20.08.2010Lebensbilder | Persönlicher Glaube | Buchbesprechungen

Das Leben Albert Winterhoffs (Buchbesprechung)

Das Leben Albert Winterhoffs

Zusammengestellt von Andreas Steinmeister

„Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und den Ausgang ihres Wandels anschauend, ahmt ihren Glauben nach" (Heb 13,7).

Es ist etwas äußerst Beeindruckendes, von den Glaubens- und Lebenserfahrungen solcher Glaubensmänner zu lernen, die ihr Leben wirklich mit dem Herrn Jesus und mit Gott, unserem Vater, gelebt haben. Die sich für ein Zugticket angestellt haben, auch wenn sie noch kein Geld dafür in der Tasche hatten. Zu diesen Glaubenszeugen gehört auch Albert Winterhoff. Die Zusammenstellung einiger seiner Erlebnisse gibt einen Eindruck vom Leben und der Hingabe dieses Glaubensmannes. Natürlich sollen wir nicht Menschen verehren und verherrlichen. Das aber ist auch nicht die Absicht von Andreas Steinmeister, der diese Fakten zusammengetragen hat. Das wird auch dadurch deutlich, dass ja nicht nur hervorragende Charaktereigenschaften und Entscheidungen von Albert Winterhoff genannt werden. Wenn man persönlich Glauben hat, und den Kaffee weitergibt, den man selbst in einer Zeit größter Not geschenkt bekommt, ist das eine Sache. Kann ich das aber auch für meine Frau mitentscheiden? Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass dieser Glaubensmann zuweilen recht hart mit seiner Ehefrau umging ...

Albert Winterhoff wurde 1875 geboren und ging 1953 heim. Er erlebte also die schweren Kriegsjahre des ersten und zweiten Weltkriegs. Er wurde in keiner Familie groß, die ihn zu Christus hin aufzog. Durch seinen späteren Schwager wurde er zum Herrn geführt, der ihn dann in seine Schule nahm. Über ein Missionsstudium in Bonn und andere Stationen führte ihn sein Weg in die Arbeit als Evangelist, aber nicht von Menschen sondern von Gott dazu berufen. 1906 heiratete Albert Winterhoff Wilhemine Simon. Zusammen gingen sie den dornigen Weg, die Gedanken Gottes nicht nur über den persönlichen Glaubensweg, sondern auch über das gemeinsame Glaubensleben der Kinder Gottes zu erkennen.

Nach und nach erkannte Albert Winterhoff auch, dass der Herr für ihn etwas anderes vorgesehen hatte, als bis zum Pensionsalter in einem weltlichen Beruf zu arbeiten. 1913 gab er seinen Beruf auf, um sich ganz dem Werk des Herrn zu widmen. Seine Erfahrungen in dieser Zeit, die man in diesem Heft nachlesen kann, sind äußerst beeindruckend.

In diese Zeit fiel auch, dass er mit Christen in Verbindung kam, die sich zum Namen des Herrn Jesus hin versammelten, ohne Bischof, Gemeindeleiter etc. Das beeindruckte ihn und war auch nach seinen eigenen Überzeugungen der richtige „Weg" nach der Schrift. So wurde ihm klar, dass er diesen Weg und nur ihn ebenfalls gehen wollte. Warum die Brüder in Haspe ihn nicht ermunterten, nun auch hier als Evangelist allein für den Herrn zu arbeiten? Die Frage ist nicht zu klären. In dem Heft heißt es: „Der Herr gab schon bald die Antwort: ‚Geh zurück in deinen Beruf und diene mir in deiner Freizeit', war das nicht zu überhörende Wort des Herrn." Später machte der Herr ihm und anderen wieder deutlich, dass sein Platz war, dem Herrn ganzzeitlich zu dienen.

Es führt zu weit, an dieser Stelle auf die vielen weiteren Einzelheiten der Lebensbeschreibung Winterhoffs einzugehen. Wer einen Eindruck erhalten möchte, was ein Gott geweihtes Leben eigentlich ausmacht, wird an diesem Heft nicht vorbeikommen. Es ist als Edition „Folge mir nach" 1999 bei der Christlichen Schriftenverbreitung, Hückeswagen, erschienen und umfasst 64 Seiten.

Abschließende noch eine Episode, die mich selbst beeindruckt hat: „In der Zeit traf Albert im Zug einen Mann, der ihm besonders auffiel. Albert verteilte gerade in verschiedenen Abteilen Traktate und sprach mit den Reisenden über das Heil in Christus. Plötzlich sprang der Mann auf und beschimpfte den treuen Knecht Jesu: ‚Verschwinden Sie sofort aus dem Abteil, und werfen Sie das Zeug weg! Man braucht diesen Nazarener nicht.' Dabei griff er Albert an und zerrte ihn, so dass der Zugführer herbeigerufne wurde und eingreifen musste. In sanftem Ton sagte Albert diesem unbeherrschten Mann: ‚Lieber Mann, Sie brauchen den Heiland, sonst gehen Sie für ewig verloren. Gott sucht Sie. Verweigern Sie nicht seine Liebe, sonst ist es einmal zu spät.'" - Dieser Mann war: Adolf Hitler ... Auch er hat einmal das Evangelium der Gnade gehört. Diesen Mut Albert Winterhoffs wünsche ich mir und Dir.