13.11.2019 Prophetie | Buchbesprechungen

Gottes Plan mit Israel (Matthias Billeter) – eine Buchbesprechung (FMN)

Das Heft Gottes Plan mit Israel von Matthias Billeter eine sehr nützliche Hilfe, um Gottes Gedanken über das Land „Israel“ und das „Volk Israel“ recht zu verstehen und einen nüchternen Blick auf oft emotionale Bewertungen zur heutigen Situation dieses Volkes zu erhalten.

Auf 47 gut zu lesenden Seiten geht der Autor auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Israels ein. In gut verständlicher Form nennt und erklärt er wichtige Bibelstellen über das Volk Israel.

 

Die Vergangenheit Israels

In einem ersten Teil beschreibt er die Geschichte Israels, die Entstehung des Volkes, angefangen von den Verheißungen der souveränen Gnade Gottes an Abraham bis hin zu der sündigen Tat, mit der dieses Volk seinen eigenen Messias an die Römer zur Kreuzigung überlieferte.

Auch auf die Folgen dieser Verwerfung geht Matthias Billeter ein. Im Jahr 70 n.Chr. zerstörten die Römer Jerusalem, und die Juden wurden in alle Welt zerstreut (vgl. Lk 21,20-24). „Mit diesem Ereignis dokumentierte Gott, dass Er Israel nicht mehr als sein Volk anerkannte. Für eine lange Zeit ist seine besondere Beziehung zu Israel damit abgebrochen“ (S. 17).

 

Die Gegenwart Israels

Im zweiten Hauptteil zeigt der Autor, dass sich Gott heute jedem einzelnen Menschen und damit auch jedem einzelnen Juden insofern zuwendet, als Er ihm in seiner Gnade das Evangelium verkündigen lässt. Derjenige, der sich heute bekehrt – ob Jude oder Heide –, wird der Versammlung (Gemeinde) Gottes zugefügt, wird also nicht Teil eines nationalen Volkes. Der Glaube führt somit heute nicht nach Israel oder zum Volk Israel, sondern zu dem himmlischen Christus und zu seiner Versammlung.

Israel ist zwar nicht auf Dauer verstoßen, hat aber in der heutigen Zeit keine bevorzugte Stellung. Es ist als „Volk Gottes“ beiseitegesetzt. Dieses Bewusstsein bewahrt uns davor, fälschlicherweise gewisse Prophezeiungen für Israel in unsere Zeit zu übertragen. Andererseits gibt es auch keinen Anlass, das Volk Israel deswegen zu verachten, weil es sich am Tod des Herrn Jesus schuldig gemacht hat. Wir vergessen nicht, dass die Nationen (Pilatus, die Römer), zu denen wir gehören, ebenfalls schuldig waren, den Gerechten zum Tod am Kreuz verurteilt zu haben.

 

Die Zukunft Israels

Im dritten Teil zeigt Matthias Billeter schließlich, dass es für Israel eine Zukunft gibt. Viele Stellen im Alten und Neuen Testament bezeugen, wie das Volk Israel eine echte Neugeburt erleben und wieder zum Volk Gottes werden wird. Sie müssen durch eine schreckliche Gerichtszeit hindurchgehen. Gottes Wort nennt diese Zeit „Drangsalszeit“. Feindliche Nationen werden das Land besetzen, aber am Ende wird der Herr Jesus als Messias zu seinem Volk kommen, auf dem Ölberg stehen (Sach 14) und es erretten. Allerdings wird es nur ein Überrest aus diesem Volk sein, der sich bekehren, Ihn erwarten und als König und Herrn annehmen wird.

Die herrliche Zukunft dieses Volkes beginnt dann, wenn der Herr Jesus, das ist Christus, der Messias, in Macht und Herrlichkeit erscheinen wird. Wir, die gläubigen Christen, werden mit Ihm erscheinen und mit Ihm im Tausendjährigen Reich herrschen.

 

Zum Schluss

Gerne empfehle ich dieses Heft, das vom Beröa-Verlag in der Schweiz herausgegeben wird und kostenlos beim Herausgeber von Folge mir nach bezogen werden kann. Es ist eine nützliche Hilfe für ein gutes Verständnis über die biblischen Aussagen, die das Volk Israel betreffen. Und damit lernt man auch etwas über Gott und sein regierendes Handeln mit dem Menschen sowie über den Herrn Jesus, der einmal in der Zukunft als Messias über dieses Volk regieren wird. Denn Christus ist und bleibt der wahre Mittelpunkt des Erdgeschehens.

 

Buchauszug (S. 39-40):

Dem Propheten Hesekiel wird die nationale Erweckung Israels in einer Vision mitgeteilt (Hesekiel 37,1-14):

  • Er sieht in einem Tal viele verdorrte Totengebeine. Als er im Auftrag des Herrn zum ersten Mal über sie weissagt, rücken die Knochen zusammen. Sie werden mit Sehnen, Fleisch und Haut überzogen, sind aber noch nicht lebendig. Darin sehen wir ein Bild von der Rückkehr der Juden ins Land Israel und von der Bildung eines eigenständigen Staates. Es ist eine äußere Handlung ohne Leben aus Gott.
  • Hesekiel soll ein zweites Mal prophezeien. Da durchdringt der Geist Gottes diese toten Körper und erweckt sie zum Leben. Sie stehen auf und bilden zusammen ein sehr großes Heer. Das weist darauf hin, dass Gott durch seinen Geist auf sein Volk einwirken und einen Überrest zur Sinnesänderung und Umkehr führen wird. So wird Gott das Volk Israel zu neuem Leben erwecken.