03.04.2020 Versammlung / Gemeinde | Fragen und Antworten

Zusammenkommen in Häusern und „an einem Ort“

Frage:

Gelegentlich wird die Frage gestellt: Muss man „an einem Ort" zusammenkommen, um am Tisch des Herrn zu sein, oder kann man auch in Häusern an mehreren Orten zusammenkommen? Kann man auch in Häusern das Brot brechen, oder wäre das nicht Tisch des Herrn bzw. Mahl des Herrn?

 

Antwort:

Von Beginn der christlichen Zeit finden wir, dass Gläubige in Häusern zusammenkamen. In der Apostelgeschichte lesen wir davon genauso wie in der Briefen. Und immer wieder gab es Zeiten, wo Christen in Häusern zusammenkamen, wie man den verschiedenen Kirchengeschichten entnehmen kann.

 

Jerusalem (in den ersten Tagen der christlichen Zeit)

Gottes Wort kennt also im Neuen Testament das Zusammenkommen im Haus, in Häusern. Wir lesen in der Bibel, dass die ersten Christen in Jerusalem in offensichtlich vielen Häusern zusammenkamen, weil es so viele Gläubige gab (Apg 2,46). Was wurde dort „getan"? Wir lesen von drei verschiedenen Aktivitäten:

 

1.        Man brach das Brot - Brotbrechen.

2.        Man nahm Speise mit Frohlocken zusammen - ein Liebesmahl.

3.        Man lobte Gott - man wollte Ihm besonders die Ehre geben.

 

Es wurde in den Häusern also nicht nur ein Liebesmahl eingenommen. Dieses wird nicht einmal an erster Stelle genannt, was wir gut verstehen können. Denn der Gehorsam gegenüber der Aufforderung des Herrn, „tut dies zu meinem Gedächtnis" steht an erster Stelle. Die praktische Gemeinschaft untereinander kommt danach.

 

Man brach in dieser Zeit somit täglich „als Versammlung" das Brot, wobei man über die Bedeutung dieser Handlung wohl noch nicht belehrt war. Dass die Gläubigen am „Tisch des Herrn" zusammenkamen, war ihnen damals nicht bekannt, obwohl es so war. Erst der Apostel Paulus teilt uns diese Wahrheit in 1. Korinther 10 mit.

 

Es war in der ersten Zeit sogar so, dass die Gläubigen wahrscheinlich nur vorübergehend in so vielen Häusern zusammen waren. Die 3 000 Menschen, die durch die erste Predigt von Petrus zum Glauben geführt wurden, waren zu einem großen Teil ja von außerhalb der Stadt (Apg 2,8-12). Wegen des Pfingstfestes, zu dem alle männlichen Israeliten nach Jerusalem kommen mussten (5. Mo 16,16) waren sie kurzzeitig in Jerusalem und mussten dann nach wenigen Tagen wieder in ihre Heimat zurückkehren. So bestanden diesen „Versammlungen in den Häusern" zweifellos nur vorübergehend. Später waren sicherlich weitaus weniger Christen in der Stadt, so dass auch in deutlich weniger Häusern zusammengekommen wurde.

 

Gleichwohl müssen wir natürlich vorsichtig sein, aus dieser Übergangszeit lehrmäßige Schlüsse zu ziehen. Mit Recht ist immer wieder darauf hingewiesen worden, dass beispielsweise die Sprachengabe und auch die Tatsache, dass man die Habe miteinander teilte, Zeichen der Anfangszeit waren und keineswegs eins zu eins auf unsre heutige Zeit übertragen werden können. Im Gegenteil. Daher ist es wichtig, entsprechende Bestätigungen in den Lehrbriefen des Neuen Testaments zu finden. Und diese gibt es auch.

 

Versammlungen in Häusern: Jerusalem, Rom, Kolossä, Laodizea

Im weiteren Verlauf der Apostelgeschichte wird dieser Punkt, was das Zusammenkommen in Häusern betrifft, bestätigt. In Apostelgeschichte 12 lesen wir, dass „von der Versammlung" anhaltend für Petrus gebetet wurde (Apg 12,5). Und wo fand diese Zusammenkunft statt? Im „Haus der Maria, der Mutter des Johannes, der auch Markus genannt wird, wo viele versammelt waren und beteten" (Apg 12,12). Offensichtlich waren bei weitem nicht alle Gläubigen aus Jerusalem dort beisammen, da natürlich nicht alle zusammen in ein Haus hineinpassten. Und dennoch war es ein Gebet „von der Versammlung". Das zeigt uns Gottes Sichtweise, dass es „die Versammlung" ist, selbst wenn nicht alle beisammen sind.

