14.12.2007Jesus Christus / Gott

HERR, Jehova, Jahwe

Das Volk Israel und der Name Gottes

Das Alte Testament, die Bibel Israels, ist in hebräischer Sprache geschrieben [Fußnote 1] . Eine Besonderheit dieser Sprache ist, dass in ihr normalerweise nur die Konsonanten (Mitlaute) geschrieben werden, während die dazugehörigen Vokale (Selbstlaute) beim Lesen ergänzt werden müssen. In den frühen hebräischen Handschriften des Alten Testaments wurde der Name Gottes nur mit den vier Konsonanten JHWH geschrieben (das so genannte „Tetragramm“). Die richtige Aussprache war den Israeliten ursprünglich wohl bekannt.

[Fußnote 1: Einige wenige Kapitel sind in aramäischer Sprache verfasst, die dem Hebräischen nahe verwandt ist; siehe weiter unten. Ende der Fußnote 1]

Aufgrund der Vorschrift des dritten Gebotes in 2. Mose 20,7: „Du sollst den Namen JHWH deines Gottes nicht zu Eitlem aussprechen“, wurde dieser heilige Name Gottes nur sehr selten verwendet. Nach einer alten jüdischen Überlieferung nahmen ihn schließlich nur noch die segnenden Priester am großen Versöhnungstag in den Mund.

Nach der Vollendung des Alten Testaments, das heißt seit dem 4. Jahrhundert vor Christus, wurde der Name JHWH von den Juden aus heiliger Scheu überhaupt nicht mehr benutzt, obwohl das dritte Gebot sich nicht gegen den Gebrauch, sondern gegen den Missbrauch dieses Namens Gottes richtete. Beim Vorlesen der Heiligen Schrift ersetzte man JHWH durch das hebräische Wort Adonaj, das „(mein) Herr“ bedeutet.

Nach der babylonischen Gefangenschaft wurde das Aramäische, eine dem Hebräischen verwandte Sprache, die Umgangssprache der Juden in Palästina. Viele Juden, die in der Zerstreuung lebten, sprachen jedoch Griechisch. So beschränkte sich der Gebrauch des Hebräischen, der Sprache der Bibel, mehr und mehr auf die Zusammenkünfte in den Synagogen. Als im 3.–2. Jahrhundert vor Christus in der ägyptischen Stadt Alexandrien eine Übersetzung des hebräischen Alten Testaments ins Griechische vorgenommen wurde (die Septuaginta), wurde nicht der hebräische Name JHWH, sondern die stattdessen gesprochene hebräische Bezeichnung Adonaj durch das griechische Wort kyrios (κύριος), das heißt „Herr“, wiedergegeben [Fußnote 2].

[Fußnote 2: In einigen Handschriften der Septuaginta kommt im griechischen Text der Name JHWH mit hebräischen Buchstaben vor. Ungeklärt ist, ob dies auf eine anfängliche Gewohnheit oder auf eine spätere, konservative „Revision“ zurückgeht. – Einige hebräische Bibelhandschriften, die man in Qumran am Toten Meer fand, weisen eine ähnlich konservative Haltung auf. Im Unterschied zum übrigen Text, der die übliche hebräische Quadratschrift aufweist, ist der Name JHWH mit althebräischen Buchstaben geschrieben. Ende der Fußnote 2]

Nicht nur in der Septuaginta, sondern auch in der weit verbreiteten lateinischen Vulgata („die allgemein Gebräuchliche, Volkstümliche“), die der Kirchenvater Hieronymus um 400 nach Christus nach den hebräischen und griechischen Grundtexten übersetzte, erscheint der Name JHWH als Herr (lat. Dominus). Es ist daher verständlich, dass Martin Luther, als er die Bibel ins Deutsche übersetzte, statt JHWH immer HERR mit Großbuchstaben (Kapitälchen) schrieb, um diesen Namen von Adonaj (Herr in normaler Schrift) zu unterscheiden. Viele Bibelübersetzer sind ihm darin gefolgt.

