Familienmangel in Deutschland

Lesezeit: 3 Min.

Christen sind Kinder ihrer Zeit - auch was Kinder betrifft!

Nun hat das nicht notwendigerweise mit uns Christen zu tun, was allgemein in unserer Gesellschaft los ist. Aber wir sind nun einmal Kinder unserer Zeit. Und es ist auch nicht zu leugnen, dass die Kinderzahl bei Christen abgenommen hat. Dabei gilt uns heute nach wie vor das Wort, das Gott an Mose gerichtet hat: „Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde“ (1. Mo 1,28).

Ein Teil des ersten Segens Gottes für den Menschen ist also, dass er fruchtbar ist und sich mehren kann. Dass er Kinder bekommen kann. Aber das ist nicht nur eine Möglichkeit, sondern ein Auftrag zugleich. Dieser Auftrag sollte keine Last sein, wenn auch das Kindergebären durch den Sündefall zu einer mühevollen Sache geworden ist (1. Mo 3), sondern eine Freude.

Ist Karriere wirklich ein Grund, auf Kinder zu verzichten? Ist die Aufgabe von „Müttern“ wirklich schlechter als die von Karrieristen? Und wie sieht es mit dem „fehlenden“ Partner aus: Sind wir in unserer Gesellschaft nicht zu Egoisten geworden, denen es niemand recht machen kann? Natürlich ist die Möglichkeit des Arbeitsplatzverlustes heute viel realer als früher. Aber dürfen wir nicht auf Gott vertrauen, dass Er uns helfen wird?

Es gibt medizinische Gründe

Nun ist es wahr, dass es schon immer Ehepaare gegeben hat, die aus biologischen Gründen keine Kinder bekommen konnten. Und es mag ebenso wahr sein, dass die Umwelteinflüsse in der heutigen Zeit diesen Trend verstärkt haben. Aber es ist nicht anzunehmen, dass er so verstärkt worden ist, dass es nur noch so wenige Kinder gibt.

Es geht also nicht darum, ganz konkret einem gläubigen Ehepaar vorzuwerfen, sie wollten keine Kinder haben, um ihr eigenes Leben führen zu können. Es sei denn, dass es ganz offenkundig der Fall ist. Aber die allgemeine Tendenz, dass immer weniger Ehepaare Kinder bekommen, und dass die Familien immer kleiner werden, ist an sich keine positive Entwicklung.

Kinder sind der Segen Gottes

Kinder sind ein Segen. „Kindeskinder sind die Krone der Alten“ (Spr 17,6) - wenn das schon die Kinder für die Großeltern sind, dann sicher auch für die Eltern. Und Gott hat einen besonderen Segen für Kinder. Er lässt von ihnen sagen: „Denn ich sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln allezeit das Angesicht meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist“ (Mt 18,10).

Natürlich hängt mit Kindern auch Verantwortung zusammen: Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen - so sagt man. Und natürlich ist die Zeit, wenn die Kleinen schreien, nervenaufreibend. Und wenn sie größer werden und die Sorgen zunehmen, ist das ebenfalls nicht leicht. Die Gebete nehmen an Intensität zu.

Freude an Kindern

Und doch, wie herrlich für Eltern, wenn sie feststellen dürfen, dass Kinder auch schon in jungen Jahren geistig und geistlich wachsen und in die Gedanken der Eltern einzugehen verstehen.

Wir wollen und sollten nicht versuchen, Nachkommenschaft unmöglich zu machen. Wir haben Verantwortung für unsere Frauen, für unsere Familien - das bleibt stehen. Aber das darf nicht heißen, dass wir uns vormachen, wir könnten keine Kinder „vertragen“. Das wäre sehr egoistisch gedacht.

Wenigstens wir Christen wollen Kindersegen annehmen und uns darüber freuen. Der Herr hat die Kinder in die Mitte genommen und immer, ausnahmslos, wenn Eltern wegen ihrer Not mit den Kindern zu Ihm kamen, diesen geholfen. Das tut Er auch noch heute.

Beitrag teilen
Stichwörter

Verwandte Artikel

Karriereziel: Mutter Manuel Seibel Karriere - darum geht es im Leben der meisten jungen Menschen heute. Natürlich auch bei jungen Frauen. Hast du schon einmal gehört, dass eine junge Frau auf die Frage nach ihrem Traumjob gesagt hat: Mutter? Artikel lesen
Familienorientierung: FAZ: „Alles gleichzeitig geht nicht“ Manuel Seibel In der aktuellen Ausgabe der FAZ wurde ein bemerkenswerter Artikel über „Familienpolitik“ abgedruckt. Darin wird angeregt, die ethischen Werte, die wir mit Familien und Müttern verbinden, neu zu überdenken. Da auch Christen Kinder ihrer Zeit ... Artikel lesen
Die Hausfrauen-Falle Manuel Seibel Familienpolitik steht in Deutschland hoch im Kurs. Auch Christen haben Familien. Sie betreiben in der Regel keine Politik, müssen sich aber entscheiden, wie sie "Familie" verstehen wollen, auch die Aufteilung der Arbeit innerhalb der Familie. Artikel lesen
Smartphones und die Familien Manuel Seibel Eine internationale Studien hat nun ergeben - wen wundert’s? -, dass Smartphones dem Familienleben schaden. Das sollten wir Väter (und Mütter) uns merken! Artikel lesen
Auch in Deutschland kann man nicht mehr überall frei Zeugnis ablegen Manuel Seibel Verfolgung scheint uns ganz weit weg zu sein. In Nordkorea, in Russland, in China, in Syrien. Ja, da werden Christen verfolgt. Aber diese Front rückt näher. Jetzt gibt es auch Beispiele, wo man in Deutschland - noch nicht verfolgt, aber doch - ... Artikel lesen
Anregungen für Verlobte (09) - wann eigentlich? Manuel Seibel „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein" (1. Mose 2,24). Artikel lesen