 

Auch die Gläubigen in Rom kamen in mehreren Häusern zusammen (vgl. Röm 16,5.14.15). Denn es wurden nicht nur Priska und Aquila und die Versammlung in ihrem Haus gegrüßt, sondern auch noch viele anderen Geschwister, die nach Vers 14.15 offensichtlich in anderen Häusern zusammenkamen. Gleiches gilt für Kolossä, wo man auch im Haus von Philemon zusammenkam (Phlm 2), oder für Laodizea (Kol 4,15).

 

Wenn wir also nicht alle an einem Platz eines Ortes, sondern an mehreren Plätzen (zum Beispiel in Häusern) zusammenkommen, das aber miteinander verbunden und nicht unabhängig voneinander tun, können wir auf diese Weise wie die Gläubigen in Jerusalem usw. die Einheit des Geistes verwirklichen und die Wahrheit darstellen: Da ist ein Leib (Eph 4,1-6). Somit sind es Zusammenkommen als Versammlung (Gemeinde). Der Grundsatz der Einheit ist allerdings sehr bedeutsam. Auch hier kann man mit Recht darauf verweisen, dass dies den ersten Christen lehrmäßig nicht bekannt war. Aber verwirklichte haben sie diese Wahrheit. Und wir müssen heute unbedingt darauf achten, dass dieser Grundsatz verwirklicht wird. Denn Unabhängigkeit der einzelnen Zusammenkommen führt dazu, dass Gottes Grundsätze aufgegeben werden und Unreinheit und Ungerechtigkeit Eingang in die Versammlung(en) findet.

 

Unberührt von dieser Frage bleibt der Grundsatz, den wir im Neuen Testament finden, dass es die Versammlung in Korinth gab, die Versammlung in Kolossä usw. - das bezeugt die Einheit der Versammlung (am Ort). So spricht Gott immer in seinem Wort.

 

Mit anderen Worten: Das Symbol des einen Brotes bleibt als solches bestehen, auch wenn de facto mehrere Brote benutzt werden: „Das Brot, das wir brechen ...wir, die Vielen..." (1. Kor 10,16-17). Paulus befand sich in Ephesus, die Briefempfänger waren in Korinth, und doch waren sie alle verbunden in dem Symbol des einen Brotes, in dem einen Leib. Wenn das über mehrere Orte hinweg galt, dann sicher erst recht am Ort so - gerade, wenn es aus praktischen Gründen erforderlich ist.

 

Eine Familie?

Noch ein Wort zur Frage, wer sich in den Häusern trifft, da dies gelegentlich überdacht wird: Es sind natürlich diejenigen, die zur Versammlung Gottes - sagen wir in - Rom gehören und im Umkreis dieses Hauses wohnen, womöglich auch solche, die Interesse an dem christlichen Zusammenkommen haben.

 

Auffallend ist, dass wir in den Fällen, wo wir von einer Versammlung in Häusern lesen, davon ausgehen müssen, dass es sich nicht nur um eine einzelne Familie oder ein einzelnes Ehepaar handelte, sondern dass mehrere beisammen waren. In Apostelgeschichte 2,46 ist von den Gläubigen insgesamt die Rede, sicher nicht von einer einzelnen Familie, die in einem Haus zusammenkam. Das große Thema hier ist die wunderbare Gemeinschaft der ersten Gläubigen untereinander.

 

Im Römer 16,2.4 sind es nicht nur Priska und Aquila, sondern zudem die Versammlung in ihrem Haus, also andere Gläubige mit ihnen. Ähnlich auch in den Versen 15.16. Auch in 1. Korinther 16,19 sind es nicht Aquila und Priszilla allein, sondern „samt" der Versammlung in ihrem Haus. Gleiches gilt für Nymphas „und" die Versammlung, die in seinem Haus ist (Kol 4,15). Dasselbe wird in Philemon 2 deutlich.

