18.03.2011 Versammlung / Gemeinde

Was ist biblische Zucht?

Nicht allein der Ausschluss ist Kirchenzucht!

Was oft unter Kirchenzucht verstanden wird, nämlich der Ausschluss aus der Versammlung, ist tatsächlich nur das Ende der Zucht, die letzte und äußerste Maßnahme der Zucht, nachdem sich alle Versuche zur Zurechtbringung des Irrenden als fruchtlos erwiesen haben. Nichts könnte dem Geist Gottes und der Gnade Christi mehr widersprechen, als mit dem Ausschluss aus der Versammlung oder Kirche anzufangen; das hieße, das zum ERSTEN Schritt zu machen, was der allerletzte hätte sein sollen, denn das Ziel der Zucht sollte sein, jenen extremen und ernsten Akt der Kirchenzucht zu verhindern. Denn so wahr es auch ist, dass eine Gemeinde, die sich weigert, göttliche Zucht auszuüben, nicht mehr länger als eine Versammlung Gottes betrachtet werden kann, wird doch eine Versammlung, die sich einer übereilten und verfrühten Zuchthandlung schuldig macht, ihr eigenes Urteil aussprechen und erfahren, dass der "Richter vor der Tür" steht.

Was würden wir über einen Arzt sagen, der gerufen wird, um ein krankes Bein zu behandeln, wenn er damit begänne, es zu amputieren? Oder was würde man von einem Familienvater sagen, der seine Zucht an einem ungehorsamen Sohn damit beginnen würde, dass er ihn aus dem Haus weisen würde? Würde er nicht ein widernatürlicher Vater genannt werden und seine Tat als barbarisch und radikal gebrandmarkt werden?

Erst kommen Bemühungen, dann der Ausschluss!

Und doch, wie oft haben wir von solchen herzlosen Verfahren gehört, wenn in Fällen von sogenannter göttlicher Zucht der erste Ruf lautete: "Ausschluss aus der Versammlung!" Jene heidnischen Seeleute, die "hart ruderten" um Jona (der die Ursache ihres ganzen Unglücks war), sich selbst und das Schiff zu retten, können manchen christlichen Seemännern eine Belehrung sein!

Wie müssen solche grausamen und ungöttlichen Maßnahmen das zarte und liebende Hirtenherz dessen verwunden, der unser Haupt in der Herrlichkeit ist, und dessen letzte Tat, bevor Er zu seinem Vater ging, darin bestand, ein streunendes Schaf zurechtzubringen, ein Schaf, das kein geringeres war als der erste Apostel, dem Er die Schlüssel des Reiches der Himmel anvertraut hatte und der Ihn dreimal verleugnet hatte. Solche richterlichen Verfügungen werden (wie wir regelmäßig erleben), früher oder später das Gericht Gottes über diese Richter bringen und zwar von dem, der Sohn über sein Haus ist, das Haupt der Kirche und der Erzhirte; Er hat vor mehr als 2000 Jahren durch seinen prophetischen Geist in seinem Propheten Hesekiel das Gericht über die falschen Hirten ausgesprochen:

Wir lernen aus der Bibel!

"Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Verwundete nicht verbunden, und das Versprengte führtet ihr nicht zurück, und das Verlorene suchtet ihr nicht; und mit Strenge habt ihr über sie geherrscht und mit Härte. ... Siehe, ich will an die Hirten, und ich werde meine Schafe von ihrer Hand fordern und machen, dass sie aufhören, die Schafe zu weiden, damit die Hirten nicht mehr sich selbst weiden; und ich
werde meine Schafe von ihrem Munde erretten, dass sie ihnen nicht mehr zur Speise seien." (Hesekiel 34,4.10)

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Übersetzt von: Martin Arhelger