21.05.2013 Jesus Christus / Gott | Dienst

Innerlich bewegt! – vom Herrn Jesus lernen

Um uns herum ist wirklich viel Elend, Trauer und Not. Jeden Tag türmen sich die Schreckensnachrichten nur so vor uns auf und wir haben manchmal echt Mühe, das alles recht zu verarbeiten, zu sortieren, um nicht den Halt in unserem Leben zu verlieren. Es kann aber auch sein, dass wir manchmal kalt bleiben – dass wir völlig unterkühlt sind, weil wir uns an die Not gewöhnt haben und vielleicht gar nicht mehr so richtig empfinden, dass alles das Folgen der ersten Sünde sind.

Es ist sehr zu Herzen gehend, wenn Du den Herrn Jesus beobachtest, wie Er mit all der Not, den Folgen der Sünden umgegangen ist. Er hatte in jeder Situation die richtige Reaktion, volles Mitempfinden, tiefe Gefühle, ein offenes Herz und das passende Wort zur richtigen Zeit. Im Neuen Testament, den Evangelien, werden einige Begebenheiten berichtet, wo Jesus „innerlich bewegt“ war. Wörtlich bedeutet das, dass sich „seine Eingeweide umdrehten“, es drehte Ihm den Magen um, er war aufs Tiefste berührt, wenn er das Elend sah. Das war kein oberflächliches Mitempfinden, sondern echte, ungeheuchelte Gefühle, die unser Herr hatte, weil Er die Menschen mit den Augen Gottes sah.

Wenn ich den Herrn Jesus so kennenlerne, dann habe ich den tiefen Wunsch Ihm ähnlicher zu werden auch so zu empfinden, wie er empfindet. Hast Du auch diesen Wunsch?

Im Folgenden geht es darum, Jesus in der Bibel zu erleben, „dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.“ (Jakobus 5,11)

Innerlich bewegt – hirtenlos

„Als er aber die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ (Matthäus 9,36)

Es ist sehr bewegend zu sehen, dass der Herr Jesus nicht nur in einer, oder ganz bestimmten Situationen „innerlich bewegt“ war, sondern, dass die Evangelien immer wieder Begebenheiten schildern, wo der Herr Jesus mit seinem tiefen Mitempfinden präsentiert wird. Genauso ist auch in unserem Leben – da kennt der Herr Jesus jede Not, jeden noch so verborgen gehaltenen Schmerz, jeder innere Verletzung.

Wie empfindest Du gerade im Moment, wo Dich keiner versteht? Der Herr Jesus versteht Dich und ist „innerlich bewegt“ angesichts Deiner Situation!

Kennst Du auch solche Leute die „erschöpft und verschmachtet“ sind, irgendwie führerlos? Die Menschen laufen heute hinter unzähligen Dingen her, aber für Jesus haben Sie keinen Platz im Leben. Es gibt unzählige kaputte Leute, von Lebenskrisen zerstört, an die Droge gefesselt, in Depressionen gestürzt – ausweglos und führerlos. Schau Dich mal um in Deinem Kollegenkreis oder unter Deinen Kommilitonen – ich wünsche mir, dass der Herr Jesus uns die Augen öffnet, das Herz öffnet, um die Menschen so zu sehen, wie Gott sie sieht! Im Anschluss an die Begebenheit, lehrt der Herr Jesus die Jünger, den Herrn der Ernte zu bitten, um Arbeiter auszusenden in seine Ernte (V.37).

Die Ernte ist groß! - Sind wir bereit zu den Leuten zu gehen, über die der Herr „innerlich bewegt“ ist?

Innerlich bewegt – bei Trauer

„Als er sich aber dem Tore der Stadt näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der eingeborene Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und eine zahlreiche Volksmenge aus der Stadt war mit ihr. Und als der Herr sie sah, wurde er innerlich bewegt über sie und sprach zu ihr: Weine nicht!“ (Lukas 7, 12.13)

Wenn man die oben stehende Begebenheit nur flüchtig liest, könnte man meinen, der Herr Jesus wäre ganz schön taktlos vorgegangen. Wie kann er zu der Frau einfach sagen: „Weine nicht!“ Kannte Er denn nicht Ihre Lebensgeschichte? Den Ehemann verloren und jetzt noch den einzigen Sohn … wenn da alles fehl am Platz war, dann aber gewiss nicht die Tränen der Frau. Am Grab von Lazarus (Johannes 11) hatte der Herr selbst noch Tränen vergossen und es ist einfach zu Herzen gehend, wie Jesus auch hier die Situation völlig erkannte. Er wollte Sie nicht zwingen nicht mehr zu weinen, sondern Er sagt ihr aus tiefstem Herzen, das sie nicht weinen brauche, weil Er jetzt da war, Er würde sich der Sache annehmen. Er wollte trösten und den Tod in Leben verwandeln. Wir haben einfach einen genialen Herrn!

Wie gehen wir mit Trauer um? Manchmal meint man, es gäbe keine schwierigeren Situationen als Menschen in Trauer zu helfen, ihnen zu begegnen, sie zu trösten oder vielleicht einfach mit ihnen zu weinen. Bist Du in Trauer über einen wichtigen Menschen in Deinem Leben? Der Herr Jesus ist ganz und gar nicht unbeteiligt, Er ist „innerlich bewegt“ über Deine Situation. Er schaut ganz tief in Dein Herz und kennt Deinen Schmerz. Wir Menschen können verletzen und enttäuschen, aber der Herr Jesus nie.

