26.03.2020 Persönlicher Glaube | Versammlung / Gemeinde

Wer hinter Corona steht (1)

Wir singen - mit Recht - in einem Lied: „Auch wenn der Weg durch Wogen, durch Dunkelheiten führt, steht Jesus doch am Ufer, von uns oft unerkannt. Was unsre Augen sehen, ist nur, was uns beschwert, doch Er ist in den Leiden - von uns oft unerkannt."

 

Das wollen wir unbedingt festhalten, dabei aber nicht verkennen, dass es auch eine andere Seite gibt. Von dieser spricht zum Beispiel der Apostel Paulus: „Deshalb wollten wir zu euch kommen (ich, Paulus, nämlich), einmal und zweimal, und der Satan hat uns daran gehindert" (1. Thes 2,18).

 

Nun fragen wir uns: Was oder besser gesagt wer steht eigentlich hinter dem Coronavirus, das uns seit Wochen nun in Atem handelt? Dazu skizziere ich einige Gedanken.

 

Was Ungläubige betrifft

1.     Der Panikmacher

Was ist die Reaktion vieler Menschen auf das Virus gewesen? Angst, Panik. Das spürt man noch heute, dass man nur noch in großem Abstand von Menschen gehen und stehen darf. Und wehe, man nähert sich ihnen zu sehr, werden etliche sofort laut. Angst, die im Blick die meisten völlig überzogen ist.

 

Wer löst Panik aus? „Der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge" (1. Pet 5,8). Keine Frage, der Teufel ist der große Angstmacher, der Panik auslöst. Er versucht, die Menschen einzuschüchtern und sie in Angst zu versetzen. Dann sind sie nicht mehr in der Lage, nüchtern und besonnen Entscheidungen zu treffen. Ratlosigkeit ist die Folge.

 

Wir denken auch daran, dass es der ist, von dem ein Schreiber sagt, dass er die Macht des Todes hat: „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran teilgenommen, damit er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel" (Heb 2,14). Der Herr hat ihn zunichtegemacht. Aber vollzogen wird dieses Gericht erst in der Zukunft. Noch immer schreckt Satan die Menschen mit Todesangst.

 

 

2.     Der Beschäftiger

Man möchte eigentlich glauben und hoffen, dass die Menschen angesichts der Angst zum Nachdenken kommen. Dass sie überlegen, was nach ihrem Tod sein kann. Aber es gibt einen, der das nicht will. Der sie damit beschäftigt, dass sie mit ihrem Leben klar kommen. Dass sie sich mit ihrer Angst beschäftigen. Dass sie sich mit dem Thema des Virus beschäftigen, statt mit Gott und mit ihrer Seele. Dass ihre Gedanken und Herzen gefangengenommen werden und nicht offen sind für die Gute Botschaft.

 

„Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt" (Off 12,9). Noch ist dieses Ereignis nicht geschehen, nämlich dass der Teufel auf die Erde geworfen wird. In der Drangsalszeit, von der dieser Vers spricht, wird er noch schlimmer wüten. Aber schon heute ist er als die listige Schlange unterwegs, der die Menschen von den richtigen Gedanken wegbringen möchte. Er möchte nicht, dass sie sich mit dem Heil beschäftigen, sondern dass sie ständig in den geöffneten Rachen des Löwen hineinschauen.

 

3.     Der Beschwichtiger

Und dann gibt es solche, die das alles nicht ernst nehmen. Auch das redet ihnen dieser Widersacher ein. Es wird schon wieder besser werden. Du wirst schon von der Schippe springen - Du bist bestimmt nicht betroffen, höchstens andere.

 

Oder man hört, wie heute in der Bundestagsdebatte: Wir werden nach der Krise stärker sein, besser sein. Alles wird gut (was leider auch manche Christen einfach daher sagen ...). Wir packen das. Gemeinsam sind wir stark.

 

Was sagt Paulus vom Teufel: „ihn [der Antichrist, der falsche Prophet], dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge" (2. Thes 2,9). Der Teufel ist der große Lügner. Er unterstreicht seine Lügen auch noch mit Wundern. Vielleicht werden wir uns noch wundern, wie von heute auf morgen das Problem auf einmal behoben ist. Und dann: War alles nur „fake"? Sicher nicht! Das Leben geht weiter, muss irgendwie weiter gehen, bloß nicht intensiver nachdenken. Alles nicht so schlimm!

 

Wirklich nicht? Es geht nicht einfach um das irdische Leben, sondern um das ewige Leben. „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle" (Mt 10,28).