Als die Kenntnis der hebräischen Sprache und das richtige Verständnis des Alten Testaments bei den Juden immer mehr zu schwinden drohte, machten sich im Mittelalter (7.–10. Jahrhundert) jüdische Schriftgelehrte, die Mas(s)oreten („Überlieferer“), daran, den hebräischen Text der Bibel mit zusätzlichen Zeichen zu versehen, damit ein für alle Mal feststand, wie er zu lesen war. Bei dem Namen JHWH verfuhr man dabei folgendermaßen: Man versah die Konsonanten mit den Vokalzeichen des Wortes A-dO-nA-j (hebr. „Herr“), das ja, wie wir sahen, sowieso vorgelesen wurde, wobei auf Grund eines hebräischen Lautgesetzes das erste a zu e geworden sein soll. Eine Ausnahme bildeten die Stellen, in denen es im hebräischen Bibeltext Adonaj JHWH hieß. Um zu vermeiden, dass zweimal nacheinander das Wort Adonaj gesprochen wurde, schrieb man in diesen Fällen die Vokale des Wortes E-lO-hIm („Gott“) zu den Buchstaben JHWH und las dann Adonaj Elohim („Herr Gott“ bzw. „Gott, der Herr“), wie z. B. in 1. Mose 15,2 und Josua 7,7.

Jehova oder Jahwe?

Während die Juden den Namen JHWH gar nicht in den Mund nehmen, waren es, soweit wir wissen, christliche Theologen, die erstmals im 14. Jahrhundert den hebräischen Namen Gottes JHWH mit den dabeistehenden Vokalzeichen „kombinierten“ und daraus Jehova lasen. Eine allgemeine Verbreitung hat der Name Jehova nicht gefunden. In der im 19. Jahrhundert erfolgten Elberfelder Bibelübersetzung wurde er jedoch verwendet.

Zur gleichen Zeit mehrten sich allerdings die Stimmen von Wissenschaftlern, die die Schreibung und Aussprache des Namens Jehova schlichtweg für falsch erklärten und stattdessen für die Form Jahwe(h) eintraten. Heute wird die Form Jahwe im Allgemeinen als die allein richtige angesehen. Dafür werden folgende Gründe angeführt:

1. Das Wort Jehova ist ein künstliches, von Christen, d. h. Nichtjuden, konstruiertes unzulässiges Gebilde, das durch die Kombination der Konsonanten des Namens JHWH mit den Vokalen des Wortes Adonaj entstanden sei.

2. Außerbiblische Zeugnisse weisen eher auf die Form Jahwe hin. In den Papyrusfunden von Elephantine (Ägypten), die aus dem Ende der alttestamentlichen Zeit (4. Jahrhundert v. Chr.) stammen, wird der Name Gottes JHW geschrieben, was auf eine Aussprache wie Jahu hinweist. – In einigen griechischen Texten der Funde von Qumran am Toten Meer (2.–1. Jahrhundert v. Chr.) wird der Name Gottes JAO geschrieben. – Die frühen christlichen Kirchenväter übertrugen ihn in der (samaritanischen) Schreibweise Iaoue oder Jabe ins Griechische. – Außerdem gibt es verschiedene biblische Eigennamen, in denen am Schluss der Name JHWH in der Kurzform -Jahu vorkommt: Jirmejahu (Jeremia), Elijahu (Elia), Schephatjahu (Schephatja).

3. Sprachlich wird der Name JHWH – sicherlich zu Recht – von dem hebräischen Verb haja „sein“ abgeleitet (vgl. 2. Mo 3,14: „Ich bin der ich bin“).

Diese Gründe sprechen nach Ansicht vieler Wissenschaftler dafür, den alttestamentlichen Namen Gottes Jahwe zu schreiben.

