08.10.2014Persönlicher Glaube

Auserwählt in Christus – vor Grundlegung der Welt (Teil 2) (FMN)

Wofür hat Gott uns nicht auserwählt?

Zur Zeit der Reformation haben sich manche Gläubige tiefgehende Gedanken über die Auserwählung gemacht, darunter auch der bekannte Reformator Johannes Calvin, den Gott in mancherlei Hinsicht in seinem Werk benutzen konnte. Durch sie wurde diese Grundwahrheit aus dem Schutt des in biblischen Dingen vielfach unwissenden Mittelalters hervorgeholt. Sie verstanden etwas davon, dass die Auserwählung eine großartige Gnadenerweisung Gottes für seine Erlösten bedeutet.

Dann aber entwickelten sich falsche Vorstellungen. Man meinte: Wenn Gott Menschen für sich selbst auserwählt hat, dann muss Er ja auch Menschen für die Verdammnis auserwählt haben. Das ist eine logische Schlussfolgerung. Aber sie entspringt dem menschlichen Denken, nicht dem Wort Gottes. Gott steht über menschlicher Logik und ist dieser nicht unterworfen.

Johannes Calvin und andere beriefen sich auf einen Vers wie Römer 9,21: „Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen?" Sie haben aber übersehen, dass Gott hier von seinem Recht spricht, ohne zu bestätigen, dass Er dieses Recht auch tatsächlich ausübt. Das tut Er nämlich gerade nicht.

Gottes Gnade erweist sich unbekehrten Menschen dadurch, dass Er sie „mit vieler Langmut ertragen hat". Denn Paulus fährt in Römer 9,22 fort: „Wenn aber Gott, willens, seinen Zorn zu erweisen und seine Macht kundzutun, mit vieler Langmut ertragen hat die Gefäße des Zorns, die zubereitet sind zum Verderben". Was für eine Gnade Gottes, dass Er seinen Zorn nicht sofort ausübt, sondern in großer Langmut den Menschen in seinem Unglauben erträgt und mit dem Gericht wartet. Denn Er will nicht, dass irgendjemand verloren geht (vgl. 2. Pet 3,9). So lässt er das Evangelium den Menschen weiter verkündigen. In Römer 9,22 steht ohnehin nicht, dass Gott die Ungläubigen, die dort Gefäße des Zorns genannt werden, zum Verderben zubereitet hat. Nicht Gott hat sie zu Gefäßen des Zorns gemacht, sondern sie selbst haben es so gewollt und sind daher zum Verderben zubereitet.

Auch wenn wir das als Menschen nicht verstehen können, müssen wir es so annehmen: Gott hat einerseits Menschen für sich selbst auserwählt, andererseits aber niemand zur Verdammnis erwählt. Das erscheint uns unlogisch. Aber wir können Gott vertrauen, dass das, was Er uns in seinem Wort mitteilt, gut, gerecht und richtig ist. Niemand ist also zur Verdammnis auserwählt worden.

Diesen Punkt schließe ich mit folgendem Gedanken: Die Tatsache, dass Gott Menschen auserwählt, kann für keinen Menschen als Begründung herhalten, dass er sich nicht bekehren müsste. Wir lesen in Gottes Wort, dass jeder Mensch aufgerufen ist, sich zu bekehren und zu Gott umzukehren. Jeder Mensch hat dazu dieselbe Möglichkeit. Denn Gott ist vollkommen gerecht. Aber Gott hat das Recht, Menschen für sich selbst auszuerwählen, um ganz nah bei Ihm zu sein. Er besitzt die Berechtigung, Menschen zum ewigen Leben zu bestimmen (vgl. Apg 13,48), und diese nimmt Er auch in Anspruch. Wir wissen zudem, dass es im Herzen eines Menschen überhaupt keine Hinwendung zu Gott gäbe, wenn Gott nicht in seiner Gnade genau diese bewirkt hätte (vgl. Eph 2,8-10). Gott sei gedankt - Er hat es getan.

Wir können die beiden Seiten - der Souveränität Gottes und der Verantwortung des Menschen -  während unseres Lebens auf der Erde nicht in Einklang bringen. Man hat das mit den beiden Schienengleisen verglichen (eine Schiene steht für die göttliche Souveränität, die andere für die menschliche Verantwortung), die parallel nebeneinander laufen. Erst am Horizont vereinen sie sich (für das menschliche Auge) - also in der Ewigkeit. So werden wir erst im Himmel verstehen, dass Souveränität und Verantwortung keine Gegensätze sind, sondern vollwertig nebeneinander stehen - unser Verstand wird das auf der Erde nicht erfassen können. 

