22.01.2021 Apostelgeschichte | Versammlung / Gemeinde

Gedankensplitter (14) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 2)

Im Bibeltext heißt es in Apostelgeschichte 2: „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten." (V. 42).

 

Aus diesem Vers sehen wir, dass die vier Stücke insgesamt heißen:

1.     die Lehre der Apostel,

2.     die Gemeinschaft,

3.     das Brechen des Brotes und

4.     die Gebete.

 

Die Gebete

Man hat das Gebet „das Atmen der Seele" genannt. Das gilt für uns persönlich, das gilt aber auch für die Versammlung (Gemeinde) Gottes. Man könnte an dieser Stelle viele Hinweise und Merkmale des Gebetes nennen. Dazu aber ist hier nicht der Platz. Abgesehen davon gibt es gute Artikel und Bücher zum Thema „Gebet".

 

An dieser Stelle spricht Lukas vom gemeinschaftlichen Gebet. Offensichtlich sind die ersten Christen nicht nur täglich zusammengekommen, um das Brot zu brechen, sondern genauso, um zu beten. So wichtig und wertvoll war ihnen das Gebet.

 

Furcht

Wir müssen bedenken, dass die „jüdischen" Gläubigen in der Stadt waren, in der ihr Meister und Herrn gekreuzigt worden war. Am Auferstehungstag hatten sie noch die Türen verschlossen, weil sie Angst vor weiteren Angriffen hatten.

 

Auch kurze Zeit später lesen wir erneut davon, dass die Juden Petrus und Johannes ergriffen und gefangen nahmen. Insofern ist es nicht überraschend, dass die Gläubigen zum Gebet zusammenkamen, um sich dem Schutz Gottes anzubefehlen. Sie fühlten ihre Hilflosigkeit und Abhängigkeit von Gott.

 

Vielfalt der Gebete

Das aber dürfte nicht alles gewesen sein. Gebete können sich in verschiedener Hinsicht „gliedern". Es kann Dank und Anbetung genauso sein wie Flehen und Fürbitte. Das alles werden die ersten Christen gemeinsam vor den Thron der Gnade gebracht haben.

 

Es war ihnen ein Anliegen, miteinander zu Gott und zum Herrn Jesus zu beten. Es war eben ein direktes Kennzeichen ihres gemeinschaftlichen Lebens. Sie waren nicht damit zufrieden, Gottes Wort zu lesen. Sie waren nicht damit zufrieden, praktische Gemeinschaft zu pflegen. Ihnen war es wichtig, zu Gott zu beten.

 

Gebet für die Juden und für den Dienst

Sicherlich werden sie dafür gebetet haben, dass viele ihre „alten" Brüder zum Glauben kommen. Sie hatten ein Herz für ihr Volk und wünschten, dass sich viele dem Herrn Jesus und den Seinen anschlossen.

 

Diese ersten Gläubigen hatten noch keine Ahnung, dass sie jetzt die Versammlung Gottes bildeten. Das haben die Apostel erst später verstanden und verkündigt. Aber sie hatten schon ein Empfinden, dass sie nun nicht mehr einfach Brüder durch Blutsverwandtschaft waren, sondern eine ganz neue „Gesellschaft" bildeten, durch den Herrn als ihrem Herrn und Meister.

 

Ihr Gebet war ebenfalls, wie wir später explizit lesen, dass sie Mut und Treue im Dienst und der Verkündigung des Wortes offenbarten. Sie wollen Zeugen des Herrn sein und waren sich bewusst, dass sie dafür keine eigene Kraft besaßen, sondern den Herrn und seine Kraft nötig hatten.

 

Sie benötigten in allem die Führung und Bewahrung des Herrn. In dieser bewussten Abhängigkeit von Ihm war es ihnen wichtig, zu Gott zu beten. Wer sollte ihnen Wegweisung geben, wenn nicht Gott? Wer sollte sie beschützen, wenn nicht ihr Herr?

 

Echtes Merkmal: das Gebet

So beteten die Gläubigen viel zusammen. Wir lesen nicht, dass sie tage- und nächtelang gebetet hätten. Immer wieder können wir feststellen, dass sie nüchtern waren und ihre Kraft und Ausdauer nicht überschätzten. Aber sie waren durch das gemeinsame Gebet bekannt. Sonst könnte Lukas das nicht so schreiben.

 

Wir wollen uns fragen, wie wichtig uns das gemeinschaftliche Gebet heute noch ist. Sind wir wirklich Christen, die bekannt sind als solche, welche die örtlichen Gebetsstunden der Gläubigen schätzen und aufsuchen? Sind wir Gläubige, die den inneren Drang haben, gemeinsam mit unseren Geschwistern zu beten? Die auch ein aktives und lebendig-frisches Gebetsleben in den Zusammenkünften verwirklichen?

 

Merkmale auch heute?

Wenn die Gebete ein Kennzeichen der ersten Christen waren, wenn sie diese Gebete nötig hatten und das auch empfanden, wie viel mehr trifft das auf uns zu. Wir brauchen nicht nur persönliche Beter, wir brauchen heute auch viele Geschwister, die ein Herz für die Gebetsstunden haben.

 

So können wir die Merkmale der ersten Christen, wenn auch in Schwachheit, heute wieder aufleben lassen. Wir brauchen keinen anderen Kennzeichen. Wir brauchen keine Wunder und Wunderwirkungen. Wenn diese vier Punkte unser Versammlungsleben heute mehr prägen würden, wäre zweifellos mehr Kraft und Entschiedenheit vorhanden. Das wäre schon Wunder genug.

 

Es lohnt sich!