Demgegenüber steht, dass eindeutige Angaben über die frühere richtige Aussprache des Namens JHWH nicht vorhanden sind. Ob es die hebräische Aussprache Jahwe tatsächlich und ausschließlich gegeben hat, ist nicht endgültig bewiesen. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass die Vokale von Adonaj (a-o-a) mit der von Jehova (mit kurzem, unbetonten e) nicht übereinstimmen, während dann, wenn Elohim gelesen wird, die Punktierung (d. h. die hebräische Vokalbezeichnung) völlig identisch ist (e-o-i). Wenn die Vokale von Jehova diejenigen des Wortes Adonaj wären, würde man in der ersten Silbe Ja- (Jahova) erwarten. Es ist daher möglich, dass Jehova wirklich die richtige Aussprache war, die Juden aber aufgrund von Bibelstellen wie 2. Mose 20,7 und 3. Mose 24,11 stattdessen unabhängig von den dastehenden Buchstaben Adonaj lasen. Weiterhin ist es auffällig, dass es im Alten Testament eine Reihe von zum Teil sehr alten Eigennamen gibt, die mit dem Namen JHWH in verkürzter Form als Jeho- beginnen: Jeho-schuav (Josua), Jeho-schaphat (Josaphat) usw.

Aus den angeführten Tatsachen wird deutlich, dass uns die ursprüngliche Aussprache des Namens JHWH nicht bekannt ist. Sie kann daher ebenso gut Jehova wie Jahwe gelautet haben.

Die Bedeutung des Namens JHWH

Über die Bedeutung des Namens JHWH besteht heute wohl kein Zweifel mehr. Wie bereits erwähnt, leitet er sich von dem hebräischen Verb für „sein“ (haja oder älter hawa) her. Gott selbst gibt Mose die Erklärung für seinen Namen. In 2. Mose 3,13-15 heißt es: „Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und zu ihnen spreche: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie zu mir sagen werden: Was ist sein Name?, was soll ich zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: ‚Ich bin der ich bin’ (hebr. ehjeh ascher ehjeh). Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israel sagen: ‚Ich bin’ (hebr. ehjeh) hat mich zu euch gesandt. ... Das ist mein Name auf ewig, und das ist mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht.“ Die Worte: „Ich bin, der ich bin“ stehen in einer Zeitform, die ebenso gut mit: „Ich werde sein, der ich sein werde“ übersetzt werden kann. In diesen Worten kommt nicht nur die Tatsache zum Ausdruck, dass Gott der Unwandelbare, Unveränderliche ist, sondern auch, dass Er der Einzige ist, der mit Recht sagen konnte: „Ich bin“. Alle anderen Wesen beziehen ihre Existenz von Ihm; Er allein ist der Ewige, der Ewig Seiende.

In 2. Mose 6,2.3 sagt Gott zu Mose: „Ich bin JHWH. Und ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als Gott, der Allmächtige; aber mit meinem Namen JHWH habe ich mich ihnen nicht kundgegeben“. Nun wissen wir, dass bereits Abraham durchaus den Namen JHWH kannte. In 1. Mose 15,2 redete er Ihn sogar mit diesem Namen an. Ja, schon in 1. Mose 2,4 kommt JHWH zum ersten Mal vor, so dass wir annehmen dürfen, dass die Menschen Ihn von Anfang an so kannten. Im Schöpfungsbericht in 1. Mose 1 heißt es immer Gott (hebr. Elohim). Aber in dem Abschnitt, der die Erschaffung von Mann und Frau beschreibt, taucht der Name JHWH auf (vgl. Kapitel 2,4 ff.). Es ist der Name Gottes, den Er in seinem Handeln mit den Menschen, insbesondere später mit seinem irdischen Volk Israel, getragen hat – und, wie ich nicht bezweifle, im Tausendjährigen Reich wieder tragen wird.

Das Wort „kundgegeben“ in 2. Mose 6,3 bedeutet daher nicht nur „mitteilen“, sondern „durch Erfahrung erkennen lassen“. Bei der Berufung und Rettung seines irdischen Volkes Israel offenbarte Gott sich mit diesem Namen in einer besonderen, neuen Weise, wenn Er in dieser Welt für sein Volk eintrat und es „mit starker Hand und ausgestrecktem Arm“ erlöste.

