05.05.2003Persönlicher Glaube

Pass auf, kleines Auge, was du siehst

Sehen und begehren - Eva

Alles Übel in der Welt existiert, ja, die Sünde ist in die Welt gekommen, weil Eva nicht wachsam war mit ihren Augen - und Adam ihr nicht wehrte. „Eva sah, dass der Baum gut zur Speise, und dass er eine Lust für die Augen, und dass der Baum begehrenswert wäre" (1. Mo 3,6). Das, was Eva sah, weckte Begierde in ihrem Herz und wurde zur bösen Tat. Besser wäre es für sie gewesen, wenn sie „blind" durch die Gegend gelaufen wäre!

Sehen und übersehen - Lot

Auch Lot sollte uns ein warnendes Beispiel sein. „Lot hob seine Augen auf und sah die ganze Ebene des Jordan, dass sie ganz bewässert war" (1. Mo 13,10). Lot hatte die Wahl und sah sich nach seinem Vorteil um. An sich muss das nicht von vornherein falsch sein. Aber er sah nur den materiellen Vorteil und übersah dabei dessen gemeine Gefahr. Und genau das brachte ihn in große Not. Wir sehen manchmal auch nur unseren Vorteil, vielleicht das berufliche Weiterkommen. Aber dabei übersehen wir die Gefahr, z.B. die viele Zeit, die wir im Betrieb verbringen. Und hinterher wundern wir uns, dass wir trotz des guten Verdienstes und der Anerkennung im Beruf keine glücklichen Christen sind. Es liegt daran, dass wir die Gemeinschaft mit unserem Herrn nicht genügend pflegen, weil wir keinen klaren Blick mehr haben für die Dinge, die neben dem Beruf sehr wichtig sind.

Sehen und nehmen, was einem nicht zusteht - David

Auch David kam zu Fall, weil er etwas sehr Attraktives sah - und verbotenerweise haben wollte. Wenn so große Männer wie David durch das, was sie sahen, zu einer solch schlimmen Sünde verleitet wurden (David sah eine Frau sich baden, die sehr schön war. Er sandte hin, ließ sie holen und lag bei ihr: 2. Sam 11,2-4): Wie sehr müssen wir alle dann auf der Hut sein, das mit dem Auge erfasste in unser Herz vordringen zu lassen. Wenn wir uns mit dem Gesehenen gedanklich in einer Weise beschäftigen, die uns nicht zusteht, haben wir schon verloren. Der Herr Jesus sagt dazu in Matthäus 5,28 „Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen."

Wir können also Dinge sehen, die Gott sehr gut gemacht hat, und trotzdem Schaden erleiden, weil wir erlauben, dass sie eine Begierde in unserem Herzen wecken, die dann zur Tat wird. Wir können auch Dinge sehen, die Gott gegeben hat, dabei aber andere Dinge übersehen, die uns Not bereiten. Manche Dinge sollten wir aber bewusst nicht anschauen, weil schon der Gedanke daran Sünde ist.

Das Auge - Filter für unser Leben

Weil viele Dinge, die Gott Sünde nennt, heute nicht mehr als Sünde, sondern im Gegenteil gut geheißen werden und auch Christen ständig vor Augen sind (Werbung, Fernsehen, Internet oder Zeitschriften - um nur einige Beispiele zu nennen), ist es um so wichtiger, auf das zu hören, was Gott uns über das Auge sagt. Wir lesen in Matthäus 6,22-23 „Die Lampe des Leibes ist das Auge; wenn nun dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein."

Gott sieht auf uns

Wie gut aber auch, dass wir mit dem Problem, „richtig zu sehen" und dadurch „richtig zu gehen", nicht allein gelassen sind. Gott hat uns in der Bibel gesagt: „Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, werde ich dir raten" (Ps 32,8), und: „Sieh, das Auge des Herrn ist gerichtet auf die, die ihn fürchten" (Ps 33,18).

Dass Christen „richtig" sehen, liegt Gott sehr am Herzen. Dafür hat er uns mit den Augen ausgestattet, aber er hat auch Vorsorge für uns getroffen: "Der das Auge gebildet hat, sollte der nicht sehen?" (Psalm 94,9)

Lasst uns auf unsere Augen aufpassen und dem Herrn immer die Dinge sagen, die wir gesehen haben - ob wir es wollten oder nicht - die wir aber besser nicht gesehen hätten. Dann haben unsere Augen Freude an den Dingen, die Gott so einzigartig und schön gemacht hat und wir können die Dinge sehen, die mit dem normalen Auge nicht zu sehen sind, wohl aber mit den Augen des Glaubens. Dann können wir den Herrn Jesus sehen.