12.01.2020 Jesus Christus / Gott

Ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich – eine Andacht

Als der Herr Jesus Mensch wurde und auf diese Erde kam, da war Er „wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich“. So wie eine kleine zarte Pflanze das Erdreich durchbricht und sich in seiner Schönheit nach und nach entfaltet, so war das Leben des Herrn Jesus in jeder Hinsicht schön für Gott. 

 

Der Vater konnte zu verschiedenen Zeitpunkten vom Himmel her Seine Freude und Sein tiefstes Wohlgefallen an Seinem Sohn Jesus Christus bezeugen. „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Die Umgebung, in der Jesus Mensch wurde, glich allerdings nicht einem kultivierten und gepflegten Erdboden, sondern einem „dürren Erdreich“ bzw. einer Wüste. So glich Israel zur Zeit Jesu geistlicherweise einem unfruchtbaren und ausgetrockneten Land. 

 

Die Voraussetzungen, um Frucht für Gott zu bringen und Seinen Vater zu ehren, waren also, menschlich gesprochen, denkbar schlecht. Von Seinen Kindheitstagen an gab es Mordpläne gegen ihn. Er kam zu Seinen Landsleuten, Seinem eignen Volk Israel, aber „die Seinigen nahmen ihn nicht auf“. Ablehnung, Verachtung und Leiden prägten das Leben Jesu. Und doch hat Er gerade in dieser Umgebung Frucht gebracht und Gott aufs Äußerste verherrlicht, indem Er Ihm jederzeit hingegeben und vollkommen gehorsam war.

 

Gerade in Ihm konnte Gott Seine Pläne zur Rettung von Sündern verwirklichen. In dem Herrn Jesus hat Gott Geschichte geschrieben und sich selbst groß gemacht. In Ihm hat Er die Lösung für meine Schuld zustande gebracht. 

 

Auch im Leben Josephs, des Sohnes Jakobs, gab es nach menschlichem Urteil schlechte Startbedingungen. Sein Vater hatte sich viele Frauen genommen und dadurch Gottes Gebot der Einehe missachtet. Schon als junger Mann erlebte Joseph schmerzhaft, dass seine Brüder ihn hassten, als sie ihn in eine Grube warfen. Seinem Vater versicherten sie, er lebe nicht mehr, und schließlich verkauften sie ihn an eine Karawane von Sklavenhändlern. Josephs Brüder hatten auch so einiges auf dem Kerbholz: Juda ließ sich auf eine Prostituierte ein, Simeon und Levi wurden zu brutalen Rächern ihrer Schwester Dina, und Ruben hatte eine inzestuöse Beziehung zu Bilha, der Nebenfrau seines Vaters Jakob.

 

Trotz allem benutzte Gott die schlechten Voraussetzungen im Leben Josephs, um ihn zum Herrscher in Ägypten zu erhöhen! Durch Tiefen hindurch wurde er von Gott groß gemacht. Seine Gnade hatte gesiegt.

 

Vielleicht siehst du in deinem Leben auch nur die schlechten Startbedingungen: deine bedauernswerten familiären Verhältnisse, deine Gesundheit oder gegebenenfalls deine Krankheit. Möglicherweise siehst du auch die verlorenen Jahre vor deiner Bekehrung und fragst dich, wie Gott etwas daraus machen kann. Egal, wie die Bedingungen aus deiner Sicht aussehen, Gott kann in Seiner Gnade auch daraus etwas machen, was Ihn ehrt und wodurch Er verherrlicht wird. 

 

Gott kann auch in deinem Leben Geschichte schreiben, wenn du dich Ihm hingibst, gehorsam bist und Ihm vertraust. Paulus konnte nach Jahren voller religiösem Eifer und Wahnsinn in der Verfolgung der Gemeinde Jesu bezeugen, dass die Gnade des Herrn Jesus ihn vollständig verändert und Sein Leben positiv „auf den Kopf gestellt hatte“.

 

„Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin; und seine Gnade gegen mich ist nicht vergeblich gewesen.“ (1. Kor 15,10)