Die Wiedergabe des Namens JHWH im Neuen Testament

Im Neuen Testament, das in griechischer Sprache verfasst wurde, steht in den Zitaten aus dem Alten Testament immer kyrios (d. h. „Herr“), wie schon in der Septuaginta, und zwar meistens ohne Artikel, wie in Matthäus 3,3 (Zitat aus Jesaja 40,3), Matthäus 4,10 (Zitat aus 5. Mose 6,13) und vielen anderen Stellen. Darüber hinaus wird im Neuen Testament Herr ohne Artikel zur Bezeichnung des alttestamentlichen Namens Gottes auch an solchen Stellen gebraucht, wo es sich nicht um Zitate aus dem Alten Testament handelt, z. B. in Matthäus 1,20.22; Lukas 1,58; usw.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Stellen, in denen der Herr Jesus selbst, der ohne Zweifel auch griechisch gesprochen hat, den alttestamentlichen Namen Gottes mit Herr wiedergibt, auch in solchen Fällen, in denen im hebräischen Grundtext verschiedene Bezeichnungen verwendet werden. So ist es zum Beispiel in Matthäus 22,44, wo Er die Worte Davids aus Psalm 110,1 zitiert: „Der Herr (griech. kyrios ohne Artikel anstelle von hebr. JHWH) sprach zu meinem Herrn (ebenfalls griech. kyrios, hier jedoch mit Artikel anstelle von hebr. Adoni [Fußnote 3]): Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege unter deine Füße.“

[Fußnote 3:Hebräisch Adon-i ‚mein Herr’ ist eine Suffix-Form von Adon ‚Herr’, die in der Bibel für Menschen und Gott gebraucht wird, Adonaj ‚Herr’ eine andere Suffix-Form von Adon, die nur für Gott verwendet wird. Ende der Fußnote 3]

In diesem Zusammenhang sollte eine weitere bemerkenswerte Tatsache erwähnt werden. Es gibt im Neuen Testament eine Anzahl unübersetzt gebliebener hebräischer und aramäischer Ausdrücke (z. B. Amen, Belial, Halleluja, Rabbi, Zebaoth), aber kein einziges Vorkommen des Namens JHWH. Besonders auffällig sind die dem Hebräischen und Aramäischen entsprechenden Formen Eli und Eloi („mein Gott“) in dem Ausruf, den der Herr Jesus in seiner tiefsten Not am Kreuz tat: „Eli, Eli, lama sabachthani?“ (Mt 27,46; vgl. Mk 15,34). Das hebräische Eli („mein Gott“) ist eine Form des Gottesnamens El „der Starke“. Interessant ist auch der Ausdruck „der Herr Zebaoth“ in Römer 9,29 und Jakobus 5,4. Er entspricht der hebräischen Bezeichnung JHWH Zebaoth, die im Alten Testament in der nicht revidierten Elberfelder Übersetzung mit „Jehova der Heerscharen“, in der Edition CSV Hückeswagen seit 2003 mit „der HERR der Heerscharen“ wiedergegeben wird, aber im Neuen Testament nicht „der Herr der Heerscharen“, sondern „der Herr Zebaoth“ lautet. Während der Name Gottes JHWH übersetzt wird, bleibt das Wort für „Heerscharen“ unübersetzt! Im griechischen Grundtext des Neuen Testaments steht an diesen Stellen für JHWH wie üblich kyrios (ohne Artikel), für „Heerscharen“ jedoch sabaoth, das heißt keine Übersetzung, sondern ein hebräisches „Fremdwort“.

Hieran wird deutlich, dass der Heilige Geist es war, der in den inspirierten Schreibern des Neuen Testaments wirkte, den Namen JHWH durch griechisch kyrios wiederzugeben. Die Übersetzung von JHWH durch Herr oder HERR hat also eine inspirierte Grundlage im Neuen Testament.

