09.09.2016Dienst

Mehr Zuwendung statt Antidepressiva

Man weiß heute, dass knapp 40% aller Patienten mit einer Herzschwäche an Depressionen leiden. Wenn die Depressionen stärker werden, führen die Herzerkrankungen zudem leichter zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tod. Nun würde man annehmen, dass der beste Weg ist, solchen Patienten zu helfen, indem man ihnen stimmungsaufhellende Medikamente verordnet. Nun hat aber eine Studie an 16 deutschen Kliniken ergeben, dass viele Patienten mit einer Herzschwäche, die Depressionen aufweisen, nicht von Antidepressiva (in diesem Fall Escitalopram, ein gängiges Antidepressivum der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) profitieren. Teilweise führt diese Medikation sogar zum Gegenteil des erhofften Ziels.

 

Die Ärzte arbeiteten mit zwei Vergleichsgruppen, bei denen eine Gruppe das Medikament, die andere ein Placebo (also ein Scheinmedikament) erhielten. Die Ergebnisse waren gleich. Dennoch gab es bei beiden Gruppen erhebliche Verbesserungen der Niedergeschlagenheit.

 

Die Erklärung, die von den Versuchsleitern am wahrscheinlichsten gehalten wird, ist die positive Wirkung der Zuwendung vonseiten der Ärzte. Diese individuelle Betreuung habe anscheinend die größte Wirkung gezeigt.

 

Das macht uns als Gläubigen Mut, Mitgläubigen, die über Depressionen klagen, durch Zuwendung und seelsorgerliche Unterstützung zu helfen. Diese Zuwendung scheint in leichten und mittelschweren Fällen wichtiger zu sein als Medikamente. Man muss allerdings davor warnen, grundsätzlich auf eine medizinische Begleitung zu verzichten. Spätestens dann, wenn jemand eine schwere depressive Episode erlebt, wird man ohne Medikamente kaum auskommen können.

„Leidet jemand unter euch Trübsal? Er bete. Ist jemand guten Mutes? Er singe Psalmen. Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken heilen, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden" (Jak 5,13-15).

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