Glaube wie ein Senfkorn

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© Der Berg Tabor

Der Herr Jesus verwendet hier Bildersprache, denn „Glaube" kann nicht wie ein Senfkorn angefasst und abgemessen werden. Dadurch aber wird uns signalisiert, dass auch das „Berge-Versetzen" bildlich zu verstehen ist. Der Berg ist hier ein Bild für große, menschlich unüberwindbare Hindernisse, die auf dem Weg des Jüngers auftauchen. Mit einem aufrichtigen Glauben, so klein er auch sein mag, kann aber jedes Hindernis zur Seite geschafft werden. Das ist die Botschaft der Worte des Herrn an dieser Stelle! „Nichts wird euch unmöglich sein." Was für eine Zusicherung!

Heißt das, dass wir jedes Hindernis in unserem Leben „wegbeten" können? Natürlich nicht! Denn hier ist von Glauben die Rede. Als die Jünger mit dem Herrn im Boot Not litten (vgl. Mt 8,24) und als sie im Boot ohne den Herrn Not litten (vgl. Mt 14,24), war es Glauben, diesen Hindernissen mit Hilfe des Herrn standzuhalten. In beiden Fällen bedeutete echter Glaube nicht, den Wind wegzubeten, sondern um Kraft und Ausdauer zu beten. Haben die Jünger nicht trotz allen Widerstands letztlich ausgehalten?

Der Glaube ist also auch eine Hilfe vonseiten Gottes, um zu unterscheiden, wie mit dem Hindernis umzugehen ist, in welcher Weise das Hindernis überwunden werden soll. Wenn es aber der Wille des Herrn ist, dann kann mit Glauben sogar ein solch gewaltiges Hindernis wie ein Berg beseitigt werden. Wurde Petrus nicht aus dem Gefängnis befreit, obwohl er sogar zwischen zwei Soldaten gefesselt lag (vgl. Apg 12,6.7)? Auch der letzte Abschnitt unseres Kapitels ist ein weiterer Beweis dafür, wie ein Berg versetzt werden kann. Die Herausforderung für uns liegt heute darin,

a) diesen echten, wenn auch kleinen Glauben zu verwirklichen, und

b) dieses Unterscheidungsvermögen zu besitzen, um in der richtigen Weise für die Überwindung von Hindernissen zu beten.

Wir müssen verwirklichen, was Paulus geschrieben hat: „Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt" (Phil 4,13) - in uns selbst ist keine Kraft, aber die Kraft Gottes in Christus Jesus können wir uns zunutze machen, wenn wir allein auf Ihn schauen und nicht auf uns selbst bauen. Darüber hinaus hat der Herr gesagt: „Meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht" (2. Kor 12,9). Wenn wir uns mehr bewusst wären, dass die Kraft des Herrn nur in äußerer Schwachheit vollbracht werden kann, würden wir weniger auf äußere Kraftentfaltung setzen und warten.

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