23.06.2021 Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube

Mose, Johannes der Täufer, Paulus – Christus (6): Begräbnis

Gott begrub Mose

Mose ist und bleibt ein Sonderfall. Nur von ihm lesen wir, dass Gott selbst das Begräbnis vorgenommen hat (5. Mo 34,6). Gott wollte nicht, dass eine menschliche Völkerwanderung zum Begräbnis oder nach seinem Tod einsetzte. Der Teufel wollte genau das (Jud 9). Vermutlich hätte der Teufel gesagt: Aber da kann man doch eine große Predigt mit verbinden und die große Gnade verkündigen, die Gott Mose geschenkt hat und die durch den Dienst von Mose sichtbar geworden ist!

 

Nein, Gott wusste, was der Mensch daraus machen würde: Nicht ein Andenken an Gott, sondern einen Verehrungsort für einen großen Menschen. Genau das ließ Gott in seiner Weisheit nicht zu.

 

Zum Nachdenken

Mose gehört zu den größten Männern des Wortes Gottes. Aber dem Begräbnis wohnte genau eine Person bei: Gott selbst. Machte das Mose kleiner? Keineswegs! Aber Gott wollte eben nicht, dass Menschen in den Mittelpunkt geraten, sondern Er wollte, dass das Volk Ihn selbst als Gott anerkannte und annahm.

 

Johannes der Täufer - von Jüngern begraben

Bei Johannes dem Täufer war die Situation anders. Er wurde umgebracht und offenbar eher schändlich dahingeworfen. Gott benutzte die Jünger von Johannes, das sie ihrem Meister die letzte Ehre erwiesen.

 

Sie haben seinen Leichnam aufgehoben und ihn in eine Gruft gelegt (Mk 6,29). Sie taten das nicht in großer Zahl. Aber diejenigen Jünger, die von seiner Hinrichtung gehört hatten, machten sich - vermutlich unter Lebensgefahr - auf und begruben den großen Johannes in aller Stille.

 

Zum Nachdenken

Das zeigt uns, dass es richtig ist, wenn wir unsere heimgegangenen Mitgläubigen begraben und nicht verbrennen lassen. Gott möchte eine würdige Behandlung des Verstorbenen. Das wird besonders deutlich beim Herrn Jesus.

 

Christus ist der Einzigartige. In Johannes 19,42 lesen wir: „Dorthin [in die neue Gruft in dem Garten] nun ... legten sie Jesus." Hier ist nicht von dem Leib Jesu die Rede wie zuvor (V. 40), sondern von „Jesus". So sehr identifiziert Gott die Person mit ihrem Körper, dass Er das gerade bei dem Herrn Jesus auch in dessen Tod ausdrücklich sagt.

 

Jesu schlichte Beerdigung

Wer war bei der Beerdigung des größten Menschen alles Zeiten dabei? Joseph, Nikodemus und aus einer gewissen Entfernung Maria Magdalene und Maria, die Mutter von Joses (Mk 15,47). War das angemessen für den größten Mann der Geschichte? Hätte man nicht hier für die Verbreitung des Evangeliums dafür sorgen sollen, einen großen Hofstaat zu organisieren?

 

Gott hatte es anders vorgesehen. Die Umstände waren dafür nicht passend und so nahmen es die Beteiligten auch an. Gott hat seine Pläne - mit großen und mit uns „kleinen" Menschen, die wir Ihm alle dienen wollen.

 

Paulus - als Unbekannter dahingeworfen

Wie war es bei Paulus? Wir müssen davon ausgehen, dass er in ein Massengrab kam. Wir wissen aus Gottes Wort nicht, wie und unter welchen konkreten Umständen er als Märtyrer sterben musste. Wahrscheinlich wurde er Löwen vorgeworfen. Und das, was von ihm auf der Erde übrig blieb, wurde dann, wenn überhaupt, in ein Massengrab geworfen, ohne dass irgendjemand dabei gewesen wäre außer denen, die diese Arbeit verrichten mussten.

 

War das angemessen für den größten Diener des Herrn? Hätte seine Beerdigung nicht Tausende in den Bann des Evangeliums bringen können, ja sollen? Wirklich solch eine „Verborgenheit"? Dafür hat Gott gesorgt. Wir wollen der Botschaft lauschen, die Gott durch den Apostel verbreitet hat, nicht seine Person und seine Geschichte vor uns haben. Dazu hat Gott nicht viel zu sagen in seinem Wort.

 

Zum Nachdenken

Nun dürfen wir natürlich in der heutigen Zeit voneinander Abschied nehmen und einander Trost spenden. Es ist wertvoll, Anteil zu nehmen an der Trauer einer befreundeten Person. Manchmal aber führt Gott Umstände, die ähnlicher Natur sind wie die bei diesen großen Gottesmännern. Dann ist es wohl, diese Umstände anzunehmen.

 

Wie dankbar dürfen wir sein, dass Gott alles im Vorhinein weiß und die Gegebenheit kennt und führt. Manchmal hat sich das im Nachhinein als ein besonderer Segen und Schutz herausgestellt.

 

Wir staunen, dass Er Umstände herbeigeführt hat, dass die größten Zeugen seiner Herrlichkeit die kleinsten Beerdigungen hatten. Göttliche Weisheit ist immer vollkommen. Wichtig ist nicht eine große Beerdigung (die man jedem gönnt, der sie gerne haben möchte), schon gar nicht Menschenverehrung. Wichtig ist Treue im täglichen Leben und Dienst. Die kann allein Gott beurteilen.