Homosexuelle Evangelikale begrüßen Verbot von Konversionstherapien

 

Evangelikale Homosexuelle haben sich für das geplante Verbot sogenannter Konversionstherapien ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, die umstrittenen Behandlungen verbieten zu lassen, die das Ziel haben, aus homosexuell empfindenden Menschen Heterosexuelle zu machen. Viele homosexuelle Mitglieder theologisch konservativer Gemeinden litten unter solchen Therapien „wie unter einer Knute“, sagte ein bekennender Schwuler mit evangelikalem Hintergrund. Er selbst habe lange gegen seine gleichgeschlechtliche Neigung angekämpft. Dabei habe er auch eine Konversionstherapie durchlaufen, die sein Leid noch vergrößert habe. Der jahrelange Kampf habe ihn „irgendwann zermürbt“. Er habe sogar an Selbstmord gedacht.

 

Warum greife ich dieses Thema noch einmal auf? Weil die Herangehensweise, die hier vorgestellt wird, grundsätzlich die falsche ist. Solange wir gegen die Sünde oder die sündigen Neigung kämpfen, werden wir immer unterliegen. Solch ein Kampf führt nur zu Leid.

 

Wer in Römer 7 die letzten Abschnitte liest, wird erkennen, dass ein Kampf gegen eine sündige Neigung nie zum Ziel führen kann. Sie ist der Versuch, mit fleischlichen Mitteln, mit gesetzlichen Anstrengungen das Böse in uns zu überwinden. Das aber werden wir nie schaffen. Denn die Sünde ist stark, sie will sich immer durchsetzen. Und sie lebt, ist leider quicklebendig.

 

Gottes Weg ist ein völlig anderer! Wir finden ihn in Römer 6: „Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott. So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus Jesus“ (Röm 6,8-11).

 

Wenn wir mit Christus gestorben sind: Jeder, der an Jesus als an seinen Retter glaubt, ist mit Ihm gestorben. Wir sind also tot für die Sünde, weil wir mit Christus gestorben sind. Als Gott Ihn gerichtet hat, hat Er uns in Christus gerichtet. So sind wir in dieser geistlichen Hinsicht Tote.

 

Ein Toter kann nicht mehr kämpfen. Er will auch nicht kämpfen. Daher ist es sinnlos, gegen die Sünde zu kämpfen. Solange wir das noch tun, werden wir unterliegen und zermürbt werden. Etwas ganz anderes aber ist es, uns für das zu halten, was wir sind: Tote. Und wenn wir dafür halten, dass wir tot sind, brauchen wir auch nicht mehr zu kämpfen.

 

Ein Toter reagiert nicht mehr auf die Sünde. Ein Toter hat das Recht, wenn sich eine Neigung wieder offenbart, zu sagen: Ich bin tot und muss dir nicht mehr folgen. Du hast keine Autorität mehr über mich, denn Sünde und Satan haben keine Macht über einen Toten.

 

Das und nur das ist die biblische Lösung. Wir müssen nicht mehr sündigen, wir müssen einer sündigen Neigung nicht mehr nachgehen, weil wir tot sind. Gott sei Dank!

 

So wollen wir uns für das halten, was wir sind. Dann können wir nämlich in Neuheit des Lebens auch unser Leben führen. Das macht uns glücklich. Egal, ob wir früher homosexuell empfunden haben, ob wir Diebe oder Mörder waren oder ob wir in Hurerei gelebt haben.