21.09.2020 Persönlicher Glaube | Ehe & Familie

Sehen, sinnen und sagen

Kurz vor dem Eintritt in das verheißene Land Kanaan legte Mose dem Volk Israel die Satzungen und Rechte des Herrn noch einmal eindringlich auf die Herzen (V. 1). Sie sollten die Gebote des Herrn, ihres Gottes, halten und darin leben. Nichts sollten sie dem Wort Gottes hinzufügen und nichts davon wegnehmen (V. 2). Mit aller Sorgfalt sollten sie darauf achten, dass sie die Worte Gottes nicht vergaßen. Zugleich wurden sie dafür verantwortlich gemacht, ihre Kinder und Enkelkinder darin zu unterweisen (V. 9).

 

In dem vor uns liegenden Vers unterstreicht Mose die Verantwortung der Israeliten in dreierlei Hinsicht: Erstens sollten sie sich hüten, die Dinge zu vergessen, die sie gesehen hatten. Zweitens sollten sie die Dinge, die sie gesehen hatten, unablässig in ihren Herzen überdenken. Und drittens sollten sie ihre Kinder und Enkelkinder darin unterweisen. Diese drei Punkte möchte ich einmal auf unser Glaubensleben anwenden:

 

Sehen

Wenn wir die Dinge, die wir gesehen haben, nicht vergessen sollen, dann müssen wir uns zunächst die Frage stellen, was wir überhaupt gesehen haben. Die Israeliten damals hatte das wunderbare Handeln Gottes mit ihnen gesehen und dabei die Macht und Treue Gottes erfahren. Sie hatten erlebt, wie Er sie aus der Knechtschaft Ägyptens befreit und 40 Jahre lang durch die Wüste geführt hatte. Das sollten sie nie vergessen.

 

Was haben wir gesehen? Haben wir etwas von der Größe und Herrlichkeit des Herrn Jesus gesehen? Haben wir gesehen, was der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha tat, um uns zu erretten? Und haben wir Eindrücke von der Schönheit und Vollkommenheit der biblischen Wahrheiten gewonnen (2. Tim 1,13)?

 

Sinnen

Das, was die Israeliten mit ihren Augen gesehen hatten, sollte nicht aus ihren Herzen weichen. Sie sollten es in ihren Herzen überdenken.

 

Diese Ermahnung gilt auch uns: Das, was wir in Gottes Wort gesehen und erkannt haben, sollen wir in unseren Herzen bewahren, denn dort treffen wir unsere Entscheidungen und machen unsere Pläne (Spr 4,23). Wir sollen darüber nachdenken und uns daran erfreuen. Zudem sind es gerade die Wahrheiten, die wir im Herzen überdenken, die wir auch leichter im Gedächtnis behalten. Wie sieht es da bei uns aus? Denken wir über das nach, was wir in Gottes Wort gelesen haben? Sinnen wir auf das, was droben ist (Kol 3,2)? Sind unsere Herzen von Christus erfüllt?

 

Sagen

Schließlich legte Mose den Israeliten die Verantwortung auf die Herzen, die Dinge, die sie mit ihren Augen gesehen und in ihren Herzen überdacht hatten, ihren Kindern und Enkelkindern zu erzählen und sie darin zu unterweisen.

 

Auch wir haben die Verantwortung, die Dinge, die wir in Gottes Wort gesehen und gelernt haben, an unsere Kinder und Enkelkinder weiterzugeben (2. Tim 2,2). Tragen wir Sorge dafür, sie in dem zu unterweisen, was der Herr uns in seiner Gnade anvertraut hat? Ist es uns ein Herzensanliegen, unseren Kindern die Glaubenswahrheiten seines Wortes groß zu machen? Geben wir die Erfahrungen, die wir mit dem Herrn machen durften, an die jüngere Generation weiter?

 

Sehen, sinnen und sagen - das sind Tätigkeiten, die auch heute noch von großer Bedeutung sind. Sind sie auch in unserem Leben zu finden?