17.02.2003 Fragen und Antworten

Böse Gedanken

Antwort: Nicht der Teufel ist die Quelle der bösen Gedanken in uns, sondern das Fleisch, jene sündige Natur, die auch in dem Gläubigen noch vorhanden ist. Obwohl wir nicht mehr "im Fleische", das heißt nicht mehr durch das Fleisch gekennzeichnet sind (Römer 8,9), ist doch noch das Fleisch, die Sünde, in uns (1. Joh 1,8).

Böses kommt aus unserem Herzen!

Der Herr Jesus wirft in Matthäus 15 Licht auf unseren Gegenstand: "Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen" (Vers 19). Es ist eine zutiefst demütigende Erfahrung, die wir auch nach unserer Bekehrung zuweilen machen müssen, dass die Quelle all dieser bösen Dinge unverändert in uns ist. Wie gut jedoch, dann auch zu wissen, dass wir mit Christus gestorben, der Sünde gestorben sind und dass Er uns durch den Heiligen Geist die Kraft gibt, uns der Sünde für tot zu halten (Römer 6)! Der Teufel hat allerdings eine 6000jährige Erfahrung im Umgang mit dem Menschen, und er weiß, wie er auch uns Gläubige zur Sünde verleiten kann: Er legt uns böse Dinge von außen vor und knüpft auf diese Weise an das Böse an, das in uns ist. Darin liegt die Gefahr.

Damit kommen wir zum zweiten Teil der Frage. Der Teufel hat wohl große Erfahrung mit dem Bösen im Menschen, aber er ist nicht allwissend. Da ist nur Einer, der das Herz kennt und erforscht, der die Nieren prüft, der unsere Gedanken "von ferne" kennt (Psalm 139) - Gott. Auch vom Herrn Jesus hören wir wiederholt, als Er als Mensch unter den Menschen weilte, dass Er ihre Gedanken "sah", dass Er sie "wusste" (Matthäus 9,4; 12,25; Lukas 11,17). Die Gedanken des Herzens zu kennen ist eben allein ein Vorrecht Gottes. Dass der Teufel nicht allwissend ist und nicht wirklich die Zukunft voraussagen kann, macht indes schon die Kreuzigung des Herrn Jesus deutlich. Hätte er Ihn wohl ans Kreuz gebracht (vgl. Johannes 13,2; Offenbarung 12,4), wenn er gewusst hätte, dass er damit seine eigene Niederlage besiegelte?

Sieh auf den Herrn, nicht auf den Teufel!

Schließlich noch ein kleiner Rat für uns alle: Lasst uns in unseren Gedanken nicht so viel mit dem Teufel und seiner Lüge, sondern vielmehr mit dem Herrn Jesus und mit der Wahrheit Gottes beschäftigt sein! Nur das erhält uns glücklich, und nur das gibt uns Kraft. Wir sollten in unserem Gewissen vor Gott stehen, nicht vor dem Teufel, nicht vor den Menschen. Wir haben es nicht mit dem Teufel zu tun, sondern mit einem gütigen Gott, der die ganze Frage unserer Sünde in Jesus Christus für immer gelöst hat. Er hat uns geliebt, als wir noch Sünder waren; Er liebt uns heute, trotz unseres mannigfachen Versagens; und Er wird uns in alle Ewigkeit lieben, wenn wir Sünde nicht mehr in uns haben. Welch eine Sicherheit und welch einen Frieden gibt uns das!

Erschienen in: Ermunterung und Ermahnung, 1990