11.01.2007Dienst | Versammlung / Gemeinde

Gottes Diener: Wie wird er anerkannt?

1. Die Verantwortung des Dieners

Mose (2. Mose 3,10), Samuel (1. Samuel 3,19-20), Jesaja (Jesaja 6,8-9), Jeremia (Jeremia 1,5), Hesekiel (Hesekiel 2,3-8) und Johannes der Täufer (Johannes 1,6) zeugen alle klar von derselben Tatsache, die Paulus von sich selbst in Galater 1,1 ausdrückt: Er war ein „Apostel, nicht von Menschen noch durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater“.

Wenn jemand ein wahrer Diener Gottes sein möchte, muss er sich dessen vor allem anderen bewusst sein. Gott ist es, der ihm Aufträge gibt. Gott ist es, der ihn mit der Botschaft ausstattet. Der Diener ist dann verantwortlich, diese Botschaft einfach und klar weiterzugeben, ohne irgendetwas hinzuzufügen oder wegzunehmen. Denn wenn jemand Menschen zufrieden stellen oder gefallen möchte, so ist er nicht der Knecht Christi (Galater 1,10). Die Gabe von Paulus kam nicht nur von Gott, sondern Gott war auch allein derjenige, der Autorität darüber hatte, wie und wo Paulus diese Gabe ausübte: Er tat es nicht „durch Menschen“, das heißt mit der Erlaubnis von Menschen.

Echter Dienst erfordert Gehorsam auf Seiten des Dieners

In welchem Bereich man auch immer dem Herrn dienen will: Es sollte mit dem festen Bewusstsein getan werden, allein Ihm mit einfältigem Herzen zu gehorchen, sei es, dass man es vollzeitig tut, oder, dass man eine Anstellung hat, mit Hilfe derer man seine Ausgaben bezahlen kann. Paulus arbeitete auf der einen Seite für seinen eigenen Unterhalt (1. Thessalonicher 2,9), und doch erhielt er auch Hilfe für seinen Unterhalt sogar von einer Versammlung, die in Bezug auf die irdischen Güter arm war - von den Philippern (Philipper 4,10-18). Auf der anderen Seite wollte er nichts von den Korinthern annehmen, die in äußerlich guten Umständen lebten (2. Korinther 11,9-12), denn es gab solche unter ihnen, die ihn angeklagt hätten, er wäre durch sie wohlhabend geworden.

Der Diener erhält seine finanzielle Unterstützung als direkt vom Herrn, nicht von Menschen. Wenn Menschen dafür Anerkennung erhalten wollen, dann sollte der Diener kein Geld annehmen. Wenn es in ehrlicher Zuneigung für den Herrn und als dem Herrn gegeben wird, ist der Diener frei, es als solches mit Danksagung anzunehmen.

Ein Diener sollte alles von Gott erwarten

Ein Diener sollte keinen Geist der Habsucht an den Tag legen, und auch zu keiner Zeit anderen andeuten, welcher Art seine materiellen Bedürfnisse sind. Er ist der Diener Gottes, nicht der ihre. Daher sollte er sich nur an Gott wenden und Ihm vollständig in Bezug auf jedes Bedürfnis vertrauen. Wenn Gott ihn gesandt hat und er in Gehorsam Gott gegenüber geht, wird Gott sicherlich vollständig für ihn sorgen - sei es durch die Mittel der eigenen Arbeit, oder dadurch, dass Gott es auf die Herzen seines Volkes legt, Unterstützung zu leisten. In jedem Fall sollte er diese Hilfe als von Gott annehmen und Gott dafür danken.

Wenn es zu einer ernsten Übung vor Gott wird, dass der Diener seine ganze Zeit im Dienst für den Herrn verbringen soll, sei es in dem eigenen oder in einem anderen Land, muss er sich auch dann in dieser Sache vollständig auf Gott stützen. Er sollte nicht Menschen dazu befragen oder von Menschen irgendetwas erwarten. Gott ist es, der ihn führt, und Gott wird sicherlich für alle Bedürfnisse aufkommen.

Selbstvertrauen führt nicht zum Dienst des Herrn

Der Diener sollte vollständig sicher sein, dass Gott ihn in einer solch schwerwiegenden Sache eines vollzeitigen Dienstes in dieser Weise führt. In Lukas 9,57-58 wurde ein Mann, der in seiner Entscheidung, dem Herrn nachzufolgen, sehr enthusiastisch erscheint, überhaupt nicht von dem Herrn ermutigt, dies auch zu tun. Wir hören vielmehr von dem Herrn die Worte: „Der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege.“ In Lukas 14,25-33 besteht der Herr Jesus darauf, dass man zuerst die Kosten überschlägt, bevor man den Weg eines Jüngers wählt.