Innerlich bewegt – bei Hunger

„Als Jesus aber seine Jünger herzugerufen hatte, sprach er: Ich bin innerlich bewegt über die Volksmenge; denn schon drei Tage weilen sie bei mir und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht entlassen, ohne dass sie gegessen haben, damit sie nicht etwa auf dem Wege verschmachten.“ (Matthäus 15,32)

Siehst Du, wie Jesus echt jeder Situation auf geniale Weise begegnet? Wieder einmal war eine Volksmenge bei dem Herrn Jesus, Er hatte viele geheilt, aber jetzt sah er das Problem, dass die Leute nichts zu essen hatten. Er lässt sie nicht hungern und hat schon einen Plan, wie er den Hunger der ganzen Volksmenge stillen kann. Stell Dir einmal vor: 4000 Männer, ohne Frauen und Kinder. Wer sollte da helfen können und das bei 7 Broten und ein paar kleinen Fischen? … Menschlich unmöglich, aber bei Gott nicht. Der Herr war „innerlich bewegt“ über sie und das trieb Ihn dazu auch hier zu helfen.

Was können wir daraus lernen? Vielleicht weißt Du auch um Freunde und Bekannte die Hunger haben. Ich meine jetzt nicht sprichwörtlich Hunger auf eine Scheibe Brot oder Käse. Nein, überleg mal genau, kennst Du jemanden der geistlich Hunger hat? Der vielleicht sogar schon geistlich unterernährt ist? Woran kannst Du das merken?

Bei geistlicher Unterernährung besteht die Gefahr „auf dem Weg zu verschmachten“, man hat die Freude am Herrn, den Gemeindezusammenkünften, der Bibel und dem Gebet verloren.

Wenn Du jemanden kennst, Dir jetzt jemand einfällt, dann lass Dich motivieren hinzugehen und zu ermuntern, Nahrung zu geben. Ist Dir in der letzten Zeit ein Bibelvers, ein Abschnitt oder Kapitel wichtig geworden? Dann geh doch mal hin und teile es mit der Person. Der Herr Jesus ist „innerlich bewegt“, wenn er die geistliche Unterernährung wahrnimmt.

Innerlich bewegt – bei Aussatz

„Und es kommt ein Aussätziger zu ihm, bittet ihn und kniet vor ihm nieder und spricht zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen. Jesus aber, innerlich bewegt, streckte die Hand aus, rührte ihn an und spricht zu ihm: Ich will; sei gereinigt.“ (Markus 1,40.41)

„Aussatz“ ist der ursprüngliche Name für die Krankheit „Lepra“, der Aussatz ist ein schreckliches und doch sehr eindrückliches Bild von der Sünde direkt oder auch von den Folgen der Sünde im Leben eines Menschen. Die Menschen im Alten Testament wurden aus dem Lager Israels ausgeschlossen und mussten ihre Krankheit den anderen Leuten durch einen Ruf „Unrein, unrein!“ (3.Mose 14,45) bekannt machen. Sie waren gebrandmarkt auf Lebzeiten, wenn sie denn nicht geheilt wurden.

Solchen Leuten begegnete auch der Herr Jesus, er war “innerlich bewegt“ über sie, es ließ Ihn ganz und gar nicht kalt, wenn er die Folgen der Sünde in einem so schrecklichen Ausmaß vor Augen hatte. Er wollte reinigen und heilen, und weil Er der vollkommen Reine war, konnte Ihm die Sünde auch nichts anhaben. Er hat sich dadurch nicht verunreinigt.

Was geht in Dir vor, was empfindest Du, wenn Du bei Menschen die Folgen der Sünde so deutlich wahrnimmst? Wenn Du siehst, wie die Sünde einen Menschen zerstört und er ungebremst auf dem Weg in die Hölle unterwegs ist? Ich wünschte mir von Herzen, das würde mich mehr bewegen, Gott würde mir mehr Seinen Blick auf die Menschen zeigen.

Aber es kann auch sein, dass vielleicht Dein guter Freund/in, Dein Mitbruder, Deine Mitschwester bei Dir in der örtlichen Gemeinde ein Problem mit Sünde in Ihrem Leben hat. Vielleicht weißt Du darum – bist Du „innerlich bewegt“ darüber?

Innerlich bewegt – aber keine Mitleiden und keine Tröster gefunden

„Der Hohn hat mein Herz gebrochen, und ich bin ganz elend; und ich habe auf Mitleiden gewartet, und da war keines, und auf Tröster, und ich habe keine gefunden.“ (Psalm 69,20)

Es bewegt einen sehr, dass unser Herr, der „innerlich bewegt“ war, wenn er die Folgen der Sünden erlebte, niemanden fand, der auch nur ein wenig mitempfinden konnte, wie er empfand. Kein Tröster, kein Freund, der Ihm bis zum Ende die Treue hielt. Und trotzdem hat sich unser Herr Jesus nicht – ja, kein Stück – verändert.