Geht es um eine aktive Auswahl oder nur um ein vorheriges Wissen?

Zur unbiblischen Lehre, Menschen seien zur Verdammnis zuvorbestimmt, gibt es auch ein genauso falsches Gegenextrem. Man spricht vom freien Willen des Menschen. Dabei wird übersehen, dass es diesen absolut freien Willen nie gegeben hat. Schon vor dem Sündenfall hat Gott die Entscheidungsfreiheit durch ein Gebot eingeschränkt. Seit dem Sündenfall ist jeder Mensch als Sklave der Sünde (Röm 6,16.17) unter der Herrschaft Satans, des Gottes dieser Welt, geboren worden (2. Kor 4,4).

Gott habe keine aktive und souveräne Auswahl getroffen, Menschen für sich selbst in Ewigkeit zu besitzen, heißt es beispielsweise. Richtig sei vielmehr, dass Er im Vorhinein wusste, wer sich bekehren und an den Herrn Jesus glauben würde. Und genau diese Menschen habe Er daher auserwählt.

Natürlich ist wahr, dass Gott schon immer alles im Vorhinein weiß. Aber die Schlussfolgerung, das sei die Auserwählung vor Grundlegung der Welt, steht nicht im Einklang mit Gottes Wort.

  • Manche folgern mit rein menschlicher Logik aus der biblischen Lehre, dass Menschen von Gott auserwählt worden sind: Dann müssen auch Menschen zur Verdammnis auserwählt worden sein.
  • Andere haben erkannt, dass diese Schlussfolgerung falsch ist. Sie aber begehen den Fehler, mit derselben menschlichen Logik abzuleiten: Es kann keine aktive und souveräne Auserwählung vonseiten Gottes geben.

Ihr Argument ist: Gott wäre ungerecht, wenn Er die einen erwählt, die anderen nicht. Denn wenn Er bestimmte Menschen nicht erwähle, hätten diese keine Chance auf Gottes Gnade und den Himmel.

Aus Römer 9,22.23 wird jedoch deutlich, dass es im Bereich der Auserwählung tatsächlich keine Symmetrie gibt: Es gibt eine Auserwählung zur Herrlichkeit, aber keine zur Verdammnis. Aus Vers 22 haben wir gesehen, dass Gott sein Recht nicht in Anspruch nimmt, Menschen zur Verdammnis zuzubereiten. Im Gegenteil! Er erträgt mit vieler Langmut die Gefäße des Zorns. Diese Langmut hat aber ein Ende. Wer sich nicht bekehrt, wird einmal gerichtet werden.

In Vers 23 heißt es dann: „Damit er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat." Die Gefäße des Zorns haben selbst den Weg gewählt, der ins Verderben führt. Wir lesen in diesem Vers allerdings nicht, dass Menschen selbst den Weg der Herrlichkeit gewählt hätten. Nein, Paulus sagt, dass Gott sie dazu bereitet hat. Er hat sie in souveräner, aktiver Wahl dazu bestimmt. Wir bleiben daher bei der Überzeugung: Gott hat wirklich eine Auswahl getroffen, in positiver Hinsicht eine Selektion. Ihm allein gehört dafür die Ehre!

Es wird leicht übersehen, dass auch diejenigen, die Gott diese aktive Wahl absprechen, dem Ihm die Ehre versagen und seine Herrlichkeit als „Auserwähler" letztlich verneinen. Die Lehre, die Gott die Macht und das Vorrecht abspricht, Menschen auszuerwählen, ist nicht besser als die Behauptung, Er habe Menschen zur Verdammnis auserwählt. Beides raubt unserem Gott seine Ehre. Daher sollten wir beides ablehnen, weil es Gott letztlich verunglimpft. 

Wen hat Gott auserwählt?

