit der Herrlichkeit Gottes. Ihre Gedanken waren ausgerichtet auf den Sieg im Kampf und das persönliche Wohlbefinden, nicht aber auf Buße und Heiligkeit in ihrem Leben.

Klingt das alles nicht so aktuell und zeitgemäß?

Manchmal scheint der falsche Weg zu klappen - scheinbar …

Das schlimmste von allem kommt noch: „Hophni und Pinehas waren dort bei der Lade des Bundes des HERRN“ (Vers 4). Diese abscheulichen Männer waren die Aufseher dessen, was Gottes Gegenwart inmitten des Volkes Israel repräsentierte. Stell Dir das vor: Feinde Gottes sind am Platz geistlich größter Bedeutung! Es erinnert mich an solche Seminare, in denen ungläubige Theologen den Retter betrachten und studieren, den sie verachten; die Lehren analysieren, die sie verleugnen; die Bibel beurteilen, die sie verfluchen.

Ja, fast hätte es geklappt. „Als die Lade des Bundes des HERRN ins Lager kam, da jauchzte ganz Israel mit großem Jauchzen, dass die Erde erdröhnte“ (Vers 5). Ein Hurrageschrei für unseren Glücksbringer. Die Philister hörten das auch! Nach einer ersten Panik mobilisieren sie alle Kräfte und verpassen dem Volk Israel eine gehörige Tracht Prügel. 30.000 Soldaten sterben, die Bundeslade wird gefangen genommen, und Hophni und Pinehas werden getötet.

Gott wird ein religiöses Spiel mit sich selbst niemals tolerieren!