09.06.2021 3. Mose

3. Mose warnend – verzehrendes Feuer durch fremdes Feuer (3. Mo 10) (FMN)

 

Gott gab dem Volk Israel verschiedene Arten von Opfern (3. Mo 1-7). Sie zeigen uns im Vorbild, was die Gemeinschaft des Gläubigen mit Gott beinhaltet: Christus, sein Werk und sein Leben. In den Kapiteln 8 und 9 finden wir die Priesterweihe. Hier lernen wir im Vorbild, wer Gemeinschaft mit Gott haben kann: Gläubige, die als Priester vor Gott stehen und etwas von der Person und dem Werk des Herrn Jesus erfassen. Dann aber trübt sich auf einmal das wunderbare Bild von Heiligkeit, Reinheit und Gemeinschaft.

 

Nadab und Abihu brachten fremdes Feuer (V. 1-7)

Die erste Sünde, die der Geist Gottes in 3. Mose vorstellt, wurde von Nadab und Abihu, den beiden ältesten Söhnen des Hohenpriesters Aaron, begangen: Leider ist es oft so gewesen, dass gerade diejenigen, denen viel anvertraut worden war, als erstes versagt haben. Auch wir Christen haben viele Vorrechte. Umso trauriger, dass wir so oft sündigen. Sei dir bewusst, dass Sünde nicht zu Christus und daher auch nicht zu Christen passt! Mach daher einen großen Bogen um Sünden und Begierden!

 

Die Sünde der beiden Priestersöhne war, „fremdes Feuer vor dem Herrn darzubringen" (V. 1). Gott hatte präzise vorgeschrieben, in welcher Zusammensetzung die Priester Räucherwerk auf den goldenen Räucheraltar bringen sollten (2. Mo 30,34-37). Er hatte hinzugefügt, dass jemand, der solch ein Räucherwerk missbrauchte, „ausgerottet" werden sollte (V. 38). Doch leider taten Nadab und Abihu, was Gott verboten hatte. Und weil Gott absoluten Gehorsam gefordert hatte und die Priester eine besonders verantwortliche Stellung in Israel hatten, richtete Gott sie sofort: Aus dem Altar kam Feuer hervor, das den beiden Verbrennungen zufügte, die unmittelbar zum Tod führten.

 

Das Opfern von Räucherwerk ist ein vorbildlicher Hinweis auf das Gebet und die Anbetung der Christen (Off 5,8; Mal 1,11). Gott zeigt uns im Neuen Testament, dass Anbetung nicht einfach etwas von uns Menschen Erdachtes ist und nicht nach menschlichen Vorstellungen ausgeführt werden darf. Beispielsweise sagte der Herr Jesus einmal, dass Gott ein Geist ist und „in Geist und Wahrheit" angebetet werden muss (Joh 4,24). Das heißt, Gott möchte heute keine materielle Anbetung durch Tiere und vielleicht äußerlich beeindruckende Dinge, sondern in geistlicher Weise und in Übereinstimmung mit der christlichen Wahrheit verehrt werden. Zwar lesen wir nicht, dass Gott heute, wenn wir dem nicht entsprechen, sofort mit Gericht und Tod reagiert wie in 3. Mose 10. Aber wir verstehen, dass Er nur das annehmen kann, was seinen Gedanken entspricht. Dabei nimmt Gott unsere schwache und unvollkommene Anbetung an, wenn sie aus einem reinen Herzen kommt. Ein reines Herz wird dem Wort Gottes aber gerne gehorsam sein.

 

Trunkenheit und Unterscheidungsvermögen (V. 8-11)

Wahrscheinlich hatten Nadab und Abihu zu viel Alkohol getrunken, als sie das falsche Feuer darbrachten (3. Mo 10,8 f.). Das sollte uns als Warnung dienen. Nicht von ungefähr werden wir im Neuen Testament aufgefordert, zurückhaltend mit Alkohol umzugehen. Die Anbetung soll zudem nicht gefühlsbetont sein, sondern nüchtern (was nicht heißt, dass wir gefühllos sein sollten!): „Und berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geist erfüllt, redend zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, singend und spielend dem Herrn in eurem Herzen, danksagend allezeit für alles dem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus" (Eph 5,18-20).

