28.02.2020 Apostelgeschichte | Versammlung / Gemeinde

Gedankensplitter (9) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 2)

Petrus fügt in seiner Ansprache an die Juden noch einen bemerkenswerten Satz hinzu: „Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele irgend der Herr, unser Gott, herzurufen wird“ (Apg 2,39).

 

Was ist diese Verheißung?

Was ist mit Verheißung gemeint? Es geht um das, was der Herr Jesus seinen Jüngern kurz vor seiner Himmelfahrt verheißen, das heißt versprochen hatte: Der Heilige Geist sollte auf sie herabkommen (Apg 1,8). Das war sogar die Verheißung des Vaters gewesen (Apg 1,4). So sehen wir hier, dass die drei Personen der Gottheit – Vater, Sohn und Heiliger Geist – tätig werden zum Segen der Gläubigen auf der Erde.

 

Die Verheißung an Israel

Die Verheißung, dass Gott seinen Geist über das Volk Israel ausschütten würde, finden wir mehrfach im Alten Testament. Joel hat davon gesprochen, wie Petrus in seiner Rede schon deutlich gemacht hat.

Auch Jesaja spricht davon: „Denn ich werde Wasser gießen auf das Durstige und Bäche auf das Trockene; ich werde meinen Geist ausgießen auf deine Nachkommen und meinen Segen auf deine Sprösslinge. Und sie werden aufsprossen zwischen dem Gras wie Weidenbäume an Wasserbächen. Dieser wird sagen: Ich bin des Herrn, und jener wird den Namen Jakobs ausrufen; und dieser wird mit seiner Hand schreiben: Ich bin des Herrn, und wird den Namen Israels ehrend nennen“ (Jes 44,3-5).

 

Die Verheißung des Vaters

In unserem Abschnitt aber geht es nicht nur darum, dass Gott seine Verheißung wahrmacht, seinen Geist „über“ das Volk auszugießen, sondern dass der Vater sein Versprechen einlöst, dass der Geist Gottes kommt und auf der Erde bleibt, also wohnt. Er würde sogar in den Gläubigen wohnen.

Das finden wir an keiner Stelle im Alten Testament vorhergesagt. Und es ist ja auch die Verheißung des Vaters! So kannte Ihn Israel zwar als Volk insgesamt (Jes 22,21), nicht aber der Einzelne in Israel. Wir Christen dagegen kennen Gott als Vater sowohl als Versammlung Gottes als auch als Einzelpersonen. Wir Christen gehören nämlich als Kinder direkt zu seiner Familie.

 

In der Ferne

Damit bin ich auch bei dem zweiten Teil dieses Verse. Denn nicht nur solch, die aus dem Judentum stammten und die Botschaft von Petrus annahmen, kamen in den Genuss dieser Segnungen. Auch diejenigen, „die in der Ferne sind“, also wir, die wir aus den Nationen kommen. Von den Nationen war am Pfingsttag in Apostelgeschichte 2 kein Einziger anwesend. Und ich bin sicher, dass sich Petrus in diesem Augenblick gar nicht bewusst war, was für eine Tragweite seine Aussage hatte. Aber auch diejenigen, die sich aus dem götzendienerischen Heidentum bekehren sollten, würden den Geist Gottes, Vergebung der Sünden und die Gotteskindschaft erhalten.

Der Apostel Paulus entfaltet diesen Punkt später in Epheser 2 in ausführlicher Weise und zeigt dort, dass Gott die Trennung zwischen Juden und Heiden heute aufgehoben hat in der Versammlung Gottes. Dort gibt es keine bekehrten Heiden neben bekehrten Juden, sondern aus beiden ist ein neuer Mensch geschaffen worden, in dem diese ehemaligen Unterschiede keine Rolle mehr spielen.

 

Gott ruft!

Petrus betont noch einen letzten Punkt in diesem Vers: Gott selbst ist es, der Menschen herzuruft. Ja, wir haben die Verantwortung, uns zu bekehren. Ja, wir müssen Buße tun. Aber letztlich ist alles Gottes Werk. Hier sehen wir also schon den Keim dessen, was der Apostel Paulus später als Auserwählung zeigt. Gott ruft, Er ruft herzu. Und Er tut das mit Autorität. Deshalb wird Er hier Herr genannt.

Keine Frage: Dass „Herr“ hier ohne Artikel gebraucht wird, ist auch ein Hinweis darauf, dass Petrus an Jahwe denkt, also an Gott, wie Er sich im Alten Testament seinem Volk Israel gegenüber offenbart hat. Und damit macht Petrus allen Zuhörern deutlich: Der Gott der Christen, der Gott der Heiden (also derer, die sich aus dem Heidentum bekehren würden), ist kein anderer Gott als derjenige, den wir kennen und kannten: Jahwe. Und das ist Gott, der Autorität über uns Menschen besitzt. Er ruft uns herbei. Und wenn wir diesem Aufruf Folge leisten, dann sind wir seiner Stimme gehorsam. Das wird Paulus später auch noch einmal etwas ausführlicher betonen und wiederholen (Apg 17,30.31).

 

Sind wir dankbar!

Wie dankbar dürfen wir sein, dass Gott auch uns aus unserer sündigen Umgebung herausgerufen hat. Er ist es, dem wir jeden Segen verdanken. Der Herr hat ihn uns vermittelt durch sein Werk. Und in der Kraft des Geistes, der jetzt in uns wohnt, können wir diesen Segen genießen.