18.10.2019 Persönlicher Glaube | Menschliches Zusammenleben

Folge DU mir nach

Wiederherstellung

Der Herr Jesus hatte Petrus in einem persönlichen Gespräch wiederhergestellt, nachdem dieser Ihn dreimal verleugnet hatte. Danach hatte der Meister seinen Jünger auch vor den anderen Jüngern in der Öffentlichkeit wiederhergestellt. Dies war nötig, weil Petrus seinen Herrn in der Öffentlichkeit vor anderen verleugnet hatte.

 

In Verbindung mit dieser Wiederherstellung hatte der Herr seinem Jünger drei Aufträge im Blick auf seinen Dienst gegeben: Die Schafe und Lämmer (vor allem der jüdischen Gläubigen) zu weiden und zu hüten. Der Herr schloss diese Aufträge mit der Aufforderung ab: „Folge mir nach!“ (Joh 21,19).

 

Nachfolge ist eine ganz persönliche Sache

In dieser Situation merkte Petrus, dass auch Johannes in der Nähe war, der Jünger, den Jesus liebte. Diese beiden Jünger waren befreundet, und so interessierte Petrus, was der Herr mit Johannes vorhatte. Was war die Antwort des Meisters: „Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?“ Das ist bemerkenswert. Denn aus den Worten von Petrus sprach durchaus nicht Neugier oder Neid. Nein, es war ein wirkliches, gut gemeintes Interesse im Blick auf seinen Freund.

 

Aber die Antwort des Herrn war klar: Petrus hatte persönlich mit seinem Herrn zu tun, wie auch Johannes persönlich mit seinem Herrn zu tun hatte. Jüngerschaft und Dienst ist in dieser Hinsicht eine ganz persönliche Sache (dass es auch andere Aspekte gibt, was die Gemeinschaft mit den Gläubigen in der örtlichen Versammlung betrifft, ist jetzt kein Thema, obwohl es natürlich wichtig ist, dass der Herr mich niemals unabhängig aussenden wird).

 

Petrus musste lernen, dass er nicht einmal eingeweiht war in die Pläne, die der Herr mit Johannes hatte. „Folge du mir nach!“, fügt der Herr an. Nachfolge ist persönlich für mich, nicht für mich und jemand anderes.

 

Nicht für andere entscheiden wollen

Wir lernen daraus, dass wir genug damit zu tun haben, für uns selbst zu erkennen, was die Gedanken des Herrn sind. Wir haben vermutlich alle die Neigung, das für andere gerne wissen zu wollen. Manchmal wollen wir sogar gerne für andere entscheiden, was sie für einen Dienst haben (oder nicht). Was sie für Aufträge erledigen sollen (oder nicht). Wohin sie gehen sollen (oder nicht). Aber selbst dann, wenn es sich um junge Gläubige handelt, sollten wir das dem Herrn überlassen. Er weiß es besser als wir. Und Er wird es ihnen auch mitteilen.

 

Was sagte Martha einmal zu ihrem Herrn im Blick auf ihre Schwester Maria? „Sage ihr nun, dass sie mir helfen soll“ (Lk 10,45). Was tut ihr Meister? Er tut das Gegenteil und muss Martha mitteilen, dass sie besser darauf achten soll, für sich selbst das gute Teil zu erkennen und zu erwählen. Wie leicht versuchen wir wie Martha, andere in unsere Aufgabe einzuspannen. Nein, wenn der Herr das wirklich möchte, wird Er es den anderen schon selbst deutlich genug machen ...

 

Natürlich dürfen wir einen vorsichtigen Rat geben, wenn uns jemand ausdrücklich fragt. Aber selbst da sollten wir äußerst vorsichtig sein. Wer sind wir, dass der Herr es uns – im Gegensatz zu Petrus – mitteilt? Und ja, wenn wir merken, dass sich jemand überhebt oder einen Dienst tut, der so kaum die Bedürfnisse der Empfänger abdeckt, kann man auch in aller Vorsicht einen Hinweis geben. Oder wenn jemand falsche Dinge lehrt, haben wir natürlich eine Verantwortung ihm und den Empfängern gegenüber.

 

Persönliche Verantwortung

Aber wir sollten erkennen, dass jeder für sich verantwortlich ist vor dem Herrn. Wir können und dürfen diese Verantwortung nicht für andere übernehmen (wollen), wir können sie ihnen auch nicht abnehmen. Es wäre geistlicher Hochmut zu meinen, wir könnten für andere mitentscheiden. Selbst Paulus, der die Notwendigkeit eines Dienstes in Korinth sah, diesen aber nicht selbst ausführen konnte, nahm sich nicht heraus, Apollos zu verpflichten, nach Korinth zu gehen (1. Kor 16,12). Und Paulus war Apostel.

 

Wir haben genug damit zu tun, unseren eigenen Dienst und den Willen des Herrn für uns selbst zu erkennen. Wir haben ausreichend mit der Herausforderung zu „kämpfen“, den Weg des Herrn zu erkennen, den Er mit uns gehen möchte. Da können wir es Ihm gerne überlassen, seinen Weg mit unserem Bruder oder unserer Schwester zu gehen. „Folge du mir nach!“ Eine wunderbare und aktuelle Aufforderung, an jeden Gläubigen zu jedem Zeitpunkt in der christlichen Zeitepoche.