 

Der Herr belehrte Aaron darüber hinaus, dass die Priester den Unterschied zwischen Heiligem und Unheiligem kennen und das Volk Israel darüber belehren sollten. Heute sind Priester keine besondere Personengruppe. Alle Gläubigen werden Priester genannt. Sie stehen vor Gott und pflegen Gemeinschaft mit Ihm, indem sie sein Wort lesen und im Gebet verharren. Wer das tut, kann (als Bruder, vgl. 1. Tim 2,12), wo es nötig und angebracht ist, auch andere Gläubige belehren. Das können nicht nur solche Brüder tun, die vom Herrn die Gabe des Lehrers (Eph 4,11) übertragen bekommen haben.

 

Wie sieht es bei uns aus? Kennst du den Unterschied zwischen dem, was in Gottes Augen rein ist, und dem, was uns verunreinigt? Zuerst müssen wir das für uns selbst wissen und verwirklichen. Dann können wir auch anderen eine Hilfe sein. Diese Unterweisung ist eine wichtige Aufgabe inmitten des Volkes Gottes.

 

Speisopfer und Sündopfer essen (V. 12-20)

Im dritten Teil des Kapitels zeigt Mose, dass die Priester das Speisopfer und das Sündopfer an heiligem Ort essen sollten (V. 13.17). Der heilige Ort damals war das Zelt der Zusammenkunft bzw. der Vorhof. Er ist für uns ein Hinweis auf ein Leben in der Nähe des Herrn (die Bundeslade ist ein Vorbild auf Christus, das Zelt auf die Gegenwart des Herrn).

 

Als Priester bringen wir Gott Anbetung (1. Pet 2,5: heilige Priesterschaft) und offenbaren Gottes Wesen in unserem Leben (1. Pet 2,9: königliche Priesterschaft). Dazu ist es nötig, das Speisopfer „zu essen". Im vorherigen Artikel über die Opfer (3. Mo 1-7) hast du gelernt, dass dieses Opfer vom vollkommenen Leben Jesu spricht. Wer das Speisopfer „isst", beschäftigt sich mit Jesu Leben als Mensch auf der Erde. Man betet Ihn dafür an und bittet Ihn, dass man Ihm treu nachfolgt und ein Leben in Reinheit und Weihe für Gott führt, wie Er das getan hat.

 

Das Essen des Sündopfers ist ein Hinweis darauf, dass man sich bewusst ist, was Sünde in den Augen des Herrn ist. Er kam der Sünde wegen in das furchtbare Gericht Gottes und litt unvorstellbar schwer. Wenn der Priester das Sündopfer eines anderen Israeliten brachte, sollte er nie denken: Das kann mir nicht passieren (vgl. Gal 6,1). Er sollte sich stattdessen mit dem, der gesündigt hatte, identifizieren und zusammen mit diesem über die Sünde Leid tragen (vgl. 1. Kor 5,2). Sünde in unserem eigenen Leben und in dem Leben anderer darf uns nie kalt lassen. Sie demütigt uns, weil wir sehen, wie sehr wir den Herrn verunehrt haben.

 

Um diese beiden Opfer in Gott gemäßer Weise essen zu können, musste man „an heiligem Ort" sein. Nur wenn wir wirklich Gemeinschaft mit dem Herrn suchen, werden wir etwas von seinem vollkommenen Leben verstehen und von dem, was Sünde für Ihn bedeutete. Diese Gemeinschaft mit unserem Erlöser zu suchen, ist ein schönes Ziel für uns alle und bewahrt uns vor dem Sündigen.

 

Folge mir nach – Heft 6/2021