 

Wir dürfen also nicht den Schluss ziehen, dass deshalb, weil im Neuen Testament zum Teil „Haus" als Synonym für eine Familie steht (Apg 16,31), genau das in den Fällen gemeint wäre, in denen von der Versammlung in einem Haus die Rede ist. Die Tatsache, dass mit der Nennung der Versammlung in einem Haus jeweils mehrere Gläubige verbunden werden, führt zu der Schlussfolgerung, dass die Gemeinschaft im Sinn von 1. Korinther 10 gemeint ist, die keine familiäre Angelegenheit ist. 1 Manche kennen die Fragenbeantwortung von William J. Hocking, der in seiner Monatszeitschrift geschrieben hat, dass die Schrift nichts dagegen einzuwenden habe, wenn sich an einem Ort nur ein Ehepaar versammeln würde, falls die Umstände außergewöhnlich und unvermeidbar sind. Dieser Gedanke von W. J. Hocking ist nachvollziehbar, da Gottes Wort von „zwei oder drei“ als Mindestzahl für ein Zusammenkommen im Namen des Herrn spricht, nicht von zwei oder drei Familien. Man kann sich also außergewöhnliche Umstände vorstellen, die es gelegentlich auch gibt, wo ein Zusammenkommen immer kleiner wird, so dass sich am Ende nur noch Geschwister einer „Kern-Familie“ dort versammeln. Sind sie jetzt gezwungen, mit dem Brotbrechen aufzuhören? Wenn sie den Glauben haben, weiter im Namen des Herrn zusammenzukommen, wer sind wir, dass wir es ihnen untersagen wollten? Man sollte aber sehr vorsichtig sein, diese besonderen Umstände dann anzuwenden, wenn man anfängt, an einem Ort oder in einem Haus zusammenzukommen. Ausnahmen bleiben Ausnahmen und dürfen schon gar nicht im Alleingang oder in Unabhängigkeit eingefordert werden.

Binden und Lösen

Da, wo man im Namen des Herrn zusammenkommt, ob in einem kleinen Haus oder in größerer Zahl, muss man in der Lage sein, zu binden und zu lösen. Sonst wäre es kein Zusammenkommen im Namen des Herrn (Mt 18,18-20). Einmütigkeit inmitten der Versammlung am Ort (sagen wir: Korinth) ist dafür nötig, das heißt aber nicht notwendigerweise „Einstimmigkeit" (denn ein Einspruch muss immer schriftbegründet sein).  

 

Nehmen wir den traurigen Fall an, dass Hurerei nach 1. Korinther 5 an einem Ort vorkommt, ein einzelner (womöglich verantwortlicher) Bruder stellt sich gegen den Ausschluss, dann sind wir zwar nicht einstimmig, aber das heißt nicht, dass wir nicht ausschließen könnten (oder müssten). 

 

Muss man nicht an „einer Stelle" zusammenkommen?

Es könnte argumentiert werden, man müsse in einer Stadt an einer (gemeinsamen) Stelle (alle an einem Ort) zusammenkommen, um am „Tisch des Herrn" versammelt zu sein. Das aber entspricht nicht der Lehre des Wortes Gottes.

 

Ein scheinbares Gegenargument könnte sein, dass doch der Apostel davon spricht in Verbindung mit Korinth, wo wir die Ordnung der Versammlung vorgestellt bekommen: „Wenn nun die ganze Versammlung an einem Ort zusammenkommt ..."

 

Korinth: Epi to auto - an einem Ort

Kamen sie denn in Korinth nicht alle an einem Ort zusammen? Der Apostel spricht über diese Frage nicht, so dass wir sie letztlich offenlassen müssen. Aber der Apostel spricht in Kapitel 14,23 und 11,20 von „an einem Ort", könnte man einwenden. Was aber ist damit gemeint?

