21.10.2020 Persönlicher Glaube

Die Bibel – ihre Entstehung und Überlieferung (3): Über das Schreiben (2)

Um dazu eine Antwort zu finden, schauen wir uns in diesem Artikel die Geschichte des Schreibens an. Dabei werden wir feststellen, dass die Menschen schon seit 3500-3000 v. Chr. in Mesopotamien 1 Heute liegen in diesem Gebiet die Südosttürkei, der Irak, das Irakische-Kurdistan, Nordostsyrien, Nordostkuwait und der Westiran. Oft wird Mesopotamien auch als „Zweistromland“ bezeichnet. und in Ägypten schrieben. Gefundene Zeugnisse geben uns dazu den festen Beleg.

 

Die Keilschrift in Mesopotamien

Die ältesten gefundenen Inschriften stammen aus Uruk (Südmesopotamien) und sind über 5000 Jahre alt. Die zu Anfang verwendete Bilderschrift der Sumerer, die aus etlichen Piktogrammen und Ideogrammen bestand, entwickelte sich nach einiger Zeit zu einer Keilschrift, die zunächst von den Akkadern, den Assyrern und den Babyloniern verwendet wurde. Dann verbreitete sie sich auch außerhalb Mesopotamiens weiter zu den Hethitern 2 Die Hethiter hatten zudem noch eine eigene Bilderschrift in Verwendung., den Elamitern, den Persern ... und gewann im Alten Orient immer mehr an Popularität. Während bei der Bilderschrift jedes Zeichen einen Begriff darstellte, entwickelte sich Keilschrift zu einer Silbenschrift, bei der jedes Zeichen für eine Silbe stand.

 

Als Schreibunterlage diente in der Regel weicher Ton, der in den feuchten Gegenden der umliegenden Flüsse genügend vorhanden war und für jeden Schreiber zur Verfügung stand. Mit einem Keil konnte der Schreiber die Schriftzeichen in den Ton drücken und sie später brennen. Damit wurde das Dokument robust und haltbar gemacht, sodass heute noch Tausende von Inschriften bestehen.

 

Archäologische Funde

1975 machte ein Team italienischer Archäologen einen der bedeutendsten Funde, als sie in Tell Mardich (Syrien) 15.000 beschriebene Tontafeln fanden, die mit einer Keilschrift versehen waren. Ihr später entzifferter Inhalt brachte eine Sensation ans Licht: Sie stammten aus der Zeit Abrahams, der schon Jahrhunderte vor Mose lebte, und erzählen die Geschichte in jener Gegend in Übereinstimmung damit, wie die Bibel sie uns im ersten Buch Mose mitteilt.

 

Einen weiteren sensationellen Fund machte 1933 der Archäologe Parrot mit seinem Team, als sie im Palast von Mari (Syrien) auf mehr als 20.000 beschriebener Tontafeln stießen. Später stellte sich heraus, dass sie ein Alter von etwa 5000 Jahren besaßen.




Fußnoten:

1 Heute liegen in diesem Gebiet die Südosttürkei, der Irak, das Irakische-Kurdistan, Nordostsyrien, Nordostkuwait und der Westiran. Oft wird Mesopotamien auch als „Zweistromland“ bezeichnet.

2 Die Hethiter hatten zudem noch eine eigene Bilderschrift in Verwendung.