Ist man bereit für Verfolgung, für schwierige Glaubensübungen, für Leiden und Schwierigkeiten, die auf dem Weg des Dienstes für Gott immer wieder kommen werden? Damit ist zweifellos keine fleischliche Vorbereitung gemeint, die sich auf natürliche Robustheit und Energie des Dieners stützt, sondern der schlichte und echte Glaube an den Sohn Gottes. Es geht um Glauben, der gelernt hat, sich ehrlich auf Ihn zu verlassen.

Es kann auch sein, dass man wirklich von Gott zum Dienst berufen wird, sich aber in Bezug auf die Zeit der Berufung täuscht. Mose machte diesen Fehler, und dadurch diente er nicht in einer Gott gemäßen Weise (2. Mose 2,11-15). Dies führte zu seiner Demütigung, bis ihn Gott 40 Jahre später aussandte, sein Werk zu vollbringen. Jetzt war Mose im Gegensatz zu seinem früheren Drängen eher scheu zu gehen.

Auch andere werden geübt sein bezüglich des Dienstes

Gott freut sich auch darüber, wenn die Übung hinsichtlich des Werkes des Herrn von anderen geteilt wird, die sich damit beschäftigen. Paulus erwähnt in Galater 2,1-10, dass er nach Jerusalem ging. Dort teilte er den anderen Aposteln das Evangelium mit, das Gott ihm gegeben hatte, so dass es eine herzliche Gemeinschaft miteinander in Bezug auf die jeweilige Arbeit gab, die Gott jedem übertragen hatte.

Solche Gemeinschaft können wir auch in Apostelgeschichte 13,2-3 erkennen. Paulus war für ein besonderes Werk berufen worden. Und andere hatten keine Schwierigkeiten, dies zu erkennen. Das ist wichtig. Es ist immer weise, mit Brüdern aus der Nähe zu sprechen, und natürlich besonders mit der örtlichen Versammlung, mit der man verbunden ist - was die Übung für einen besonderen Dienst für den Herrn betrifft. Wenn sie nicht frei sind, Gemeinschaft in dieser Sache zu üben, sollte der Diener dies ernstlich überdenken. Denn wenn sie in Aufrichtigkeit den Willen Gottes zu erkennen suchen, sollten sie einen klaren Blick bezüglich der Tatsache haben, dass er von Gott berufen wurde zu dem Dienst, den er jetzt vorschlägt.

Gott entscheidet, nicht die Versammlung

Nicht, dass die Geschwister diese Sache entscheiden könnten. Es ist Gott, der dies bestimmt. Aber Gott kann die Zurückhaltung einer Versammlung als ein Mittel benutzen, damit der Diener neu geübt wird. Natürlich ist es auch möglich, dass eine Versammlung sich irrt, sei es in ihrer Zustimmung oder Ablehnung der Absichten eines Dieners. Wenn ein Diener trotz der Zweifel einer Versammlung mit seinem Dienst beginnt, sollte es in wahrer Demut vor Gott sein und mit dem festen Vertrauen allein auf Gott selbst. Er muss dann darauf vorbereitet sein, dass die Versammlung nichts zu seiner Unterstützung beitragen wird und dass dies auch andere in ihren Gedanken in Bezug auf seinen Dienst beeinflussen kann.

Aber wenn Gott den Diener gesandt hat, wird Gott ihn auch unterstützen! Wenn nicht, muss er erwarten, dass er darin beschämt wird, indem er das aufgeben muss, was sich als Anstrengung des Selbstvertrauens erwiesen hat. Wenn sich der Diener jedoch als fleißig und treu in seinem Werk erweist, so wird er das Vertrauen seiner Versammlung und auch anderer gewinnen, die anerkennen werden, dass Gott ihn gesandt hat.

Schließlich sollte jeder Diener seinem persönlichen Charakter und Wandel größte Beachtung schenken. Er kann erwarten, dass er besonders sowohl von Gläubigen als auch von Ungläubigen beobachtet wird, vor allem jedoch von Gott selbst. Beispielsweise „soll ein Knecht des Herrn nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam“ etc. (2. Timotheus 2,24). 2. Korinther 6 ist ein weiteres Kapitel, von dem ein Diener durch und durch erfüllt sein sollte, sowohl was seine Gesinnung als auch was sein Herz betrifft.

2. Die Anerkennung des Dieners durch andere

Die Blickrichtung des Dieners und der Versammlung müssen in dieser Sache vollständig auseinander gehalten werden. Während der Diener gänzlich Gottes Diener ist - und nicht der Menschen Diener - ist die Versammlung dennoch berufen zu erkennen, ob sie mit ihm Gemeinschaft haben kann in seinem Werk.