Warum kommt der Name JHWH im Neuen Testament nicht vor? Offenbar war es nicht der Wille Gottes, dass dieser Name von den Christen übernommen wurde. Der Name JHWH ist kennzeichnend für die Beziehung Gottes zu den Menschen, insbesondere zu seinem irdischen Volk Israel (siehe 1. Mose 2,15; 2. Mose 6,3). Dagegen ist „Vater“, ja, „Abba Vater“ (Röm 8,15; Gal 4,6), der Name, der die innige Beziehung der Gläubigen zu Gott in der gegenwärtigen Zeit charakterisiert. Wir dürfen Ihn Vater nennen, weil wir seine Kinder sind. Zu Maria Magdalene sagte Er an Seinem Auferstehungstag: „Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und meinem Gott und eurem Gott“ (Joh 20,17), und Paulus hebt hervor: „Denn durch ihn haben wir beide [Juden und Nationen] den Zugang durch einen Geist zu dem Vater“ (Eph 2,18). Hier haben wir die Dreieinheit des ewigen, seligen Gottes.

JHWH ist ein Name Gottes, der seine Beziehungen zur Schöpfung und besonders mit Seinem irdischen Volk Israel ausdrückt, wie wir gesehen haben. Vater ist Er jedoch nicht erst seit der Schöpfung oder gar erst seit der Menschwerdung seines Sohnes, sondern von Ewigkeit her, weil auch der „Sohn des Vaters“ (s. 2. Joh Vers 3) ewig ist und vor Grundlegung der Welt der vollkommene Gegenstand der Liebe des Vaters war (Joh 17,24). Als der Sohn in die Welt kam, offenbarte Er uns den Vater: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9; vgl. Kap. 1,18). Johannes spricht oft davon, dass der Sohn von Gott gesandt war, aber ebenso oft erwähnt er, dass Er auch vom Vater gesandt war, und das beweist, dass Er Sohn bei dem Vater war, ehe Er Mensch wurde (s. Joh 5,23.36.37; 6,44.57; 8,16.18; 10,36; 11,42; 12,49; 14,24; 17,3.8.18.21.23.25; 1. Joh 4,14).

Schlussbemerkungen

Wir haben gesehen, dass die Frage der korrekten Übertragung von JHWH, dem hebräischen alttestamentlichen Namen Gottes, verschiedene Fragen aufwirft, auf die bisher keine endgültige und abschließende Antwort gefunden worden ist. Die Wiedergabe dieses von den Juden wegen seiner Heiligkeit nicht ausgesprochenen Namens durch den Titel Herr schon in der ältesten Bibelübersetzung (der griechischen Septuaginta) entspricht zwar nicht der Bedeutung dieses einzigartigen Namens des Gottes Israels, doch im Neuen Testament wird durch den Gebrauch von Herr ohne Artikel der besondere Charakter deutlich hervorgehoben. Diese vom Heiligen Geist inspirierte Wiedergabe hat wohl dazu geführt, dass in späteren Bibelübersetzungen auch im Alten Testament allgemein Herr anstatt JHWH verwendet wird. Wenn dieser Titel zusätzlich durch die Benutzung von Großbuchstaben (HERR oder HERR) im Druck deutlich von der gewöhnlichen Schreibweise des Wortes Herr unterschieden wird, kann der Leser sogleich erkennen, dass es sich um den alttestamentlichen Namen Gottes JHWH handelt.

So ist es auch nach reiflicher Überlegung in der „Elberfelder Übersetzung Edition CSV Hückeswagen“ (ab 2003) geschehen und im Vorwort erläutert worden. Gewiss spielt bei jeder Umstellung – und das gilt besonders beim Text des heiligen Wortes Gottes – die Gewohnheit eine oft sehr starke Rolle. Doch bei ausgewogener Betrachtung der verschiedenen Gesichtspunkte sollte die Ersetzung von Jehova durch HERR nicht dazu führen, dass Meinungsverschiedenheiten

(aus: Folge mir nach - Heft 8/2007)