Als nächstes fragt man sich: Wen hat Gott eigentlich auserwählt? Von wem spricht der Apostel Paulus in Epheser 1,4, wenn er schreibt, dass der Gott und Vater „uns" auserwählt hat? Er selbst bezieht sich mit ein, genauso wie die Epheser. Diese hatte er angeschrieben als „Heilige und Treue in Christus Jesus, die in Ephesus sind". Offenbar meint er die Erlösten, die zur Versammlung (Gemeinde) Gottes gehören. Sie alle sind - ausnahmslos - und persönlich auserwählt worden. Dies ist sehr wichtig. Gott setzt Personen zur Erlangung der Errettung (1. Thes 5,9), Gott wählt Personen zur Errettung (2. Thes 2,13), und Gott „auserwählt" Personen nach seiner Vorkenntnis (1. Pet 1,2). Alle diese drei Stellen liegen auf der Linie von Epheser 1,4.

Im Blick auf das Volk Israel lesen wir von einer allgemeinen, nationalen Auswahl oder Auserwählung. Das ist in Epheser 1,4 ganz anders. Hier ist sie persönlicher Natur. Es geht also nicht um die Auserwählung der Versammlung (Gemeinde) Gottes, sondern um die Auserwählung der Erlösten ganz individuell.

Paulus schreibt davon, dass Gott „uns" auserwählt hat, jeden einzelnen Gläubigen. Das wird in den Folgeversen sehr deutlich. Zur Sohnschaft (V. 5) ist nicht die Versammlung, sondern jeder Erlöste bestimmt worden. Begnadigt worden (V. 6) ist ebenso der Gläubige, die Erlösung ist persönlicher Natur usw. Das festzuhalten ist insofern von Bedeutung, als manche Ausleger durch eine gemeinschaftliche Auserwählung die souveräne Gnadenauswahl des Einzelnen umgehen. Aber in diesen Versen wird deutlich gelehrt, dass jeder Erlöste persönlich auserwählt worden ist. Diese Auserwählung gilt somit für diejenigen, die auf das Erlösungswerk Christi zurückblicken können und in der Gnadenzeit leben, auf die sich Paulus im Epheserbrief bezieht. David beispielsweise besaß wie alle Gläubigen des Alten Testaments zweifellos Leben aus Gott. Aber er konnte sich nicht auf ein vollbrachtes Erlösungswerk stützen und besaß somit auch kein „Leben in Überfluss" (Joh 10,10). Denn das Bewusstsein erfahrener Erlösung, auf die sich der Erlöste heute stützen kann, macht diesen Überfluss aus. Er hat die vollkommene Offenbarung Gottes in Christus (Joh 1,4.18), die es vorher nicht gab. Zu diesem ewigen Leben, dem Leben im Überfluss, hat Gott uns bestimmt (Apg 13,48).

Dass Gott uns, die wir so klein sind im Vergleich zum sichtbaren Universum - noch viel kleiner im Vergleich zur unsichtbaren Schöpfung - auserwählt hat: Was soll man zu diesem unergründlichen Handeln Gottes sagen? Voller Dankbarkeit beugen wir uns vor dem, der alles erfüllt und sich selbst genug ist, nieder. Er wollte Menschen erretten und für seine Herrlichkeit besitzen. Unfassbare Liebe! 

Aus welcher Grundmenge hat Gott auserwählt?

Nun stellt sich die Frage: Aus welcher „Grundgesamtheit" (wie man das mathematisch ausdrücken würde), hat Gott diese Erlösten eigentlich auserwählt? Es gibt dazu zwei Vorschläge:

  • aus allen Menschen
  • aus allen Gläubigen aller Zeiten (also aus den verschiedenen Familien 1 Der Apostel Paulus spricht in Epheser 3,15 davon, dass es verschiedene Familien in den Himmeln und auf der Erde gibt, mit denen sich Gott verbindet: Eine besteht zum Beispiel aus den Gläubigen des Alten Testaments aus dem Volk Israel, eine andere aus denen aus den Heiden. Dann gibt es heute die Versammlung (Gemeinde), und es gibt die vielen Kinder, die heimgegangen sind, bevor sie das Alter der Verantwortung erreicht hatten (vgl. Jona 4,11; Mt 18,10). Usw. )

Klar, dass manche den zweiten Vorschlag bevorzugen. Damit geht man dem Argument aus dem Weg, die Nicht-Auserwählten hätten gar keine Chance, die Herrlichkeit zu erreichen. Aber zwei Verse in 1. Korinther 1 sprechen dagegen: „Das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache; und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt und das, was nicht ist" (1. Kor 1,27.28).