Wir haben gesehen, dass es nur richtig und rücksichtsvoll ist, dass der Diener seine Übung in Bezug auf irgendeinen Bereich des Dienstes, zu dem ihn der Herr berufen haben mag, der Versammlung mitteilt. Dann wird es zur Angelegenheit der Versammlung zu entscheiden, wie frei sie sein kann, Gemeinschaft mit diesem Werk auszudrücken. Sie muss vor allem die Bestätigung erkennen können, dass es Gott ist, der ihn berufen hat. Darin liegt ein Grundsatz, der beim ersten Ausgehen von Timotheus mit Paulus erwähnt wird, „der ein gutes Zeugnis hatte von den Brüdern“ (Apostelgeschichte 16,2). Es gab dort solche, die ihn gut kannten.

Die Versammlung sollte den Diener kennen

Wenn Brüder ein solches Zeugnis geben, ist es wichtig, dass sie folgendes von dem Diener wissen:

(1) Sein moralischer Charakter und Wandel sind durch und durch christlich und über jeden Vorwurf erhaben.

(2) Er hat eine lebendige Kenntnis des Wortes Gottes - in Übereinstimmung mit dem besonderen Dienst, den er tun möchte

(3) Der Herr hat ihn offensichtlich für die Art der Arbeit befähigt, die er tun möchte. Er hat auch schon einigen Fleiß in solch einer Arbeit bewiesen.

(4) Der Diener zeigt überzeugende Belege, dass es Gott ist, der ihn berufen hat. Dies schließt den Glauben ein, der nicht nach der Unterstützung der Menschen Ausschau hält oder ihre Empfehlung sucht. Der Diener hat vielmehr ein ernstliches Bewusstsein der gänzlichen Abhängigkeit von Gott selbst.

Gott sendet aus, nicht die Versammlung

Die Versammlung hat sich in keiner Weise die Verantwortung anzunehmen oder anzumaßen, den Diener auszusenden. Das ist allein Gottes Vorrecht. Sie kann jedoch wünschen, ihre freudige Gemeinschaft für dieses vorgeschlagene Werk auszudrücken. Andere Versammlungen mögen sie deshalb auch befragen. Und die „Heim-Versammlung“ sollte vorbereitet sein, die Information auf Anfrage weiterzugeben, die für andere hilfreich ist, indem sie das Maß der Gemeinschaft nennt, für das sie vor dem Herrn frei ist. Wenn eine Versammlung sich nicht frei fühlt, diese Gemeinschaft auszudrücken, dann muss sie das natürlich entsprechend mitteilen.

Sie kann dem Diener gegenüber die Gründe für ihren Zweifel oder ihre Zurückhaltung nennen - damit er dies überdenken und seine Seele neu geübt wird - auch wenn sie keine Entscheidung für ihn hinsichtlich seines Werkes fällen kann. Aber das Berücksichtigen ihrer Gedanken und Übungen wird sicherlich Einfluss haben auf die Frage ihres Vertrauens ihm gegenüber.

Die Versammlung macht sich mit dem Diener und seinem Dienst eins

Die Versammlung ist jederzeit frei, die Diener des Herrn materiell zu unterstützen oder solche Unterstützung zurückzuhalten, so wie sie vor dem Herrn geübt ist. Sie sollte es nicht als eine festgelegte Sache ansehen, einen bestimmten Betrag in bestimmten Zeitintervallen weiterzugeben. Vielmehr sollte die Versammlung immer wieder vor dem Herrn geübt sein, so für Diener zu sorgen, wie Er es führt. Wenn der Diener berufen ist, durch Glauben in der Abhängigkeit allein auf den Herrn zu wandeln, dann sollte die Versammlung auf der anderen Seite ständigen Glauben und beständige Abhängigkeit vor dem Herrn in allen Fragen der Unterstützung üben. Sie geben als dem Herrn, nicht Menschen. Und der Diener nimmt dies an als vom Herrn, nicht von Menschen.

Die aufrichtige Übung des gesegneten Grundsatzes des Glaubens ist von größter Wichtigkeit, aber er führt auch zu größerer Schlichtheit in diesen Dingen. Probleme und Komplikationen werden zu einem Minimum reduziert, wenn wahrhaftig Glaube geübt wird, sowohl auf Seiten des Dieners als auch der Versammlung. Dann wird es kein Bedürfnis der Menschen geben, irgendeinen Dienst unter eigene Kontrolle zu bringen, so wie sie sich den Dienst vorstellen. Denn dann wird Gott alles in der Hand haben, wie es das einzig biblische Prinzip in jeder Sache ist.