19.05.2020 Versammlung / Gemeinde | Persönlicher Glaube

Gedankensplitter (10) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 2)

„Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie, indem er sagte: Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan" (V. 40.41).

 

Mit vielen Worten

In Apostelgeschichte 2 liegt uns die erste christliche Predigt im Wortlaut vor. Das heißt, wir besitzen sie vollständig. Nun aber fasst der Geist Gottes die anschließende Ansprache Petrus‘ an die Gewissen der jüdischen Zuhörer mit dieser Aussage zusammen: Petrus beschwor und ermahnte sie mit vielen anderen Worten.

„Beschwören" zeigt, dass er mit Herzblut und großer Intensität versuchte, seine Volksgenossen zu überzeugen, dass sie Buße tun mussten. Nur auf diesem Weg echter Umkehr und eines wirklichen Bekenntnisses konnte es für sie Segen geben.

Wir wissen nicht, inwieweit Petrus die Worte des Herrn inzwischen erfasste, dass Gott Gericht über Israel und Jerusalem bringen würde (Lk 21,8-24). Aber er verstand, dass es nur einen Weg gab, dem Herrn den Ihm gebührenden Platz zu geben: durch ein Bekenntnis, dass man den Messias, den eigenen König, den Sohn Gottes, ans Kreuz gebracht und getötet hatte.

 

Retten lassen vom verkehrten Geschlecht

Eine wirkliche Umkehr musste damit einhergehen, dass man sich von den ungläubigen Juden, also dem eigenen Volk, trennte. Dieses widerspenstige Volk wird hier „verkehrtes Geschlecht" genannt. So, wie es ein Geschlecht von Jüngern zu allen Zeiten gibt, die auf den Herrn Jesus warten, gibt es auch ein verkehrtes, ungläubiges Geschlecht, ohne dass man an eine bestimmte Generation denken müsste. Das sind Juden, die den Messias ablehnen. Sogar in Zukunft wird es eine solche Gattung geben. Sie werden freiwillig den gotteslästerlichen Antichristen annehmen.

Wenn Petrus hier also von „diesem verkehrten Geschlecht" spricht, meint Er nicht allein die damals lebenden ungläubigen Führer in Israel. Er bezieht sich auch nicht auf eine spezielle Generation. Nein, Er meint sozusagen eine bestimmte Klasse, eine Art von Menschen in Israel. Er spricht mit diesem Wort von den ungläubigen, untreuen und sich gegen Gott und seinen Messias auflehnenden Juden. Er verwendet den Ausdruck „Geschlecht" oder „Generation" damit nicht zeitlich, sondern moralisch. Auch an vielen anderen Stellen ist dies die Bedeutung von „Geschlecht" (Ps 12,8; 22,31; 49,20; 5. Mo 32,5.20; Spr 30,11-14; Mt 11,16; 12,39.45).

 

Trennen durch die Taufe

Gerade von diesem Volk mussten sich diejenigen, die zu Christus gehörten wollten, trennen. Dazu gab es einen Weg, den Petrus ihnen vorgestellt hatte: Sie sollten sich mit der christlichen Taufe taufen lassen. Eine Taufe kannten die Juden längst. Es war die Proselyten-Taufe, durch die Nationen sich zum Volk Israel bekannten.

Nun aber sollten sie sich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen lassen (Mt 28,19), auf den Namen des Christus, den das Volk Israel verworfen und ans Kreuz gebracht hatte. Damit würde für alle deutlich werden: Man wollte kein Jude mehr sein, sondern „Christ" (wobei es diesen Namen noch nicht gab). Man stellte sich auf die Seite des Mannes, der von den Juden weiterhin verworfen wurde: des Christus. Dieser Gestorbene war nun Herr und Retter für die Täuflinge. Sie wussten, das Er nicht nur gestorben war, sondern auch auferstanden. Das hatte kein ungläubiger Jude gesehen. Aber die Täuflinge hatten ausreichend Zeugen vor sich, die dies bestätigen konnten, weil sie ihn mit ihren eigenen Augen gesehen hatten.

Wer das Wort Gottes an- und aufnahm, ließ sich taufen. Man erwies seine Aufrichtigkeit und wahre Buße dadurch, dass man Petrus gehorsam war, der das Wort Gottes zu ihnen predigte. Dieser Gehorsam zeigte sich dadurch, dass man sich taufen ließ.

Das ist auch heute noch so. Wenn ein Mensch sich bekehrt, Gott seine Sünden bekennt und Jesus als Retter annimmt, wird er sich taufen lassen. Denn er möchte durch dieses äußere Zeichen bezeugen, dass er von nun an nicht mehr sich selbst lebt, sondern Christus. Er bekennt mit der Taufe, dass er nicht mehr weltlichen Zielen nacheifert, sondern Christus nachfolgt. Wer sich nicht taufen lassen möchte, bei dem muss man infrage stellen, ob er sich wirklich bekehrt hat.

In Deutschland ist es heute noch keine Schmach, sich taufen zu lassen. Es gibt Länder auf dieser Erde, wo es gefährlich ist, sich taufen zu lassen. Dort akzeptieren Menschen, dass man sich bekehrt, so lange man nicht äußerlich sichtbar macht, dass man nun Christ ist, dass man dem Herrn Jesus nachfolgen möchte. Das trifft auf viele Länder Afrikas zu.

 

Das größere Werk

An diesem Tag, von dem wir in Apostelgeschichte 2 lesen, waren es 3.000 Personen, Männer und Frauen, die sich bekehrten und taufen ließen. Sie wurden „hinzugetan". Wem wurden sie zugefügt? Man könnte sagen: der Versammlung Gottes. Aber diese war noch nicht als solche offenbart. Deshalb sagen wir etwas schlichter: den Jüngern, die sich zum Herrn bekannten.

Was für ein wunderbares Zeugnis der Kraft des Evangeliums und der Botschaft, welche die Apostel verkündigten. Zugleich was für eine Frucht für den Herrn, dass so kurze Zeit nach seinem Leiden und Sterben so viele Menschen zum Glauben kamen!

Dadurch wurde zudem ein Wort erfüllt, das Er selbst gesagt hatte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe" (Joh 14,12). Als der Herr auf der Erde wirkte, wirkte er immer in vollkommener Weise. Dennoch kamen nie 3.000 Menschen zur Errettung.

Warum nicht? Lag es an dem Herrn? Nein! Es lag an der Epoche, in der Christus wirkte und in der nun die Apostel tätig waren. Das Erlösungswerk war zur Zeit Jesu noch nicht vollbracht. Der Herr war noch nicht verherrlicht und der Geist Gottes war noch nicht auf diese Erde gesandt worden. Das alles war nun geschehen.

So wirkte der Herr jetzt in wunderbarer Kraft zum Segen der Juden und der Menschen ganz allgemein. Der Herr hatte es vorausgesagt. Er hatte es genau so versprochen. Hier sehen wir nun, dass Er sein Wort gehalten hat, wie Er es immer tut!