In diesen Versen ist von der Auserwählung der Erlösten die Rede. Und Paulus zeigt sehr deutlich, dass Gott sie aus der Welt auserwählt hat. Es geht hier nicht darum, dass die Gläubigen der Gnadenzeit eine himmlische Stellung besitzen, die sie von den Gläubigen aller anderen Zeiten unterscheidet (das ist das Thema von Epheser 1). Sondern es wird deutlich, was ihre Herkunft ist: Sie sind zum größten Teil Törichte, Schwache und Unedle in dieser Welt gewesen. Solche hat Gott aus der Welt auserwählt. Vergessen wir dabei allerdings nicht, dass die Auserwählung vor Grundlegung der Welt geschah, das heißt, bevor irgendein Mensch lebte! 

Woher weiß man, dass man von Gott auserwählt worden ist?

Natürlich ist es eine spannende Frage: Bin ich von Gott auserwählt worden? Aber diese Frage stellt sich dem natürlichen Menschen nicht. Jeder wird aufgefordert, Buße zu tun. Denn Gott ist ein „Heiland-Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1. Tim 2,4). Daher wirkt Gott an jedem Menschen in der einen oder anderen Weise, um ihn zur Einsicht seiner Sünden und zur Bekehrung zu bringen. Tut der Mensch das nicht, geht er verloren. Er geht also verloren, weil er sich nicht bekehrt und Jesus Christus als Retter abgelehnt hat. Er hat sich die Verdammnis selbst zuzuschreiben.

Wer sich aber bekehrt hat, darf und sollte auch wissen, dass er auserwählt worden ist. Warum kann man das sicher sagen? Der Apostel Paulus konnte im Blick auf die Gläubigen in Thessalonich sagen: „wissend, von Gott geliebte Brüder, eure Auserwählung" (1. Thes 1,4). Wie konnte der Apostel etwas von dem wissen, was Gott vor Grundlegung der Welt getan hat? Weil sie sich bekehrt hatten und diese Umkehr für alle unübersehbar war (vgl. 1. Thes 1,3.6-10). Das neue, ewige Leben hatte sich in ihrem Verhalten deutlich zu erkennen gegeben. 

Bildliche Hinweise auf die Auserwählung

Gott ist so groß, dass Er uns in Römer 9 Hinweise aus dem Alten Testament gibt, wie wir die Auserwählung verstehen sollen. Wir haben gesehen, dass alttestamentliche Gläubige nicht zu den Auserwählten im Sinn von Epheser 1,4 gehören. Aber das Prinzip der Auserwählung hat Gott schon im Alten Testament offenbart. In Römer 9,6-9 zeigt uns der Apostel Paulus, dass nicht verwandtschaftliche Beziehungen zur Auserwählung führen, sondern Gottes Auswahl. Er hat Isaak als Sohn der Verheißung gewählt, nicht Ismael, obwohl beide von demselben Vater stammten. So ist es auch heute. Nicht Abstammung macht uns zu Auserwählten, sondern Gottes souveräne auswählende Gnade.

In Römer 9,10-13 lernen wir, dass Zeit für Gott keine Rolle spielt. Er konnte Jakob den Vorrang vor Esau geben, bevor die beiden geboren worden waren. So hat Gott uns vor Grundlegung der Welt auserwählt, bevor es auch nur einen Gedanken außerhalb von Gott an uns Menschen gab. Zudem sehen wir hier, dass der Vorsatz Gottes nach Auswahl und nicht aus Werken ist. Es liegt einzig und allein an dem Berufenden - an Gott selbst. Weder natürliche Vorzüge, die Esau besaß, noch persönliches Versagen, das wir bei Jakob finden, beeinflusste die Auswahl. Es kommt allein auf die souveräne auswählende Gnade Gottes an.

Römer 9,14-18 lehrt uns dann, dass Gottes Gnade sowohl gegen das sündigende Israel als auch gegen den rebellierenden Pharao tätig war. Wie viel Gnade erwies Gott diesem Mann, indem Er sich immer wieder an dessen Gewissen richtete! Dieser aber verhärtete mehrfach sein Herz trotz erwiesener Gnade Gottes. So wird er sich nie darauf berufen können, es habe an Gottes Langmut ihm gegenüber gemangelt. Und das Volk Israel? Es hat zu seiner Begnadigung nichts beitragen können. Durch ihren Götzendienst haben sie sich selbst das Verdammungsurteil Gottes zugezogen. Und dennoch erlebten sie das Erbarmen Gottes. War das Volk besser als der Pharao? Nein. Die Verurteilung auch des Volkes Israel wäre gerecht gewesen. Dass Gott sich dann aber des Volkes erbarmt, ist nicht ungerecht. Es ist seine souveräne Gnade.

