Meine Gnade genügt dir (2.Kor. 12,9)

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Ein Evangelist hatte einen Abends über die Gnade Gottes gesprochen und wie sie für alles genügt. Am nächsten Tag wandte sich eine Zuhörer an ihn in der Absicht, ihn in Verlegenheit zu bringen.

"Haben Sie die Gnade, die genügt, dem Märtyrertod standhaft entgegenzugehen?" - "Nein", antwortete er. - "Wünschen Sie sich denn nicht, die Gnade dazu zu besitzen?" - "Keineswegs! Das Einzige, was ich im Moment brauche, ist die Gnade, die genügt für die drei Versammlungen, die ich vorhabe. Für das, was in der Zukunft liegt, vertraue ich mich Dem an, der gesagt hat: Meine Gnade genügt dir."

Das war eine gute Antwort. Wir bereiten uns oft Sorgen durch nutzlose Beunruhigungen. Wenn wir einen Bericht über Märtyrer lesen, die singend in den Tod gingen, fragen wir uns: "Hätte ich den Mut, ebenso zu handeln?" Wenn wir leidende Menschen antreffen, die durch die Gnade Gottes ihre Schmerzen geduldig ertragen, sind wir bekümmert bei dem Gedanken, dass wir solche Geduld nicht aufbringen würden.

Doch solche Gedanken sind nutzlos. Wir brauchen keine Kraft für eine Arbeit, die nicht von uns verlangt wird, und keine Geduld für eine Prüfung, durch die wir nicht zu gehen haben. Wir müssen uns auf Gott verlassen, der die Geduld im rechten Augenblick gibt und der uns alles gibt, was wir brauchen, um durch eine Prüfung zu gehen, wenn Er uns dazu beruft.

So ruhn wir froh den Blick auf Dich gewandt,
geborgen in dem Schatten Deiner Hand.

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