10.02.2005Persönlicher Glaube

Wachstumsschritte im Glauben

Ein Professor stand vor einigen Studenten und hatte einige Gegenstände vor sich. Als der Unterricht begann, nahm er wortlos einen sehr grossen Blumentopf und begann diesen mit Golfbällen zu füllen. Er fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei.

Sie bejahten es.

Dann nahm der Professor ein Behältnis mit Kieselsteinen und schüttete diese in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei.

Sie stimmten zu.

Der Professor nahm als nächstes eine Dose mit Sand und schüttete diesen in den Topf. Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen Freiraum. Er fragte wiederum, ob der Topf nun voll sei.

Die Studenten antworteten einstimmig mit "ja".

Der Professor holte eine Kanne Wasser unter dem Tisch hervor und schüttete den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus.

Die Studenten lachten.

"Nun", sagte der Professor, als das Lachen langsam nachliess, "Ich möchte, dass Sie diesen Topf als die Repräsentation Ihres Lebens ansehen. Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben trotzdem noch erfüllend wäre."

"Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, Ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten. Falls Sie den Sand zuerst in den Topf geben", fuhr der Professor fort, "hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge.


Die Belehrung dieses Professors macht nachdenklich. Ich finde, man kann sie auch sehr gut auf unser Glaubensleben anwenden.

Das Wachstum im Glaubensleben

Wie beginnt das Wachstum eines Kindes? Lernt es zuerst das große 1x1 und einige Fremdsprachen, bevor es sprechen und laufen lernt? Wohl kaum!

Ebenso ist es beim geistlichen Wachstum. Ein Mensch, der sich gerade bekehrt hat, wird kaum versuchen, die erhabenen Belehrungen des Epheserbriefes zu erkunden. Auch wird er nicht direkt das Studium der Offenbarung beginnen. Genausowenig wird er sofort die Charakterzüge eines Jünglings oder sogar Vaters im Glauben tragen (vgl. 1.Joh. 2).

Und doch wird sein Herz erfüllt sein von Seinem Herrn und Heiland, erfüllt sein von Friede und Freude, die Gott in sein Herz gegeben hat.

Die Erkenntnis der eigenen Sündhaftigkeit und der Rechtfertigung aus Glauben ist ein solcher „Golfball“: „Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, damit ihr nicht sündiget; und wenn jemand gesündigt hat - wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und Er ist die Sühnung für unsere Sünden…“ (1.Joh. 2,1.2)

Der Apostel Johannes wendet sich einige Verse später wieder an die Kinder: „Ich schreibe euch, Kindlein, weil ihr den Vater erkannt habt.“ (1.Joh. 2,13) Dies ist ein weitere „Golfball“!

Wir erkennen stückweise

Erst mit der Zeit lernt ein Kind sprechen und laufen. Und dann dauert es noch eine Weile, bis ein Kind das „Kindische“ ablegt und zu einem erwachsenen Menschen herangewachsen ist.

Im Glaubensleben funktioniert das nicht anders. Wie wir schon gesehen haben, können wir auch im Glaubensleben nicht ein paar Schritte auf einmal nehmen. Wir erkennen nur stückweise und schrittweise. Der Herr bürdet uns auch nicht Dinge auf, die wir noch nicht tragen können. Er weiß genau, in welchem „Wachstumsstadium“ wir sind. Und doch - auch wenn der volle Wuchs noch nicht erreicht ist - unser Herz wird erfüllt sein mit allem Guten, was wir benötigen. Der Herr füllt den „Blumentopf“, sodass wir sagen können: „Er ist voll.“

Natürlich stellt sich das Wachstum nicht von alleine ein. Es gibt kein Wachstum ohne die richtige Nahrung. Und wo finden wir die richtige Nahrung für unser geistliches Wachstum? Der Herr gibt sie uns. Aber sie aufnehmen müssen wir schon selbst. Ein Baby muss nach der Geburt lernen, selbst Nahrung aufzunehmen. So ist es auch bei einem Neubekehrten. Nach der Wiedergeburt wird er sich selbst ernähren müssen, um zu wachsen. Doch er muss sich die Nahrung nicht mühsam zusammensuchen. Der Herr gibt sie reichlich, im Übermaß!

Heranwachsen zu Ihm hin

Ein heranwachsendes Kind wird immer mehr Variationen von Nahrung erhalten, benötigen und vertragen. Die Bedürfnisse eines Gläubigen nach mehr als nur nach „Golfbällen“ werden im Verlauf eines gesunden Wachstums wach. Mit der Zeit werden die Zwischenräume mit „Kieselsteinen“, „Sand“ und „Wasser“ gefüllt, doch immer wird es so sein, dass der „Blumentopf“ voll ist!

Der Herr will nicht, dass wir stehen bleiben bei dem Wissen, dass wir errettet und Kinder Gottes sind, wie groß dieses Teil auch ist. Er möchte gerne, dass wir wachsen, dass wir „hingelangen zu … der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Mann, zu dem Maß des vollen Wuchses der Fülle des Christus; damit wir nicht mehr Unmündige seien…; sondern die Wahrheit festhaltend in Liebe, lasst uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.“ (Eph.4,13.15)