22.09.2021 1. Samuel

Jonathan ging in sein Haus

Obwohl Jonathan David wertschätzte und liebte, war er letztlich zeitlebens nicht bereit, die Verwerfung mit ihm zu teilen. Dies wird an den zwei oben genannten Stellen deutlich: David hatte zu jener Zeit kein Haus, zu dem er hätte Zuflucht nehmen können. Er wurde von Saul gejagt wie ein Rebhuhn auf den Bergen (1. Sam 26,20). Nirgendwo war er sicher, überall musste er um seine Leben fürchten. Anders bei Jonathan: Obwohl er immer wieder die Gemeinschaft mit dem verworfen David suchte, kehrte er danach immer wieder in sein Haus nach Jerusalem zurück. Leider war er nicht bereit, David völlig nachzufolgen.

 

Eine Parallele dazu finden wir im Leben des Herrn Jesus. Auch Er war - in noch viel größerem Maß als David - auf dieser Erde verworfen und hatte nicht, wo Er sein Haupt hinlegen konnte (Mt 8,20; Lk 9,58). Als bei der oben erwähnten Begebenheit jeder in sein Haus ging, ging Jesus an den Ölberg. Soweit wir wissen, hatte Er auf dieser Erde kein Haus, das Er hätte sein Eigen nennen können. Aber Er hatte etwas Besseres: die Gemeinschaft mit seinem Gott und Vater im Gebet. Auch wenn Er oft allein seinen Weg ging und von seinen Mitmenschen nicht verstanden wurde: Er war nicht allein, denn der Vater war bei Ihm (Joh 8,16.29).

 

Der Herr Jesus ist heute noch verachtet und verworfen. Die Menschen halten im Allgemeinen nichts von Ihm. Da stellt sich die Frage: Sind wir bereit, seine Verwerfung mit Ihm zu teilen? Auch dann, wenn es unbequem wird? Wie leicht sind wir solche, die es sich auf der Erde wohnlich eingerichtet haben und nicht gestört werden möchten, die hier ihr Zuhause gefunden haben. Niemand verstehe mich falsch: Wir brauchen alle Wohnungen oder Häuser, in denen wir wohnen. Aber woran hängt unser Herz? An den Dingen dieser Erde oder an Christus? Die Frage ist, was für uns höchste Priorität hat. Wir müssen letztlich wählen zwischen einem bequemen Lebensstil oder der Nachfolge hinter dem Herrn her. Da zeigt sich, was unsere Hoffnung ist. Wir können immer so weitermachen wie bisher oder aktiv auf das Wiederkommen unseres Herrn Jesus warten. Wem gehört unser Herz?