Hat Gott sich vielleicht verabschiedet, ohne dass wir es gemerkt haben?

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Stell dir vor, Gott wird Mensch, und keinen interessiert’s. Stellt dir vor, Gott bleibt an Weihnachten aus und niemand merkt es. Stell dir vor, der Mensch bleibt Weihnachten allein zu Haus, und nur Gott spürt es. ... Gott kommt zwar in Jesus Christus den Menschen nahe, aber er steht ihnen nicht zur Verfügung. Und niemand möge sich darauf verlassen, dass die Kirchen in beiderlei Gestalt immer gesagt und gepredigt haben, Gott sei verlässlich gnadenreich und beständig gegenwärtig. Aber es gab auch schon Zeiten, in denen Gott der Menschen müde wurde. Der Prophet Jesaja – mit seinen Weissagungen sonst ein verlässlicher Lieferant weihnachtlicher Feststimmung – klingt mitunter heftig: „Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin’s müde, sie zu tragen“ (Jesaja 1,14); und er schließt wenige Zeilen später die Mahnung an: „Wohlan, so hört, ihr vom Hause David: Ist’s euch zu wenig, dass ihr Menschen müde macht? Müsst ihr auch meinen Gott müde machen?“ (Jesaja 7,13). Kann uns das auch passieren? ... Kann es sein, dass Gott sich längst verabschiedet hat aus unseren Breiten, um Gegenden aufzusuchen, die mehr Inbrunst und Sehnsucht, mehr Ernsthaftigkeit und Gottessuche an den Tag legen? Sind wir Weihnachten allein zu Haus, weil Gott sich verabschiedet hat, ohne dass wir es gemerkt haben? ...

Aus: Der Tagesspiegel, 24.12.2012, von Thies Gundlach

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