Noch eine letzte Illustration, die bewährte Ausleger verwendet haben. Der natürliche Mensch wird nicht eingeladen, seine Auserwählung zu bedenken. An ihn richtet sich der Appell, Buße zu tun. Nun hat man die Bekehrung eines Menschen verglichen mit dem Durchgang durch ein großes Tor. Jeder Mensch liest auf dem Tor: „Tu Buße und glaube an das Evangelium!" Nachdem ein Mensch seine Sünden bekannt hat und durch das Tor gegangen ist, dreht er sich um. Und was sieht er dort? Staunend stellt er fest, dass sein Name schon immer von innen an diesem Tor eingraviert war. Dort steht: „XXX - auserwählt vor Grundlegung der Welt!" So darf es uns Gläubigen ergehen. Nach unserer Bekehrung staunen wir über die Liebe Gottes, die uns nicht nur zur Umkehr geführt hat, sondern eine ewige Liebe ist. Wir sind auserwählt worden vor Grundlegung der Welt in Christus, unserem Herrn. 

Zum Schluss

Diese Gedanken sind nur ein paar Skizzen zu der herrlichen Wahrheit: Gott hat Menschen aus Liebe in Christus auserwählt, seine Herrlichkeit zu teilen. Es übersteigt unser Fassungsvermögen, das im Einzelnen zu verstehen. Wichtig ist, immer daran festzuhalten, dass Gott gerecht ist. Er handelt gemäß seiner eigenen Gerechtigkeit. Wenn wir diesen Gedanken auch nur einen Augenblick aufgeben, kommen wir zu falschen Schlussfolgerungen. So würden wir diese herrliche Wahrheit zerstören. Wenn wir aber in Einfalt einfach das annehmen, was Gott gesagt hat, gibt es viel Anlass, Ihn anzubeten. Gott wurde tätig - und wir Menschen sind die Gegenstände seines Handelns in Liebe, und das vor Grundlegung der Welt. Sein Name sei dafür ewig gepriesen! 2 Auch wenn der Artikel vergleichsweise lang ist, sind damit manche Aspekte des Themas zu kurz gekommen. Wer sich weitergehend mit der Auserwählung beschäftigen möchte, kann sich noch folgende ältere FMN-Artikel anschauen: Heft 3/2009; Heft 3/2002; Heft 2/2001. Zudem empfehlen wir gerne das wertvolle Buch: Mit Jesus Christus beginnen von H. L. Heijkoop (S. 33-44).

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William Kelly: Es ist wichtig zu erkennen, dass der Apostel nicht von einem passiven Zuvorerkennen spricht, als ob Gott nur zuvor sah, was einige sein, tun oder glauben würden. Seine Vorkenntnis ist von Personen, nicht von ihrem Zustand oder Handeln.

 

Roger P. Daniel: Einige argumentieren, Gott wusste, wer sich bekehren würde, und diese habe Er dann auserwählt. Das ist Unsinn! Es würde Gott dem Menschen unterordnen und zumindest einen Funken an Gutem bei uns voraussetzen, auch einen freien Willen. Das macht Auserwählung letztlich zu einer Farce und nimmt Gott seine Souveränität. Gott aber ist souverän!


Folge mir nach - Heft 10/2014


Fußnoten:

1 Der Apostel Paulus spricht in Epheser 3,15 davon, dass es verschiedene Familien in den Himmeln und auf der Erde gibt, mit denen sich Gott verbindet: Eine besteht zum Beispiel aus den Gläubigen des Alten Testaments aus dem Volk Israel, eine andere aus denen aus den Heiden. Dann gibt es heute die Versammlung (Gemeinde), und es gibt die vielen Kinder, die heimgegangen sind, bevor sie das Alter der Verantwortung erreicht hatten (vgl. Jona 4,11; Mt 18,10). Usw.

2 Auch wenn der Artikel vergleichsweise lang ist, sind damit manche Aspekte des Themas zu kurz gekommen. Wer sich weitergehend mit der Auserwählung beschäftigen möchte, kann sich noch folgende ältere FMN-Artikel anschauen: Heft 3/2009; Heft 3/2002; Heft 2/2001. Zudem empfehlen wir gerne das wertvolle Buch: Mit Jesus Christus beginnen von H. L. Heijkoop (S. 33-44).