08.04.2020 Persönlicher Glaube

Vorher – nachher (3): Aus dem Tod zum Leben (FMN)

Vorher: Tot für Gott

Vor unserer Bekehrung waren wir „tot in Sünden und Vergehungen" (Eph 2,1). Das heißt, dass wir für Gott wie geistlich tot waren, auch wenn wir quicklebendig als Sünder lebten. Aber dieses Leben war kein wirkliches Leben! Wir fristeten vielmehr unser Dasein als Sklaven der Sünde (Röm 6,17), geknechtet von Satan, dem Fürst dieser Welt. Ein Sünder befindet sich aus Sicht Gottes moralisch im Bereich des Todes, und damit getrennt von Gott und dem Sohn Gottes, der das ewige Leben ist (1. Joh 5,20).

Der natürliche Mensch, der ein Sünder ist, erkennt in der Regel nicht, dass er eigentlich (geistlich) tot ist. Es kümmert ihn auch nicht. Erst, wenn der Vater ihn zu seinem Sohn zieht (Joh 6,44) und er zum rettenden Glauben an den Herrn Jesus kommt, erkennt er, „wie tot" er vorher tatsächlich war.

Das „Vorher" war ein schrecklicher Zustand. In diesem waren wir alle ganz und gar unfähig, zu Gott zu kommen, geschweige denn etwas an diesem toten Zustand zu ändern. Die Liebe Gottes musste tätig werden, um uns Leben zu geben. Und so sandte Er seinen eingeborenen Sohn, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe (Joh 3,16).

Aus dem Tod zum Leben

Wer an Jesus Christus glaubt, das heißt an seine Person und an sein Erlösungswerk am Kreuz von Golgatha, hat ewiges Leben. Dieser ist dann „aus dem Tod in das Leben übergegangen" (Joh 5,24) und „mit dem Christus lebendig gemacht" (Eph 2,5). Damit beginnt das eigentliche, das wahre Leben, ein Leben, das sich lohnt.

Das ewige Leben ist dabei nicht nur ein Leben, das nie aufhört. Es ist ein Leben völlig neuer Qualität, ein Leben wahrer Freude, mit Inhalt und Ziel. Inhalt, weil die Gemeinschaft mit Gott als Vater nun unser Leben kennzeichnet, was uns völlige Freude gibt (1. Joh 1,4). Und Ziel, weil unser Leben auf Christus ausgerichtet ist und wir darauf warten, bei Ihm in der Herrlichkeit zu sein.

Entweder man hat das Leben oder man hat das Leben nicht. Der Apostel Johannes schreibt: „Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht" (1. Joh 5,12). Und doch spricht der Herr Jesus auch davon, dass Er dieses Leben nicht sparsam gibt: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben" (Joh 10,10).

Dieses Leben haben wir nicht unabhängig von Christus, denn es ist in dem Herrn Jesus, dem Sohn Gottes (1. Joh 5,11). Er ist auch selbst das ewige Leben: „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben" (1. Joh 5,20). Es ist großartig, dass Er uns geschenkt hat, dieses Leben zu haben!

Schätzen wir dieses ewige Leben, das Gott uns aus Gnade gegeben hat? Dankst Du Ihm jeden Tag dafür, dass Er Dich aus dem Tod in das Leben geführt hat? Das ist ein Wunder der Gnade Gottes.

Folgen für die Praxis

Leben statt Tod - das ist ein völliger Stellungswechsel, wie er größer nicht sein könnte. Aber er hat auch große Auswirkungen auf die Praxis unseres Lebens. Das neue, ewige Leben befähigt uns, mit Gott zu verkehren, Ihn anzubeten, mit Ihm gemeinsame Gedanken, das heißt, Gemeinschaft zu haben.

Das neue, ewige Leben wird sichtbar. Um zu zeigen, wie absolut das wahr ist, sagt Gott uns in absoluter, grundsätzlicher Weise: Der aus Gott Geborene „tut nicht Sünde" und „er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist" (1. Joh 3,9). Er sagt uns gleichsam: Willst Du wissen, was einen Wiedergeborenen (oder aus Gott Geborenen) kennzeichnet? Nun - er sündigt nicht. „Der aus Gott Geborener bewahrt sich" (1. Joh 5,18).

Es ist herrlich, dass Gott so spricht! Auch wenn unsere Erfahrung uns anderes lehren mag, denn wir sündigen leider sehr oft, ja wohl täglich. Aber trotzdem sagt Gott es so, um uns zu zeigen, wie unnormal es für einen Wiedergeborenen ist zu sündigen! Das neue, ewige Leben passt nicht zu Sünde. Es ist ihr völlig entgegengesetzt. So werden diese grundsätzlichen Aussagen zur Belehrung für unsere Praxis.

Hast du auch Leben aus Gott, bist du aus dem Tod in das Leben übergangen? Dann lass es auch in der Praxis dadurch sichtbar werden, dass du nicht das tust, was zum Bereich des Todes, des Getrenntseins von Gott gehört, zu dem, was du früher einmal warst, jetzt aber nicht mehr. Dass hier Wachsamkeit nötig ist, erkennen wir aus dem Epheserbrief. Dort ermahnt uns Gott: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, und der Christus wird dir leuchten!" (Eph 5,14). Das zeigt, dass auch ein Gläubiger unter den Ungläubigen (den Toten) gar nicht als Lebender auffallen wird, wenn er sich wie diese verhält.

Gott hat uns ewiges Leben geschenkt. Vorher waren wir tot - jetzt sind lebendig gemacht in Christus Jesus (Eph 2,5). Es ist wirklich ein überragender Reichtum seiner Gnade, den Er in Güte an uns erwiesen hat (Eph 2,7).

Folge mir nach – Heft 4/2020