Mackintosh, Charles Henry Mackintosh 1820-1896

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Als junger Christ nahm er eine Stellung in einem Geschäft in Limerick an. Er las viel in Gottes Wort und beschäftigte sich eifrig mit verschiedenen Studien. Im Jahre 1844 eröffnete er eine Privatschule in Westport und wandte sich mit großem Eifer der Erziehungsarbeit zu. Seine geistliche Haltung war geprägt von dem Wunsch, Christus den unangetasteten ersten Platz in seinem Leben einzuräumen und Sein Werk als die Hauptsache zu betrachten. Als er jedoch im Jahre 1853 bemerkte, daß die Schularbeit ihn so in Beschlag nahm, daß er befürchten mußte, sie könnte sein Hauptinteresse werden, gab er diesen Dienst auf. In der Folge begab er sich nach Dublin, wo er mit John Gifford Bellett (siehe Seite 9) und anderen Brüdern in Kontakt kam. Er begann nun öffentlich, sowohl Gläubigen als Ungläubigen das Wort Gottes zu verkündigen.

In dieser Zeit hatte er bereits damit begonnen, seine Gedanken zu den fünf Büchern Mose niederzuschreiben. In den folgenden Jahren erschienen in Abständen Betrachtungen über alle fünf Bücher Mose. Diese Bücher, die von einem starken evangelistischen Geist geprägt sind, erlebten in der Folgezeit verschiedene hohe Auflagen. Sein Freund Andrew Miller (siehe Seite 86) schrieb zu diesen Bänden ein Vorwort, in dem er mit Recht sagt: „Die vollkommene Verderbtheit des Menschen durch die Sünde und Gottes vollkommene Errettung in Christus werden ausführlich, deutlich und oftmals sehr treffend dargestellt."

Als Ausleger besaß C. H. Mackintosh einen leichtverständlichen Stil. Er wußte seine Gedanken kraftvoll darzustellen. Manche seiner Deutungen mochten vielen Gläubigen zunächst eigenartig erscheinen, aber in bezug auf Treue zu Gottes Wort und Vertrauen auf Christus sind sie vielen Lesern bis heute immer wieder eine große Hilfe gewesen.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit verkündigte und verteidigte er nun viele Jahre das Evangelium und die christliche Wahrheit, und Gott bekannte sich deutlich zu seinem Dienst. Als in den Jahren 1859 bis 1860 Irland eine große Erweckungsbewegung erlebte, war auch er aktiv dabei. Die ersten Jahrgänge der Zeitschrift „Things New and Old" (Neues und Altes) enthalten viele Zeugnisse dieser Tätigkeit. C. H. Mackintosh hatte diese Monatsschrift im Jahre 1858 gemeinsam mit seinem Freund Andrew Miller begonnen. Jahrzehntelang war sie eine Quelle von Belehrung und Erbauung für viele Gläubige. Manche der darin enthaltenen Artikel wurden übersetzt und im „Botschafter des Heils in Christo" abgedruckt. Im Jahre 1880 gab C. H. Mackintosh die Herausgebertätigkeit bei „Things New and Old" auf. Sie wurde von Charles Stanley übernommen, der sie bis 1890 ausübte.

C. H. Mackintosh war ein großer Glaubensmann, der immer gerne bezeugte, daß Gott ihn zwar oft in Prüfungen brachte, aber ihn nie Mangel leiden ließ, während er im Evangeliumsdienst stand und ohne Einkünfte aus materieller Arbeit war.

Es ist schwer, die Auswirkungen, die von seinen Schriften ausgingen, abzuschätzen. Aus aller Welt erreichten ihn Briefe, in denen Dank und Anerkennung für seine Erklärung zu den fünf Büchern Mose Ausdruck fanden. Dwight L. Moody und C. H. Spurgeon bekannten, daß sie den Schriften von C. H. Mackintosh vieles verdankten. Moody schrieb: „C. H. Mackintosh hatte den größten Einfluß auf mich".

Wie seine Gedanken zu den fünf Büchern Mose sind auch seine sechs Bände „Miscellaneous Writings" (Vermischte Schriften) immer wieder neu aufgelegt worden. Es ist eine interessante Tatsache im Leben von C. H. Mackintosh, daß seine erste veröffentlichte Schrift aus dem Jahre 1843 den Titel trug: „Der Friede Gottes" und daß er wenige Monate vor seinem Heimgang seinem Verleger ein Manuskript mit der Überschrift „Der Gott des Friedens" zusandte.

Seine letzten vier Lebensjahre verbrachte er in Cheltenham, wo er seinen schriftlichen Dienst fortführte, nachdem er wegen seines Alters die mündliche Verkündigungsarbeit hatte aufgeben müssen. Am 2. November 1896 ging er in Frieden heim zu seinem Herrn. Vier Tage später wurde er unter großer Anteilnahme neben der Gruft seiner geliebten Gattin beigesetzt. Dr. Walter T. P. Wolston (siehe Seite 151) aus Edinburgh sprach unter Zugrundelegung von 1. Mose 25,8—10 und Hebräer 8,10 über das Begräbnis Abrahams. Zum Schluß sangen die Versammelten das schöne Lied von John Nelson Darby:

O bright and blessed scenes,
Where sin can never come;
Whose sight our longing spirits weans
From earth where yet we roam.

Die wörtliche Übersetzung lautet:

O herrlicher und gesegneter Schauplatz,
wohin keine Sünde kommt, dessen Anblick unsere sehnsüchtigen Herzen
von dieser Erde löst, auf der wir jetzt noch umherpilgern.

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Dem Buch "Gedenket Eurer Führer" entnommen

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