01.05.2006Jesus Christus / Gott

Wir möchten Jesus sehen - als unseren Sündenträger (Teil 3)

Die weit verbreiteten freien Religionen, bekannt als Modernismus, lehren, dass unser Herr auf diese Erde kam, um die richtige Lebensphilosophie zu bringen. Sie behaupten, dass er ein Leben voll Liebe und Selbstaufgabe führte, um zu zeigen, wie man leben soll. Für die Anhänger dieser neuen Religion, welche der Christenheit ganz bewusst ihren übernatürlichen Charakter und ihre Macht nehmen, ist das Evangelium nur „eine goldene Regel“. Sie behaupten außerdem, dass der Herr Jesus für die Prinzipien, die er vertrat, gestorben ist, dass er einen Märtyrertod starb. Sie beschuldigen den Apostel Paulus, die „Erlösung-durch-Blut-Theorie“ formuliert zu haben; der stellvertretende Tod Christi wird als ein Mythos gebrandmarkt, der Christus selbst fremd ist.

“Siehe, das Lamm Gottes“

Die Aufzeichnungen in den Evangelien geben uns die richtige Antwort. Im Anfang seines Dienstes sehen wir ihn, wie er sich taufen lässt. Die Taufe des Johannes war zur Buße. Wie richtig sagt der Täufer: „Ich habe nötig von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“ (Matth. 3,14). Er stieg in den Jordan und der Eine, der Heilige, zeigt, dass er gekommen war, um den Platz des Sünders im Tod einzunehmen, denn der Jordan ist ein Bild des Todes. Johannes der Täufer kannte den Auftrag des Herrn, denn er legte Zeugnis ab von ihm: „Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt“ (Joh. 1,29). Dann hören wir seine eigenen Worte: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. … Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst“ (Joh 10,14.17.18). „Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“ (Mk 10,45) „Und gleichwie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, also muss der Sohn des Menschen erhöht werden. … Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Joh. 3,14.16). „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. (Dies aber sagte er, andeutend, welches Todes er sterben sollte.)“ (Joh. 12,32.33) Diese glückseligen Worte sind ausreichend, um zu zeigen, dass er den opfernden Aspekt seines Todes gelehrt hat.

Das Ziel seines Kommens war das Kreuz

Auf dem Berg der Verklärung sprachen Mose und Elia über „seinen Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte“. Mose repräsentiert das Gesetz; Elia die Propheten. Beide, das Gesetz und die Propheten, prophezeien und lehren seinen sühnenden Tod. Kajaphas, der Hohepriester, sprach die Wahrheit, als er sagte: „Ihr wisset nichts, und überleget auch nicht, dass es euch nützlich ist, dass ein Mensch für das Volk sterbe und nicht die ganze Nation umkomme“ (Joh. 11,49.50). Sogar Satan kannte das Ziel seines Kommens im Fleisch und was das endgültige Ergebnis seines Todes sein würde. Indem er ihm die Königreiche dieser Welt anbot, wenn der Herr seine Autorität anerkennen würde, versuchte er, ihn von seinem Weg zum Kreuz abzuhalten.

Als unser Herr seinen Jüngern das erste Mal seine bevorstehenden Leiden und seinen Tod ankündigte, nahm Petrus ihn zu Seite und wies ihn zurecht: „Gott behüte dich, Herr! dies wird dir nicht widerfahren.“ Der Herr Jesus befreit sich von Petrus’ Griff und sagt zu ihm: „Geh hinter mich, Satan! du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnest nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist“ (Matth. 16,21-23). Satan versuchte, Petrus zu benutzen, um den Herrn davon abzuhalten, nach Jerusalem zu gehen und als Lamm Gottes zu sterben.

Nichts konnte ihn daran hindern, dass Werk zu vollbringen

Nichts konnte ihn daran hindern, dass Werk zu vollbringen, das der Vater ihm gegeben hatte. Der ewige Ratschluss der Erlösung konnte niemals zunichte gemacht werden. Als die große Stunde kam, die vor Grundlegung der Welt bestimmte Stunde, machte er sein Angesicht wie einen Kieselstein, um nach Jerusalem hinaufzugehen. Wir folgen ihm nach Gethsemane und betrachten dort seinen Todeskampf. Wir sehen ihn, wie er von den Händen abscheulicher Menschen, die getrieben waren durch die Macht der Finsternis, grausam behandelt wurde; sein Angesicht zerstört und zerschlagen, sein Rücken gegeißelt, verspottet mit einem Purpurmantel, gekrönt mit einer Krone aus Dornen. Sie nagelten ihn an das Kreuz. Der Schande nicht achtend hat er das Kreuz erduldet. Dort hängend, erhöht von der Erde, vergoss er sein kostbares Blut, ohne das es keine Vergebung der Sünden gibt. Aber das große Werk des Sündentragens war vollbracht, als er, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht worden war. Als der Gott der Heiligkeit mit ihm an unserer Stelle handelte, als Gottes Hand ihn an unserer Stelle schlug, und er seine Seele ausschüttete in den Tod, gab er diesen Herz und Seele durchdringenden Schrei von sich: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Und dann, als er im Begriff stand, sein dornengekröntes Haupt zu neigen, hören wir ihn diesen Siegesruf von sich geben: „Es ist vollbracht.“

Wir sind mit Christus gekreuzigt

Und so sehen wir ihn im Glauben. Wir glauben und wissen, dass dieses Werk am Kreuz all unserer Not begegnet. Er starb für unsere Sünden; Er trug sie alle an seinem Leib auf dem Holz. Bevor wir überhaupt existierten, kannte er uns. Bevor unsere Sünden überhaupt begangen waren, bezahlte er für sie. Und jetzt haben wir durch den Glauben an ihn Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. Ja, mehr als das. Mit dem großen Apostel sagen wir, wie er gesagt hat, wir bekennen, was er bekannt hat: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt lebe im Fleisch, lebe ich durch Glauben, durch den an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Gal. 2,20) „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt“ (Gal. 6,14).

Wir frohlocken nur im Kreuz,
Auf dem der Sohn Gottes
Das gewaltige Opfer vollendet hat,
unsere Sünden sühnend mit Blut.

Dort hat Gott für immer Frieden gemacht -
Ihn selbst, unseren Frieden, sehen wir,
Ihn selbst, den Träger unserer Schuld,
Auf dem eindrucksvollen Kreuzaltar.

Das versöhnende Werk ist vollbracht,
Das Werk, welches die Zwietracht beendet,
Als er, das Fleisch gewordenen Wort,
für uns sein heiliges Leben niederlegte.

Die Schuld war bezahlt, der Frieden war gemacht,
Der Vorhang ist entzwei gerissen,
Und der Zugang zum Vater ist geöffnet,
Durch Ihn, das zerschlagene Opfer.

(Horatius Bonar - frei übersetzt)


Es war Graf Zinzendorf, der sagte: „Ich habe nur eine Passion, und die ist er, nur er!“ Und so sollte es sein. Seine Passion war seine gewaltige Liebe zu uns. Die Passion der neuen Natur ist er selbst.