 

Was Gläubige betrifft

1.     Der Panikmacher

Man kann - leider - spiegelbildlich schreiben, was für Ungläubige gilt: Was ist die Reaktion vieler Christen auf das Virus gewesen? Angst, Panik. Das spürt man, wie manche reagieren, wenn man davon spricht, dass wir in Gottes Hand sind. Das Virus ist ernst zu nehmen; Krankheiten und Krankheitserreger haben wir immer in gewisser Hinsicht ernst zu nehmen. Aber Angst und Panik? Glauben wir noch, dass Gott größer ist und über allem steht, auch über uns?

 

Wer löst Panik aus? „Seid nüchtern, wacht; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge" (1. Pet 5,8). Interessant, dass dieser Vers beginnt: Seid nüchtern! Auch uns Christen will der Teufel diese Nüchternheit nehmen. Er möchte, dass wir ständig meinen, vor einem brüllenden Löwen zu stehen. Dabei haben wir doch unseren Herrn auf unserer Seite, oder?

 

Und was ist, wenn es Todesfälle unter Gläubigen gibt? Natürlich gibt es diese! Denn wir sind doch nicht immun gegen dieses Virus (wie wir auch gegen andere Erreger nicht immun sind, weil wir an den Herrn Jesus glauben!). Täglich sterben Christen an Krankheiten, Verletzungen usw. Löst das bei uns Angst und Panik aus? Hoffentlich nicht. Wir gehen dann heim, wir sind bei Christus. Lasst uns das nie vergessen. Unsere Zeit ist in seinen Händen - so oder so! Nicht, dass wir leichtsinnig oder fahrlässig handeln sollten - keineswegs! Aber Panik? Hamsterkäufe ...

 

Petrus fährt fort: „Dem widersteht standhaft im Glauben!" (1. Pet 5,9). Natürlich, bei den Empfängern dieses Briefes ging es um das Widerstehen im Blick auf Verfolgungen. Aber Petrus drückt sich hier sehr allgemein aus. Lasst uns im Glauben widerstehen und nicht zulassen, dass es dem Teufel gelingt, uns Tag und Nacht mit diesem Virus und seinen Folgen zu beschäftigen.

 

2.     Der Verhinderer

Manchmal wird diese Taktik des Teufels übersehen. Man meint, dass die Regierungen doch jetzt Gutes von uns verlangen, zum Beispiel, dass es keine Versammlungen von sogenannten Glaubensgemeinschaften geben darf, um die Ansteckung einzudämmen. Mein Punkt ist nicht, was die Regierungen tun, sondern was der will, der dahinter steht.

 

Was möchte der Teufel? Dass wir als Christen nicht zusammenkommen. Vielen Christen mag das relativ egal sein. Sie haben ihre virtuelle Kirche. Oder ihnen sind die Zusammenkünfte nicht so wichtig. Abendmahl haben sie maximal einmal im Monat.

 

Und wie steht es um uns persönlich? Uns sind die Zusammenkünfte wichtig, auch das Gedächtnismahl. Es ist die einzige Gelegenheit, wo wir in dieser Weise die persönliche Gegenwart des Herrn in der Mitte der Gläubigen erleben können (Mt 18,20). Wir wollen auf dieses Zusammenkommen nicht verzichten. Und das weiß der Teufel. Er verhindert, wo immer das möglich ist, dass wir diesem Wunsch und Vermächtnis des Herrn nachkommen können.

 

Nach Christus gibt es keinen größeren Angriffspunkt für Satan als die Versammlung. Denn sie ist die einzige göttliche Körperschaft hier auf der Erde, heute. In ihr wohnt der Geist Gottes. Der Teufel versucht alles, ihr zu schaden. Das Virus ist ihm dabei ein sehr willkommenes Mittel.

 

3.     Der Streiterzeuger

Schon immer wollte der Teufel Streit unter die Gläubigen bringen. Das Virus ist ihm dazu ein probates Instrument. Der Apostel sah die Gefahr bei den Korinthern und schrieb daher: „Wem ihr aber etwas vergebt, dem vergebe auch ich; denn auch ich, was ich vergeben, wenn ich etwas vergeben habe, habe ich um euretwillen vergeben in der Person Christi, damit wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt" (2. Kor 2,10.11). Er soll nicht triumphieren - bei uns am Ort und darüber hinaus.

 

Gibt es nicht die große Gefahr, dass der Teufel es schafft, etwas, was unserem Fleisch sehr willkommen ist - Streit - unter die Gläubigen zu säen (Gal 5,20; Jak 4,1)? Er schafft das, weil wir uns nicht bewusst machen, dass wir mit Christus gestorben sind und unser Fleisch keine Autorität in unserem Leben haben darf. Der Teufel freut sich, wenn Christen in Streit geraten, wer geistlicher ist, wer weltlicher ist usw.

