26.09.2019 Persönlicher Glaube

Mainstream – Abweichler

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat vor einiger Zeit auf den Aufsatz des international bekannten Schriftstellers und Juristen Bernhard Schlink geantwortet. Dieser hatte einen Artikel in der FAZ platziert mit dem Thema: „Der Preis der Enge. Wie der gesellschaftliche und politische Mainstream die Rechten stärkt“. Altmaier verteidigt in seinem „Versuch einer Antwort auf Bernhard Schlink“ den Mainstream mit den Worten: „Der Mainstream ist ausgewogener und umfassender als je zuvor.“

 

Ein Beispiel: „Selbstverständlich kann man sich auch heute für Atomkraft, gegen Klimaschutz, für Rauchen, gegen Verschärfung des Waffenrechts, für Rinderfilets, für Flüchtlingsobergrenzen, gegen Tempolimit auf Autobahnen, für Porsches und Ferraris, gegen Abtreibungen oder für das Gegenteil von allem öffentlich und gefahrlos positionieren.“

 

Kann man das? Wer gegen den heute propagierten Klimaschutz spricht, wird in der Öffentlichkeit zum Schweigen gebracht. Wer dafür ist, dass man normal Fleisch isst, wird als nicht auf der Höhe der Zeit diffamiert.

 

Für uns als Christen ist wichtiger: Wer heute noch – übrigens mit Recht – darauf hinweist, dass die Evolutionstheorie alles andere als erwiesen ist, der wird bestenfalls belächelt, im Regelfall als fundamentalistischer, extremer, dummer Engstirner verschrien.

 

Wie ist es mit dem Genderwahn, den Altmaier ebenfalls anspricht? Wer heute noch zum Wort Gottes steht und bekennt, dass es zwei und genau zwei biologische Geschlechter gibt – männlich und weiblich –, der wird belächelt. So, wie Gott den Menschen geschaffen hat, männlich und weiblich (1. Mo 1,27).

 

Wie ist es mit dem Mainstream der freien und befreiten Sexualität? Wer zu der biblischen Aussage steht, dass alles, was außerhalb der „biblischen“ Ehe zwischen Mann und Frau auf diesem Gebiet stattfindet, Hurerei ist, wird heute diffamiert und in die Ecke gestellt. Ausgelebte Homosexualität und andere „moderne“ Formen von Sex werden in der Bibel als Sünde bezeichnet, auch wenn der Mainstream (auch der kirchliche) heute ganz anders lautet.

 

Wie ist es mit den Unterschieden von Mann und Frau, was Aufgaben und Möglichkeiten im Versammlungsleben (Gemeindeleben) betrifft? Wenn man die biblische Wahrheit hochhält und Müttern empfiehlt, dass sie zu Hause bleiben und sich um den Ehemann, die Kinder und den Haushalt kümmern (Tit 2,4.5), muss man sich heute ein regelrechtes Gewitter anhören.

 

So könnte man fortfahren.

 

Was lernen wir daraus? Als Christen müssen wir wissen, dass wir in manchen Fragen nicht dem Mainstream folgen. Denn wir wollen Gottes Wort gehorsam sein. Wir wollen hoffentlich nicht anders sein, um einfach anders zu sein. Aber wir wollen das hochhalten, was in Gottes Wort steht.

 

Wir brauchen uns nicht zu wundern, dass wir am Rande stehen und abgelehnt werden. Das nehmen wir in Kauf, wenn wir dadurch unseren Herrn ehren können. Wir denken an die Jünger: „Sie nun gingen vom Synedrium weg, voll Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden“ (Apg 5,41).