 

Hier benutzt der Apostel einen Ausdruck (epi to auto), der öfters im Neuen Testament vorkommt. Nehmen wir das Vorkommen dieses Ausdrucks in Apostelgeschichte 2,44: „Alle aber, die glaubten, waren beisammen [epi to auto]." Natürlich waren diese 3 000 Geschwister nicht an einem einzelnen Ort, sondern durch innere Verbundenheit „beisammen". Ein Bibelausleger schreibt dazu: „Hier in unserem Vers bezeichnet er [der Ausdruck epi to auto] sicherlich nicht ein Zusammenkommen als Versammlung, sondern mehr ein zwangloses, fortdauerndes Beisammensein der Gläubigen, das auch Alltägliches wie normale Mahlzeiten miteinschloss. Das Bewusstsein der empfangenen Gnade zog sie in Liebe zueinander, und so blieb die Schar der Erlösten beisammen, umgeben von einem „verkehrten Geschlecht"." (Christian Briem über Apostelgeschichte 2, S. 316).

 

Auch in 1. Korinther 11,20 und unter anderem in Apostelgeschichte 4,26 finden wir „epi to auto": „Die Könige der Erde traten auf, und die Obersten versammelten sich miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Christus." Die Gläubigen in Jerusalem zitieren in ihrem Gebet Psalm 2 und wenden ihn auf die Verurteilung des Herrn an. Waren denn Herodes, Pilatus, Annas und Kajaphas alle an einem gemeinsamen Ort? Nein, sie verurteilten den Herrn in verschiedenen Sitzungen und an ganz verschiedenen Orten. Aber sie waren Brüder im Geiste, „miteinander versammelt" in der Ausrichtung ihrer Gedanken und Überzeugungen.

 

Der Bibelausleger William Kelly schreibt in seinem Kommentar zu Philemon 2: „Das Wort „Zusammenkommen" (ἐπὶ τὸ αὐτὸ) bezieht sich auf die Einheit der Absicht. Man mag nur an einem oder auch an mehreren Plätzen zusammen sein, man bleibt diesem Grundsatz treu, wie an anderer Stelle deutlich nachgewiesen wurde. Solange man im Glauben an die Gegenwart des Herrn in der Mitte handelt, ist das örtliche Zusammenkommen der Ausdruck von: „Das ist ein Leib und ein Geist" (Eph 4,4). Zu übersetzen „an einem Platz" begrenzt das Zusammenkommen in unangemessener Weise und mag in einem konkreten Fall ganz falsch sein. „Beisammen" ist der wahre Gedanke, der es je nach den Umständen offen lässt, ob man an einem oder mehreren Plätzen zusammenkommt, so lange man die Einheit des Geistes im Band des Friedens bewahrt und der Herr und das Wort seiner Gnade geehrt werden.

 

In mehreren Häusern - aber auf dem Grundsatz der Einheit

Genauso ist es auch, wenn das Brot in mehreren Häusern (oder Versammlungsräumen) „an einem Ort", nämlich geistlichen Ort, in praktischer Gemeinschaft am Tisch des Herrn gebrochen wird (1. Kor 11) oder man zur Auferbauung der Gläubigen zusammenkommt (Kap. 14). Man kann in verschiedenen Häusern im Namen des Herrn versammelt sein.

 

Die biblische Schlussfolgerung lautet somit: Man kann am Tisch des Herrn (also auf diesem Grundsatz, der untrennbar mit der Einheit des Leibes in Verbindung steht) versammelt sein und doch in verschiedenen Häusern das Brot brechen.

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der Apostel Paulus gerade in dem Brief, in dem er die Ordnung im Haus Gottes, der Versammlung, vorstellt, von einer Versammlung in einem Haus spricht. „Es grüßen euch die Versammlungen Asiens. Es grüßen euch vielmals im Herrn Aquila und Priszilla samt der Versammlung in ihrem Haus" (1. Kor 16,19). Das heißt, die örtlichen Versammlungen in Asien werden neben die Versammlung im Haus von Aquila und Priszilla gestellt.

 

Dieses Ehepaar befand sich zu diesem Zeitpunkt in Ephesus, einer großen Stadt mit vielen Gläubigen, wo man unter anderem in ihrem Haus zusammenkam. Wir wissen, dass sie mehrfach umzogen sind und immer wieder ein Zusammenkommen in ihrem Haus war. Wir haben also gerade in dem Lehrbrief über die Versammlung Gottes, den manche als einzige Grundlage für die Ordnung in der heutigen Zeit akzeptieren wollen, einen deutlichen Beleg dafür, dass es auch heute nach Gottes Gedanken sein kann, wenn an einem Ort die Versammlung in Häusern zusammenkommt. Natürlich, wie gesagt, genau dann, wenn man das nach Gottes Wort in Einheit und Einmütigkeit am Ort tut.

