23.11.2019 Matthäus | Versammlung / Gemeinde

Praktische Erwägungen zu Matthäus 18,20

Es ist manchmal gefragt worden, ob das „denn“ in Vers 20 bedeutet, dass der Segen aus Vers 19 ausschließlich für das Zusammenkommen der örtlichen Versammlung zum Gebet gilt. Tatsächlich ist es so, dass der Zusammenhang diese Schlussfolgerung nahelegt. Durch das „denn“ in Vers 20 wird nämlich die Grundlage für die Erhörung gelegt: Sie besteht in der persönlichen Gegenwart des Herrn inmitten der zwei oder drei und ist damit eine Folge davon, dass diese „in seinem Namen“ versammelt sind. Das können die zwei oder drei, die sich privat zum Gebet treffen, nicht für sich in Anspruch nehmen.

Dennoch muss man vorsichtig sein, den Segen dieses Verses vollständig auf diese Bedeutung zu beschränken. Immerhin muss man bedenken, dass der Gesamtzusammenhang dieses Kapitels das Königreich der Himmel ist, nicht die Versammlung. Das wird in Vers 21 sofort wieder deutlich. Wenn daher zwei oder mehr Geschwister zusammenkommen, um für einen ihnen wichtigen Punkt – z.B. für das Werk des Herrn an einem bestimmten Ort – zu beten, und sie tun das, indem sie zum Herrn Jesus kommen in dem Bewusstsein seiner herrlichen Person, wie sie uns im Neuen Testament beschrieben wird, und der damit verbundenen Wahrheit Gottes, dann dürfen sie sicher sein, dass der Vater in den Himmeln hört und erhört. Immerhin steht dieser Titel „Vater, der in den Himmeln ist“, ja in einem gewissen Gegensatz zu unserer Stelle, die wir auch geistlicherweise in den Himmeln sind (vgl. Eph 2,6). Für die Jünger, die auf der Erde lebten und auch auf der Erde berufen worden waren, war Er der Vater, der in den Himmeln ist. Für uns, die wir zur Versammlung Gottes gehören und damit himmlischen Ursprungs und Wesens sind, ist Er dagegen Gott, unser Vater. In diesem Sinn wollen wir diese Verse, die uns den besonderen Segen und zugleich die große Verantwortung der örtlichen Versammlung vorstellen, nicht grenzenlos anwenden. Aber wir wollen den Segen, den wir auch an anderer Stelle für das persönliche Gebet kennen (1. Joh 5,14.15), an dieser Stelle nicht ganz ausschließen.

Eines ist klar: Der hier genannte Segen steht direkt mit der Versammlung in Verbindung und ist von dieser nicht zu lösen. Das macht der Zusammenhang deutlich. Aber es ist auch deutlich, dass wir in keinem der Verse 18 bis 20 den Ausdruck Versammlung direkt finden. Das mag einerseits damit zusammenhängen, dass der Herr den Niedergang der Versammlung, was ihren Weg als verantwortliche Zeugin des Herrn auf der Erde betrifft, vorausgesehen hat. Aber es scheint mir auch damit zusammenzuhängen, dass der Herr den Blick nicht vollständig auf die Versammlung einengt. Wie gesagt – unabhängig von der Versammlung können wir diese Verse allerdings nicht verstehen und verwirklichen.