01.10.2007 Ehe & Familie | Persönlicher Glaube

Christ sein - ein sorgenfreies Leben?

Enttäuschung und Entmutigung

Es gibt verschiedenartige Sorgen. Vielleicht erinnerst du dich an die Zeit kurz nach deiner Bekehrung, als alles noch so frisch und voller Leben war. Heute merkst du, dass es nicht mehr so ist, es läuft nicht mehr so flüssig und vielleicht haben dich deine Mitgeschwister enttäuscht , auf die du beim Beginn deines Glaubensweges so vertraut hast. Vielleicht bist du in dein Glaubensleben gestartet mit der Erwartung, dass nun immer alles glatt laufen müsse, und nun bist du niedergeschlagen. Dann denke daran, zu WEM du dich bekehrt hast. Dreh dich einmal um, und schau wieder zurück zu DEM, den du vielleicht mit der Zeit aus dem Auge verloren hast, weil du so "losgeprescht" bist, ohne auf seine Leitung zu warten.  Komm einmal zur Ruhe bei IHM. Er möchte dir deine Füße waschen und dich neu stärken für deinen Weg.  "Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten."  (Psalm 32,8)

Sorge um die Versammlung/Gemeinde

Vielleicht siehst du voller Sorge und Unruhe den Zustand der Versammlung/Gemeinde an deinem Ort und weißt nicht, welchen Weg du gehen sollst. Der Streit und die Meinungsverschiedenheiten unter den Geschwistern machen dir zu schaffen und du erkennst, dass viele Dinge doch nicht nach den Gedanken Gottes sein können. Bist du vielleicht selbst zu weit weg von DEM, der dir den rechten Weg zeigen will? Dann komm einmal zur Ruhe bei IHM und lege deine Not in Aufrichtigkeit vor Ihn. Meinst du nicht, dass Er dir zeigen wird, was sein Wille ist? "Laß mein Schreien nahe vor dich kommen, Jehova; gib mir Einsicht nach deinem Worte!" (Psalm 119,169)

Sorge um Ehepartner und Kinder

Oder du bist voll Sorge um deinen Ehepartner oder deine Kinder, weil sie sich noch nicht bekehrt haben oder einen Weg gehen von dem Herrn weg. Oft ist es dann so, dass man nichts mehr tun kann. Meint man zumindest. Doch eines kannst du tun, und dass ist das effektivste, was du als Gläubiger tun kannst. Gehe ins Gebet, denn das Gebet ist die mächtigste Waffe eines Christen! Wenn deine Bemühungen alle verpufft sind, so stehen dir doch die mächtigen Arme und starken Hände deines Gottes zur Verfügung. Wende dich im Vertrauen an Ihn. Nicht immer wirst du sofort eine Antwort erhalten, vielleicht lässt er dich warten, vielleicht sogar über dein Leben hinaus. Wie viele Gebete von Eltern sind erhört worden, als die Beter schon nicht mehr lebten.

Oder hast du schon aufgegeben? Wir Menschen sind so schnell dabei, andere abzuschreiben. Gott nicht!
Er arbeitet an vielen Menschen bis zum Schluss. Zum Beispiel bei Manasse. Manasse tat schreckliche Dinge, sündigte schlimmer als seine Vorfahren Und das alles, obwohl Manasse aus einem gläubigen und gottesfürchtigen Elternhaus stammte. Sein Vater Hiskia war einer der treusten Könige in Jerusalem. Konnte es da noch eine Möglichkeit zur Umkehr geben? Konnte Gott einem Mann Gnade erweisen, der durch und durch sündig war und gottlos lebte, obwohl er es besser wissen konnte, ja besser wusste? So jemanden muss man aufgeben, oder?

Gott tat es nicht!  "Und als er [Manasse] bedrängt war, flehte er den HERRN, seinen Gott, an und demütigte sich sehr vor dem Gott seiner Väter und betete zu ihm; und er ließ sich von ihm erbitten und erhörte sein Flehen, und brachte ihn nach Jerusalem in sein Königreich zurück. Da erkannte Manasse, dass der HERR Gott ist“ (2. Chr 33,12.13).

Lass dir vom Herrn Ausdauer schenken für dein Gebetsleben! "Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören." (Jesaja 59,1)

"Seid um nichts besorgt"

"Es gibt es vieles in unserem Leben, was in der einen oder anderen Weise zu beeinflussen gänzlich außerhalb unserer Macht steht. Was sollen wir uns dann darüber unnötig Gedanken machen? Was darüber grübeln, ob dies oder das eintreten mag? In diesem Sinn sagt der Herr in der Bergpredigt: „So seid nun nicht besorgt für den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen" (Mt 6,34). Und das bedeutet doch nichts anderes, als dass Er selbst alles unter Seiner Kontrolle hat, auch das Morgen.

So gesehen, gibt es kaum ein tröstlicheres Wort als dieses „Seid um nichts besorgt" in Philipper 4. Wir sollen uns nicht eine Last aufbürden, die wir nicht tragen können, müssen nicht unser Herz zermartern. Was aber sollen wir tun? Zu Gott gehen! „Lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden" (Vers 6). Wunderbarer Ausweg! Alles, was uns andernfalls eine Bürde würde, was unsere Kraft und unseren Gang lahmen würde - alles dürfen wir Ihm sagen. Und das Bewusstsein, Ihm alles gesagt zu haben, was uns bedrückt, erfüllt das Herz mit tiefem Frieden, dem Frieden Gottes selbst. Er kann ja durch keinen Umstand in Seiner Ruhe gestört werden. In dem Maß nun, wie wir uns im Glauben an Ihn, den Gott des Friedens, anlehnen, wird uns der Friede Gottes erfüllen und unseren Sinn bewahren in Christus Jesus." (aus "Fragen und Antworten" von Christan Briem)