 

Vorsicht geboten

Das heißt natürlich nicht, dass man sich dann nach Sympathie oder anderen, unbiblischen Argumenten das „Haus" auszusuchen, was einem am besten in die persönlichen Vorstellungen passt. Das würde zu einer Gruppenbildung führen und gerade nicht dem biblischen Grundsatz der Einheit dienen.

 

Daher ist bei dem Gedanken, sich in Häusern zu versammeln, zweifellos eines zu bedenken: Die Gefahr, dass sich aus einer Notsituation, aufgrund derer man sich in Häusern versammelt, ein „unabhängiges" Haus entwickelt, ist groß. Wenn somit vorher schon entsprechende Tendenzen vorhanden sind, muss im Licht des Wortes Gottes und in Weisheit überlegt werden, ob dieser Weg richtig ist. Denn nicht jeder Weg, der möglich ist, ist auch zu jeder Zeit und an jedem Ort der Weg, den der Herr uns führt.

 

Es gibt somit eine gewisse geistliche Voraussetzung, die ich nicht als „formale Bedingungen" benennen möchte, die aber unbedingt zu überdenken sind. Gibt es ausreichend Vertrauen zu den einzelnen „Häusern", dass dort im Sinn der Schrift und des Herrn Jesus Christus gehandelt wird. Sind die Einsicht und das Verantwortungsbewusstsein vorhanden, wirklich im Einvernehmen mit den Geschwistern und Brüdern am Ort zu handeln (auch, was Binden und Lösen betrifft), oder gibt es eine Neigung, unabhängig zu handeln und eigenmächtig zu entscheiden? Gibt es überhaupt eine innere, ernsthafte „Übung" vor dem Herrn in diesen Fragen?

 

Das alles sollte nüchtern und besonnen bedacht werden, sicher nicht hastig. Der Herr weiß besser als wir einzuschätzen, wenn wir bei plötzlichen Veränderungen zunächst einmal überfordert sind. Das sollten wir nicht außer Acht lassen und uns nicht weiser dünken, als wir sind.

 

Vorrecht

Bei allem wollen wir festhalten: Es ist ein wunderbares Vorrecht, dass der Herr uns schenkt, in seinem Namen zusammenzukommen, bis Er kommt! Entscheidend ist, dass man nach Gottes Gedanken und nicht in Unabhängigkeit voneinander zusammenkommt. Dass man versammelt ist um Ihn. Er muss der Mittelpunkt unserer Herzen, unserer Gedanken, der Versammelten sein. Wir müssen Ihm gehorsam sein wollen.


Fußnoten:

1 Manche kennen die Fragenbeantwortung von William J. Hocking, der in seiner Monatszeitschrift geschrieben hat, dass die Schrift nichts dagegen einzuwenden habe, wenn sich an einem Ort nur ein Ehepaar versammeln würde, falls die Umstände außergewöhnlich und unvermeidbar sind. Dieser Gedanke von W. J. Hocking ist nachvollziehbar, da Gottes Wort von „zwei oder drei“ als Mindestzahl für ein Zusammenkommen im Namen des Herrn spricht, nicht von zwei oder drei Familien. Man kann sich also außergewöhnliche Umstände vorstellen, die es gelegentlich auch gibt, wo ein Zusammenkommen immer kleiner wird, so dass sich am Ende nur noch Geschwister einer „Kern-Familie“ dort versammeln. Sind sie jetzt gezwungen, mit dem Brotbrechen aufzuhören? Wenn sie den Glauben haben, weiter im Namen des Herrn zusammenzukommen, wer sind wir, dass wir es ihnen untersagen wollten? Man sollte aber sehr vorsichtig sein, diese besonderen Umstände dann anzuwenden, wenn man anfängt, an einem Ort oder in einem Haus zusammenzukommen. Ausnahmen bleiben Ausnahmen und dürfen schon gar nicht im Alleingang oder in Unabhängigkeit eingefordert werden.