 

Wie tragisch, wenn jetzt an einem Ort zwei Überzeugungen vorhanden sind und diese zu einem Gruppendenken führen. Gott hat Einheit bewirkt. Wir sollen diese Einheit bewahren im Band des Friedens. Keiner ist geistlicher, weil er so oder so handelt. Lasst uns unsere eigenen Herzen da prüfen!

 

4.     Der Magnet (in die Welt)

Der Teufel möchte uns auch in die Welt ziehen. Schon mit dem Herrn Jesus hat er das versucht: „Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit" (Mt 4,8). Wie viel mehr versucht er das mit uns, die Welt schmackhaft zu machen.

 

Wenn jetzt an einigen Orten keine Zusammenkünfte stattfinden, ist die Gefahr groß, dass man sich daran gewöhnt. Wenn schon Demas den gegenwärtigen Zeitlauf lieb gewonnen hat, wie viel mehr stehen wir in Gefahr angesichts der vielen Angebote, das zu tun. Wie leicht kann man sich daran gewöhnen, den Sonntag „frei" zu haben. Wie wichtig ist es, dass wir dem Satan diesen Triumph nicht schenken. Hier ist der Hirtendienst am Ort so wichtig, dass wir erkennen, wo wir - mit den Mitteln, die wir jetzt noch nutzen können - zum Wohl der Gläubigen tätig sind.

 

5.     Der Dramatisierer

Ganz leicht können jetzt Bibelstellen uns zur Furcht bringen, die Gott dem ungläubigen Volk Israel züchtigend vorstellen musste. Wir lesen zum Beispiel in Maleachi 1,10: „Wäre doch nur einer unter euch, der die Türen verschlösse, damit ihr nicht vergeblich auf meinem Altar Feuer anzündetet! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der Herr der Heerscharen, und eine Opfergabe nehme ich nicht wohlgefällig aus eurer Hand an."

 

Ja, wir müssen als Teil der Christenheit sagen, dass dies leider wahr ist. Was auf dem Boden falscher Lehre und von Unmoral gebracht wird, kann Gott nicht gefallen. Niemals! Aber so etwas sagt Er nicht zu solchen, die wirklich Leben aus Gott haben, die Ihm gehorsam sein möchten, so schwach und fehlerhaft das auch ist.

 

So hat Gott nicht zu den Korinthern gesprochen. Er legte ihnen nicht auf, mit den Zusammenkünften aufzuhören, weil ihr Zustand so böse war. Er wollte, dass sie umkehrten, dass sie sich demütigten, um weiter zusammenzukommen.

 

Hier erleben wir den Teufel als jemand der die „Gestalt eines Engels des Lichts annimmt" (2. Kor 11,14), der sich verstellt und unser Versagen sehr groß vorstellt, um unser Gewissen zu zertrümmern: „Wie kann man in diesem Zustand noch zusammenkommen, wo so etwas so plötzlich über uns Christen gekommen ist! Das ist von Gott (das schauen wir uns ein anderes Mal auch genauer an!), wir müssen erst einmal innehalten!"

 

Ja, unser geistlicher Zustand mag nicht gut sein, das müssen wir bekennen. Aber Gott dramatisiert nie, wie Er Dinge auch nicht klein redet. Vor allem ist der Thron Gottes immer offen - für Fürbitte und Anbetung vonseiten derer, die Ihn ehren wollen.

 

6.     Der Zeit-Dieb

Der Apostel Paulus ruft uns zu: „Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes" (Kol 3,1). Gott möchte, dass wir uns mit himmlischen Dingen beschäftigen, mit dem Herrn Jesus, mit der Nachfolge hinter Ihm her usw.

 

Was aber passiert aktuell? Der Teufel hat es geschafft, dass wir mehr im Internet recherchieren, wie die aktuellen Zahlen gerade sind, was wirklich „wahr" ist, ob nicht übertrieben wird, ob nicht untertrieben wird, usw. Das heißt, der Feind stiehlt uns die Zeit, uns mit dem Wichtigen des Lebens zu beschäftigen - mit dem, was wirklich zählt. Unsere Gedanken, unsere Emotionen, unsere Zeit, und Sinnen, alles wird durch das Irdische gefangen genommen. Und auf der Strecke bleibt ganz schnell das wahre, das himmlische Christentum.

 

Ich rede nicht das Wort einer Einstellung, die „abhebt" und das Irdische komplett zur Seite stellt. Nein, wir sollen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben. Aber der Teufel schafft es, dass wir gefangengenommen werden. Und wir lassen es zu ...

 

 

Zum Schluss

Die Gedanken und Ziele des Teufels sind uns nicht unbekannt. Gott berichtet darüber in seinem Wort. Wir wollen nüchtern sein und erkennen, wer hier hinter der Szene tätig ist. Wir sollten uns wappnen und Gott treu sein in allem. Das kann unser Herr von uns erwarten.